| 17:07 Uhr

Mörderisches Wochenende an der Mittelmosel

Während Tatjana Cichon die Rolle der Ermordeten übernimmt, sind Patrizia Scheven, Annette Völckner und Dirk Bonefas (von links) eifrig um sie- beziehungsweise die Zusammenarbeit mit dem Kommissar - bemüht.Foto: Ursula Schmieder
Während Tatjana Cichon die Rolle der Ermordeten übernimmt, sind Patrizia Scheven, Annette Völckner und Dirk Bonefas (von links) eifrig um sie- beziehungsweise die Zusammenarbeit mit dem Kommissar - bemüht.Foto: Ursula Schmieder
TRABEN-TRARBACH. Ein "mörderischer Event" erwartete Wochenendreisende im Hotel Bellevue. Das interaktive Angebot führte Freizeit-Detektive durch die engen Gässchen der Doppelstadt und auf unerwartete Höhe. Von unserer Mitarbeiterin <br>URSULA SCHMIEDER

"Ichglaube unser Politiker ist der Mörder und der Werner ist einfachnur der Erpresser", vermutete eine am Morgen noch völligunerfahrene Detektivin. Ob sie mit diesem Verdacht dem Richtigenauf der Spur war, sollte sich bis zum Abend zeigen. Ermittlungen auf der Grevenburg

Erst am Morgen waren die Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet für das interaktive Freizeit-Spiel "Detektiv für einen Tag" angereist. Im Traben-Trarbacher Jugendstilhotel Bellevue erwartete sie das passende Ambiente für den zweitägigen Urlaub. Kaum eingecheckt, steckten sie schon mitten drin im mörderischen Geschehen mit Tatort-Besichtigung und Indizien-Sichtung. Im Laufe des Tages puzzelten sie eifrig bruchstückhafte Informationen zusammen. In Kombination mit Texten und Fotos führten von fünf Schauspielern aufgeführte Episoden schließlich zur Überführung des Täters.

Doch zuvor galt es bei einer Schnitzeljagd durch Traben-Trarbach, den Hinweisen auf den Grund zu gehen. Von der Brücke aus führte der Weg zur evangelischen "Kirche auf dem Berg" in Trarbach. Nach endlosen Stufen oben angelangt, entdeckten die Freizeit-Ermittler den "Knochenmann". Dieser geleitete sie postwendend wieder hinunter und geradewegs zum Rittersaal, dem Profanbau der Grevenburg aus dem 14. Jahrhundert.

"Ich wollte einfach mal was Verrücktes, was Anderes machen", begründete Ute Zunn ihre Buchung. Mit 61 fiel die Leverkusenerin etwas aus dem Rahmen der im Schnitt zirka 30-Jährigen. Alexandra Ristow und Patrick Reiner hatten die Reise gewonnen. "Was genau auf uns zukommt, wussten wir nicht", erzählte die 27-Jährige. Ihr Freund lobte das professionelle Auftreten der Schauspieler: "Die haben sich viel Mühe gemacht - das wirkte sehr authentisch."

Ebenfalls mit Partner war Josefine Gottschalk dabei. "Das war eigentlich noch spannender als erwartet", sagte die 31-Jährige: "Man war plötzlich mittendrin im Geschehen - phantastisch!" "Das Spannendste ist, heraus zu finden, wie die Geschichte gestrickt ist - wo die Indizien verstreut sind, und ob die schlüssig und logisch sind", fasste Andreas Dierkes seine Eindrücke zusammen. Die Glanzleistung der "Agentur für Mörderische Events" sei, immer einen Anruf oder eine SMS parat zu haben, wenn das Team mal nicht weiterkommt.

Am Ende gab es Applaus für alle. Von den Detektiven für die Akteure: "Der arme Bernardo - der wär ja fast gestorben - das hat er klasse gemacht" und von den Darstellern für die findigen Spürnasen. Nach Ansicht von Anja Deilmann, der Agentur-Inhaberin, eignet sich Traben-Trarbach gut für das Detektivspiel. Beliebt seien solche Kurzurlaube, weil es den Leuten darum ginge, nicht nur berieselt zu werden, sondern auch mal aktiv werden zu können.

Mehr Infos zu den Angeboten der Agentur gibt's unter: www.your-alibi.de.