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Mit Brücke kein Welterbe

Zur Debatte um den Bau des Hochmosel-Übergangs bei Ürzig und Zeltingen meint dieser Leser:

Dieter Schnitzius hat in seinem Leserbrief "Völlig abwegig" - unter Nennung meines Namens - das Douro-Tal in Portugal als Beweis dafür, dass für das Welterbe-Komitee der Unesco eine moderne Autobahnbrücke in Betonbauweise kein Grund sein würde, der Mosel den Welterbestatus zu versagen.

Leider stimmt diese Aussage nicht, wie die Aberkennung des Welterbetitels des Dresdener Elbetals deutlich macht.

Richtig ist, dass nach den neuen Regularien die Unesco seit 2007 in Welterbe-Landschaften auch Objekte akzeptiert, die der Modernisierung und Entwicklung der betreffenden Region dienen.

Voraussetzung ist allerdings, dass die Baumaßnahmen bereits bei ihrer Planung mit den Unesco-Behörden abgestimmt und abgesegnet worden sind. Da nach Auskunft der Landrätin Beate Läsch-Weber im Falle der Mosel in Paris nicht vor 2012 ein Antrag auf Zuerkennung des Welterbe-Status eingereicht werden kann, wäre dieses - obligatorische - Prozedere nicht einzuhalten, denn die Brücke wäre ja längst im Bau!

Die zwingende Folge: Das Welterbekomitee würde diesen Antrag erst gar nicht zur Prüfung annehmen - der Schaden für die Region wäre exorbitant hoch!

Das von Dieter Schnitzius angeführte Brückenbauwerk über den Douro bei Peso da Regua passt in keiner Weise als Referenzbeispiel, wie folgende Fakten zeigen: Das Dourotal wurde 2001 zum Welterbe erklärt, die Autobahnbrücke bei Peso da Regua/Vilareal im Jahr 2005 fertiggestellt.

Sie misst "nur" 85 Meter über Flussniveau, gegen 168 Meter des bei Ürzig/Zeltingen geplanten Moselhochübergangs! Es ist exakt diese Brücke über den Douro, die das Welterbekomitee zu den neuen, nun geltenden Regularien im Umgang mit modernen Bauwerken in Welterbestätten zwang.

Die Begründung der Unesco: Bliebe sie untätig, würde sie ihre Glaubwürdigkeit verlieren und ihre gesamte zukünftige Arbeit belasten.

Die Unesco will dies unter allen Umständen vermeiden. Das bedeutet: Mit Brücke kein Welterbestatus!

Helmut Körlings, Traben-Trarbach.

Hochmoselübergang