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Veranstaltung
Motorbootrennen in Traben-Trarbach: Die endgültige Entscheidung steht noch aus

 Noch ist nicht sicher, ob Ende Mai wieder ein Motorbootrennen auf der Mosel in Traben-Trarbach stattfinden wird.
Noch ist nicht sicher, ob Ende Mai wieder ein Motorbootrennen auf der Mosel in Traben-Trarbach stattfinden wird. FOTO: TV / Jürgen C. Braun
Traben-Trarbach. Nach fünf Aufsehen erregenden Jahren mit sportlichen Höhepunkten, aber auch zwei tragischen Unfällen, will ein neuer Verein die Großveranstaltung am Leben erhalten. Von Jürgen Braun

Der Termin steht bereits fest. Ob im Jubiläumsjahr aber auch die Außenbord-Motoren angelassen werden, ist noch fraglich: Denn der zweite tödliche Unfall im vergangenen Jahr beim internationalen Motorboot-Rennen auf der Mosel innerhalb von zwei Jahren hat seine Spuren hinterlassen. Trotz erwiesener Unschuld des heimischen Veranstalters an den beiden tragischen Geschehen der Jahre 2016 und 2018 hängt das Weiterleben der 2014 nach 19 Jahren Pause wieder ins Leben gerufenen Veranstaltung nun auch vom Wunsch und Wollen Außenstehender ab.

Der im vergangenen Jahr neugegründete gemeinnützige Verein „Motorboot-Rennen Traben-Trarbach e. V.“ als Veranstalter braucht in den kommenden Wochen zwei substanzielle Dinge, wenn die Veranstaltung nicht sprichwörtlich „den Bach runter gehen“ soll: Mitglieder und Unterstützer – beides sowohl ideell wie auch finanziell.

Rund 40 000 Euro müssen gestemmt werden, um ein Rennsport-Wochenende mit internationalen Meisterschafts-Prädikaten wie in den vergangenen Jahren vor der Kulisse der Doppelstadt ausrichten zu können. Weshalb Dr. Wolfgang Malk, der Sprecher des Vereins, auch klipp und klar sagt: „Der Termin eines eventuellen Renn-Wochenendes ist zwar mit dem 25. /26. Mai bereits fix. Die finale Entscheidung über die Austragung aber steht noch aus.“

Vor mittlerweile fünf Jahren war die Tradition der Motorboot-Rennen auf der Mosel nach 19 Jahren wieder ins Leben gerufen worden. 1959 war der Unternehmer Hans Riegel aus Bonn (siehe dazu Info) der Sieger des ersten Motorsport-Events auf der Mosel dieser Art gewesen.

Das Spektakel etablierte sich danach sowohl als Sportereignis, als auch als Publikumsmagnet bis zur Mitte der 1990er Jahre. Dann verstummten die Outborder bis zum Jahr 2014 unter der Führung des Gewerbevereins mit Elmar Hilgers an der Spitze. In den vergangenen Jahren firmierte der Traben-Trarbacher Geschäftsmann Ingo Kaspari mit einer ganzen Schar freiwilliger Helfer und einem lokalen Wassersportverein als Ausrichter.

„Diese Form der Organisation, aber auch der Risiko-Verteilung, stand nach 2018 nicht mehr zur Debatte“, sagt Wolfgang Malk. „Es musste, wenn die Geschichte nach dieser kurzen Renaissance mit Höhepunkten und Rückschlägen innerhalb kürzester Zeit nicht zu Ende sein sollte, eine andere Plattform geschaffen werden.“ Was für alle Beteiligten nach zwei tödlichen Unfällen innerhalb von zwei Jahren, aber eben auch nach einer Ausweitung des Angebotes mit eigens errichteten Tribünen und internationalen Meisterschaften in verschiedenen Bootsklassen nicht leicht war.

Der Name, das Event, die sportliche Bedeutung, die touristische Strahlkraft, hatten gelitten. Was bei (zu) vielen in Erinnerung blieb, war die Tragik des Geschehens binnen kürzester Zeit. Umstände, von deren Schuld der Veranstalter in beiden Fällen frei gesprochen worden war. Der neu ins Leben gerufene Verein, der sich auch die Förderung des eigenen Nachwuchses auf die Fahnen geschrieben hat, und dem deshalb von offizieller Seite das notwendige Mäntelchen der Gemeinnützigkeit um die Schultern gelegt wurde, soll es jetzt richten.

Woran es indes noch mangelt, sind personelle Stärke und wirtschaftliche Basis. „Wir brauchen Mitglieder. Leute, die anpacken. Freunde, Förderer Unterstützer“, beschreibt Malk den Status Quo. Und es brauche vor allem lokale Betriebe und Unternehmen, die an die Zukunft eines Renn-Wochenendes sowohl als Sport-Event wie auch als touristische Attraktion in und um Traben-Trarbach glauben. Leute, die bereit seien, dafür Geld in die Hand zu nehmen.

Von kommunalpolitischer Seite, also von den Spitzen der Verwaltung von Stadt und Verbandsgemeinde, sei Hilfe „im Rahmen deren Möglichkeiten“ zugesichert worden. „Entsprechende Gespräche wurden geführt, die Kontakte werden aufrechterhalten.“

Die Entscheidung darüber, ob das Renn-Wochenende, in welcher Form auch immer, an diesem letzten Mai-Wochenende stattfinden kann, hängt nun von der Resonanz der Initiatoren ab. Zur Diskussion stehen zwei Optionen: „Ein internationales Renn-Wochenende ohne die Prädikate von Europa- oder Weltmeisterschaften, oder die richtige „große Nummer“ wie in den vergangenen Jahren, als es auf der Mosel mit Weltklasse-Fahrern aus Europa und Übersee um Titelehren ging.

Letztendlich steht alles mit der Frage der Finanzierung und der Bereitschaft vieler Menschen, die sich daran beteiligen wollen, ob das Traben-Trarbacher Motorboot-Rennen auch im und nach dem 60. Geburtstag in diesem Jahr eine Zukunft hat.

Infos und Kontaktformular zum Verein unter www.motorbootrennen.com