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Nach tödlichem Unfall bei Motorbootrennen in Traben-Trarbach: Zukunft der Veranstaltung ungewiss

Das Motorbootrennen Traben-Trarbach 2016 am Samstag.
Das Motorbootrennen Traben-Trarbach 2016 am Samstag. FOTO: Jürgen C.Braun
Traben-Trarbach. Nach dem tödlichen Unfall beim Motorboot-Rennen am Sonntag auf der Mosel bleiben viele Fragen offen. Wie konnte es zu dem tragischen Geschehen kommen? Was bedeutet das für die Zukunft der Veranstaltung, die erst vor drei Jahren wieder neu belebt worden war? Die Ermittlungen zum Tod des italienischen Weltmeisters Massimo Rossi führt die Staatsanwaltschaft. Jürgen C Braun

"Ich habe noch nie gestandene Männer gesehen, denen die die Tränen so unverhohlen in den Augen gestanden haben, es war eine gespenstische Atmosphäre." So beschreibt Patrice Langer, der Stadtbürgermeister von Traben-Trarbach, die Pokalübergabe, die am späten Sonntag für die Rennen, die sich vor dem tragischen Geschehen kurz vor Mittag ereignet hatten , noch vorgenommen worden war.

Dem Polizeibericht zufolge hatte Massimo Rossi am Sonntag gegen 11.25 Uhr bei einem Rennen in der Klasse "O 350" aus bisher ungeklärter Ursache die Kontrolle über sein Boot verloren. Er sei von der Strecke abgekommen, aus dem Boot geschleudert worden und habe sich beim Aufprall trotz seines Schutzhelms schwerste Kopfverletzungen zugezogen. Rettungsmaßnahmen des vor Ort anwesenden Rennarztes hätten den Tod des 24jährigen Rennfahrers nicht mehr verhindern können . Langer spricht von einem "enorm tragischen Fall für die Familie des Verunglückten" und von einem "schweren Schlag für die Veranstaltung und die Organisatoren." Er selbst habe im Gespräch mit Teilnehmern des Rennens noch vor dem Unfall am Sonntag erkennen können, dass "die alle wissen, auf was sie sich einlassen und welches Risiko sie eingehen. Die Fahrer wissen auch, dass sie dabei unter Umständen ihr Leben aufs Spiel setzen."

Die Veranstaltung, die bereits im Juni wegen des damaligen Hochwassers abgesagt werden musste und nun nachgeholt wurde, stand von Beginn an unter keinem guten Stern. Die ersten Trainingsfahrten am Samstag fanden bei schlechten Sichtverhältnissen und teils strömendem Regen statt. "Wir müssen uns den Verhältnissen anpassen und auf die Sichtverhältnisse einstellen. Natürlich ist das nicht ungefährlich. Aber das wissen alle, die Rennen bestreiten", hatte einer der Teilnehmer unserer Zeitung gegenüber bereits am Samstagmorgen geäußert, als wir ihn auf die Umstände ansprachen.

Nach Aussage der italienischen Nachrichtenagentur ANSA, habe der Präsident des nationalen Verbandes, Iaconianni, Vorwürfe wegen der Streckenbeschaffenheit erhoben. Nach dessen Meinung sei der 600 Meter lange Wendekurs zu gefährlich gewesen, weil die Mosel an dieser Stelle nicht breit genug sei. Vonseiten der Rennleitung wurde dies nicht kommentiert. Welche Auswirkungen das tragische Geschehen für die Zukunft der Motorboot-Rennen vor Traben-Trarbach haben könnte, ist derzeit noch nicht abzusehen. "Das möchte ich auch nicht kommentieren. Das ist Sache der ermittelnden Stelle", sagte Langer, der aber auch weiß: "Für alle, die viel Arbeit in diese Rennen stecken, aber auch für die Stadt, die von diesem Event profitiert, wäre ein mögliches Ende der Renntage ein herber Schlag."

Bisher war es bei den Rennen, die nach 18-jähriger Pause erst 2014 wieder neu aufgenommen worden waren, zu keinen vergleichbaren Vorfällen gekommen.