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Mit Tempo 100 über den Rummel

Platzmeister Michael Stablo (Zweiter von links) weist den Mitarbeitern des Turbo Force-Fahrgeschäftes ihren Standort zu. Foto: Clemens Beckmann
Platzmeister Michael Stablo (Zweiter von links) weist den Mitarbeitern des Turbo Force-Fahrgeschäftes ihren Standort zu. Foto: Clemens Beckmann
BERNKASTEL-KUES. Der Weinfest-Rummelplatz fristete in den vergangenen Jahren eher ein Schattendasein. Heinz-Josef Barth und Josef Zimmer wollen dies ändern. ARRAY(0xf9b80420)

100 Kilometer pro Stunde schnell, 40 Meter hoch: Das sind die herausragenden Daten des Turbo Force. Das Fahrgeschäft, das bei höchster Geschwindigkeit wie ein Ventilator wirbelt, ist die Rummelplatz-Attraktion beim Weinfest der Mittelmosel. Es beginnt am heutigen Donnerstag im Laufe des Nachmittags: erst einmal aber nur auf der Weinstraße und auf dem Karlsbader Platz, wo an mehr als 30 Weinständen bis zum frühen Dienstagmorgen der Rebensaft ausgeschenkt wird. Auch die Freunde der rustikalen und gehobenen Küche kommen auf ihre Kosten. Auf dem Rummelplatz am Kueser Moselufer geht der Betrieb erst am Freitag um 15.30 Uhr los. Der Vergnügungspark wurde in der Vergangenheit von der Tourist-Information (mittlerweile Mosel-Gäste-Zentrum) gemanagt. In diesem Jahr ist das anders. Die Schausteller Heinz-Josef Barth und Josef Zimmer, die mit Imbiss-Betrieben vertreten sind, sind die General-Unternehmer. Sie bezahlen der Stadt eine Pacht und holen sich dieses Geld bei ihren Schausteller-Kollegen zurück. Für die Mitarbeiter des Mosel-Gäste-Zentrums bedeutet dies eine enorme Arbeitserleichterung. "Das ist unsere Materie", sagt Heinz-Josef Barth. Er übernimmt mit Zimmer seit vier Jahren auf verschiedenen Rummelplätzen eine Generalunternehmer-Funktion. Beide stammen aus Schausteller-Familien mit Tradition. "Ich war schon vor 47 Jahren beim Weinfest dabei", erzählt der 47-jährige Barth schmunzelnd. Bernkastel-Kues sei lange Jahre ein Höhepunkt im jährlichen Volksfesttreiben gewesen, sagt Zimmer. Er spielt auf die Zeiten an, als die Amerikaner noch in Massen aus ihren damaligen Militärstandorten nach Bernkastel-Kues strömten. Das Überangebot an Festen und die wirtschaftliche Situation vieler Menschen spiele den Schaustellern auch nicht in die Tasche. Das habe dazu geführt, dass es auch mit der Attraktivität des Weinfest-Rummelplatzes bergab gegangen sei. Trotz aller Schwierigkeiten sind Barth und Zimmer guten Mutes, dies ändern zu können. "Wir würden auch in Zukunft hier gerne weiter machen", betonen beide. Dabei hilft ihnen Platzmeister Michael Stablo, der in dieser Funktion bisher für die Stadt tätig war. "Wir sind sehr zufrieden mit ihm", betonen die beiden Schausteller. In diesem Jahr gebe es keine Lücken, die mit Wagen zugestellt werden müssten: stattdessen ein großes Angebot für Groß und Klein mit dem Turbo Force als Attraktion. Am Montag laden die meisten Gastronomie-Betriebe auf dem Rummelplatz zwischen 17 und 20 Uhr zur "Happy Hour" (verbilligtes Essen und Getränke) ein. Auf die Kleinsten wartet um 17 Uhr ein Kasperle-Theater. Am Dienstag ist der traditionelle Familientag mit ermäßigten Preisen. "Dafür sind die Schausteller der Stadt sehr dankbar", sagt Barth. Für die Schausteller macht ein guter Samstag ungefähr 50 Prozent des Umsatzes aus. Ähnliches gilt auch für die Weinstraße. Das Feuerwerk, das erstmals musikalisch untermalt wird (Samstag, 21 Uhr) und der Festzug am Sonntag (14 Uhr) ziehen bei gutem Wetter insgesamt etwa 160 000 Menschen in die Stadt. Viele von ihnen lassen es sich auch auf der Weinstraße, auf dem Marktplatz und auf dem Karlsbader Platz gut gehen. Eine neue Form bekommt auch der Empfang der Mosella. Er findet am Freitag ab 21 Uhr bei bengalischer Beleuchtung auf dem Marktplatz statt. In diesem Jahr wird eine neue Mosella gekrönt und ihre Vorgängerin verabschiedet.