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Mit der U-Bahn durch Bernkastel-Kues

Stefan Heinz präsentiert den Plan für eine U-Bahn in Bernkastel-Kues. TV-Foto: Clemens Beckmann
Stefan Heinz präsentiert den Plan für eine U-Bahn in Bernkastel-Kues. TV-Foto: Clemens Beckmann
Gute Vorschläge sind beim Ideenwettbewerb der von Bürgermeister Ulf Hangert ins Leben gerufenen Bürgerstiftung eingegangen. Die originellste dürfte allerdings keine Chance auf Verwirklichung haben. Von unserem Redakteur Clemens Beckmann

Bernkastel-Kues. Im Frühjahr rief Ulf Hangert, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues, zu einem Ideenwettbewerb auf, um die von ihm Ende 2005 ins Leben gerufene Bürgerstiftung mit Aktivitäten zu erfüllen. Gefragt sind gute Ideen, die das Zusammenleben in der Verbandsgemeinde verbessern. In erster Linie sollen Leute zusammengebracht werden, die gemeinsam etwas umsetzen, was nicht in die kommunale Zuständigkeit fällt (der TV berichtete). Die Stiftung, die mit einem Grundkapital von 87 000 Euro ausgestattet wurde, verfügt, so Hangert, inzwischen über circa 105 000 Euro. Verwendet werden darf aber nur der Zinsertrag.Etwa 30 Ideen seien eingegangen, berichtet Hangert: von Einzelpersonen, Gruppen und Vereinen. Inhalte sind unter anderem der Ausbau von Jugendräumen, ein Nutzpflanzgarten mit historischen Pflanzen, ein generationsübergreifendes Haus, ein Tageshaus für Alt und Jung, ein Skulpturengarten, ein Mathematik-Projekt und ein spezieller Fahrrad-Parcours. Eine Jury, bestehend aus dem Vorstand der Bürgerstiftung, Mitgliedern des Jugendparlaments und Persönlichkeiten aus der VG, wird über die Vorschläge zu Tische sitzen.Keine Chance dürfte dabei der Vorschlag von Stefan Heinz aus Bernkastel-Kues haben. Der 22-jährige Informatik-Student beteiligt sich mit dem Plan für einen U-Bahn-Bau in Bernkastel-Kues an dem Ideenwettbewerb. "Die Idee, einen solchen Plan einmal am Computer zu entwerfen, hatte ich schon lange. Als der Wettbewerb initiiert wurde, habe ich sie umgesetzt", erzählt er. Stefan Heinz fährt gerne U-Bahn und orientierte sich am U-Bahn-Plan von London. Da er ursprünglich Grafik-Design studieren wollte, ging ihm diese Arbeit, die einige Tage in Anspruch nahm, auch leicht von der Hand.Er hat erstklassige Arbeit abgeliefert. Sechs Linien (Cusanuslinie, Stadt und nördliches Kues, Südliches Kues, Plateaulinie, Westliche Linie, Industriezirkel) und 48 Stationen umfasst das in drei Tarifzonen unterteilte Streckennetz. Natürlich werden auch die Stadtteile Wehlen und Andel angebunden.Knotenpunkte sind die "Große Freiheit Kues" am Brückenkreisel, der Hauptmarkt (Marktplatz) und das Cusanus-Krankenhaus. Dort gibt es auch barrierefreie Zugänge. Stefan Heinz hat auch alle allgemeinen Fragen des Ideenwettbewerbs mehr oder wenig ernsthaft beantwortet. So werde älteren Menschen durch die geringe Entfernung der Stationen ein barrierefreies Reisen ermöglicht. Bernkastel-Kues könne durch solch ein Projekt seine herausragende Stellung in der Region ausbauen. Als Bauzeit veranschlagt er zehn Jahre, für die Vorbereitung zwei. "2020 kann das Projekt fertig sein", sagt er. Auch über die Kosten hat er sich schlau gemacht. "80 Millionen Euro für einen Kilometer". Somit sei mit Gesamtkosten von etwa zwei Milliarden Euro zu rechen. Das dürfte den Inhalt der Kassen der öffentlichen Hand doch etwas übersteigen. Zumindest einen Sonderpreis hätte der Beitrag von Stefan Heinz aber verdient. Mal abwarten, welche Entscheidung die Jury trifft.