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Sport
An der Grenze des Machbaren

Weil die Mosellandschaft seit Jahren mehr als 1000 Ruderer zur Regatta „Um den grünen Moselpokal“ nach Bernkastel-Kues lockt, müssen sich die Organisatoren von Bernkasteler Ruderverein und Rudergesellschaft Zeltingen immer gezielter Gedanken um die Logistik machen.
Weil die Mosellandschaft seit Jahren mehr als 1000 Ruderer zur Regatta „Um den grünen Moselpokal“ nach Bernkastel-Kues lockt, müssen sich die Organisatoren von Bernkasteler Ruderverein und Rudergesellschaft Zeltingen immer gezielter Gedanken um die Logistik machen. FOTO: Holger Teusch
Bernkastel-Kues. Bei der größten rheinland-pfälzischen Ruder-Regatta am Samstag auf der Mosel in Bernkastel-Kues werden 1200 Sportler mit 265 Booten erwartet. Von Holger Teusch

Der Andrang auf die Regatta „Um den grünen Moselpokal“, die am Samstag zum 69. Mal ausgetragen wird, ist groß. „Wir sind wieder an der Grenze des Machbaren“, sagt Marlene Schömann-Finck. Die Ruderwartin der Rudergesellschaft Zeltingen (RGZ) freut sich, dass die größte Rudersport-Veranstaltung in Rheinland-Pfalz so beliebt ist. 1200 Sportler mit 265 Booten aus ganz Deutschland, von Hamburg im Norden bis Radolfzell im Süden, von Berlin im Osten bis Saarbrücken im Westen, aus Belgien, Frankreich, den Niederlanden und erstmals auch aus Italien haben sich angekündigt. Das bedeutet Rekordniveau!

Weil Ruderer in der Regel ihr nicht gerade kleines Sportgerät mitbringen, ist die Logistik wichtig. „Als wir vor einigen Jahren noch bei 70 Bootsanhängern waren, war das noch einfach“, erzählt Thomas Ruf vom Bernkasteler Ruderverein (BRV), der zusammen mit Schömann-Finck die Regattaleitung innehat. Aber ab Freitagabend werden rund 100 der Spezialanhänger erwartet, die alle auf dem Parkplatz zwischen Thanisch Spitz und Minigolfplatz abgestellt werden müssen.  „Wir stehen an jeder der drei Einfahrten, damit keiner ohne Einweisung einfährt. Ansonsten werden die Anhänger mit zu viel Platz dazwischen abgestellt“, erklärt Ruf, weshalb er mit drei bis vier weiteren Helfern schon am Freitagabend „bis mindestens 23 Uhr) und vom frühen Samstagmorgen das zentimetergenaue Abstellen beaufsichtigen.

Der Platz für die Boote ist zurzeit der limitierende Faktor der Moselpokal-Regatta. Aber Ruf lässt aber auch keinen Zweifel daran, dass es Möglichkeiten gibt, noch mehr Teilnehmer zuzulassen: „Bei 300 Booten würden wir uns etwas Neues einfallen lassen.“ Dass Blaualgen die Mosel in diesem Sommer grün gefärbt haben, hat den Andrang auf die Bernkastel-Kueser Regatta nicht gebremst. Zum einen habe sich die Lage durch die Niederschläge entscheidend gebessert, sagt Ruf und sagt: „Ich habe noch von keiner Regatta gehört, die wegen Blaualgen abgesagt wurde. Wir rudern ja auf dem Wasser.“ Eine der national und auch europaweit größten Eintages-Regatten abzusagen war kein Thema.

Nachdem bereits vergangene Woche Meldeschluss für die Teilnehmer war, wird seit Mittwochmorgen das Regattazelt direkt am Moselufer auf Thanisch Spitz aufgebaut. Am Freitag bringen die Zeltinger Ruderer ihren Schwimmsteg durch die Schleuse zum Bernkasteler Ruderverein. Der wird am frühen Samstagmorgen zunächst einmal gebraucht, um die zwei Kilometer lange Regattastrecke (linke Moselhälfte) mit Bojen abzustecken. Ein Nadelöhr ist aber auch das Ein- und Ausbringen der Boote, weshalb ein zusätzlicher Steg hilfreich ist.