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| 20:55 Uhr

Mit Visionen und Aktien ans Werk

Traben-Trarbach. Die ehrenamtlich tätige Ausonius Projektentwicklungsgesellschaft will wertvolle Bausubstanz in Traben-Trarbach erhalten. Gleichzeitig plädiert sie für den Abriss einiger Gebäude. Clemens Beckmann

Olaf Birlenbach betont es mehrfach: "Das sind nur Visionen." Der Aufsichtsratsvorsitzende der Ausonius Projektentwicklungsgesellschaft Traben-Trarbach (siehe Extra) will niemandem Angst machen, dass er Eigentum oder Wohnung verliert. Doch Fakt ist für ihn: Im eng bebauten Stadtteil Trarbach müssten Gebäude abgerissen werden, um die Lebensqualität der Bürger zu erhöhen.

Damit meint er nicht den Abriss des sogenannten Blockbereichs hinter dem Verwaltungsgebäude der Verbandsgemeinde. Der ist beschlossene Sache und beginnt in einigen Wochen. Birlenbachs Blick geht einen Steinwurf weiter - in die enge Mittelstraße, die die Altstadt durchzieht.

Die Vision: Einige Gebäudeblocks müssen abgerissen werden. Die Straße wird zur Fußgängerzone, und es wird ein Parkhaus gebaut. "Ich sehe dazu keine Alternative", sagt Birlenbach.

Logistisch und finanziell ist dies eine Riesenherausforderung und erfordert den Einsatz vieler Menschen und Verwaltungen. "Aber ohne Visionen geht es nicht", sagt Gerhard Lettl, Sprecher der Bürgerinitiative Leben in Trarbach.
Derzeit ist die Ausonius Gesellschaft mit der Sanierung und dem Ausbau des Hotels "Zur Goldenen Traube" beschäftigt. Die Gesellschaft hat es 2012 für 105.000 Euro ersteigert. Einige Nebengebäude wie das Haus Caspary kamen noch dazu. Nach Auskunft von Ausonius-Geschäftsführer Matthias Ganter entstehen 36 Zimmer. "Es soll ein junges Hotel werden. Wir wollen die jüngere Zielgruppe ansprechen", erzählt er.

Für den 1. Mai 2018 ist die Wiederöffnung des Traditionshauses geplant. Ein fachlich versiertes Pächterehepaar gebe es auch schon. "Darüber sind wir sehr froh", sagt Ganter. Er ist selbst erfolgreicher Hotelier. Für die Zukunft der Stadt seien Leute wichtig, die ihre Heimat im Herzen tragen. "Daran ist uns Hoteliers gelegen", sagt er. Traben-Trarbach habe in diesem Bereich einiges aufzuweisen.

Es gehe aber auch darum, dass die Gäste auch in der Stadt einkaufen können. "Die Gäste kommen mittlerweile auch im Winter gerne. Sie wollen aber nicht nur im Hotel bleiben. Sie müssen glücklich nach Hause fahren", sagt er. "Durch die Gesellschaft und Privatpersonen ist bereits viel Positives geschehen."

Circa 2,5 Millionen Euro investiert die Gesellschaft nach jetzigem Stand in das Hotel. 5,4 Millionen Euro flossen vorher in den Kaiserhof im Stadtteil Traben. 17 der 19 Wohnungen sind, so Ganter, verkauft. Im Erdgeschoss hat sich ein Fitnessstudio etabliert. Es sind aber noch Gewerbeflächen frei, berichtet Ganter. Im Gespräch sei eine Reinigung, die an sieben Tagen in der Woche jeweils 24 Stunden geöffnet hat.
Etwas Sorge macht Ganter die Gastronomie. "Sie geht zurück. Aber wir brauchen in jedem Segment gute Angebote. Die Gäste wollen in unterschiedlichen Lokalen essen."

BI-Sprecher Lettl lobt das Engagement der Gesellschaft. "Ich glaube, dass wir das Ruder rumreißen können", sagt er. Für öffentliche Bauprojekte wünscht er sich mehr Mitspracherecht der Bürger. "Ihre Meinung ist wichtig. Wenn man die Leute mitnimmt, haben sie mehr Verständnis, wenn ihr Wunsch doch nicht berücksichtigt wird."
Info

Enthusiasmus tut der Stadt gut Traben-Trarbach ist voller Gebäude, die das Stadtbild prägen. Die Stadt hat keine Mittel, um sie zu erhalten. Das ist auch nicht ihre Aufgabe. Es ist gut, dass Bürger in die Bresche springen. In der Ausonius Gesellschaft haben sich Leute mit Weitblick zusammengefunden. Sie haben Visionen. Traben-Trarbach braucht noch mehr solcher Enthusiasten. Denn es gibt sehr viel zu tun. c.beckmann@volksfreund.de