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Nackter Mann spaziert durch Longkamp

Longkamp/Bernkastel-Kues. Schreck in der Abendstunde: Ein nackter Mann hat in Longkamp für Aufregung gesorgt. Die Nacht verbrachte er bei der Polizei. Ob er psychiatrische Hilfe braucht, entscheidet ein Richter. Clemens Beckmann

Longkamp/Bernkastel-Kues. Mehrere Longkamper trauten am Dienstagabend ihren Augen nicht. Durch die Straßen des Ortes spazierte ein nackter Mann. Nicht mal Schuhe hatte er an. Bei der Polizei in Bernkastel-Kues gingen Anrufe von besorgten und aufgeregten Bürgern ein. Polizisten trafen den Flitzer dann auch wirklich an: Er war auf der viel befahrenen B 50 in Richtung Bernkastel-Kues unterwegs.
Die Beamten nahmen ihn mit zur Dienststelle und versorgten ihn erst einmal mit Kleidung. Unter Alkohol stand er nicht. Die Nacht verbrachte er in einer Zelle.
Seine Identität blieb erst einmal unklar. "Er hat nur gesagt, dass er Frank heiße und Frankie genannt werde", berichtete Dienstellenleiter Klaus Herrmann am Mittwoch. Natürlich sei der Mann auch gefragt worden, warum er nackt herumlaufe. Herrmann: "Er hat gesagt, dass er keine Kleider besitze."
Da nicht auszuschließen war, dass es sich um einen Obdachlosen handelt, erkundigten sich die Beamten auch im Haus der Hilfe in Bernkastel-Kues. Und sie wurden fündig: Die Beschreibung des Mannes passte auf einen 44-Jährigen aus dem Obdachlosenmilieu, der dort vor etwa einem Jahr kurzzeitig Hilfe und Unterschlupf suchte. Wo er sich in der Zwischenzeit aufgehalten hat, ist nicht bekannt. "Wir wissen auch nicht, woher der Mann stammt", sagt Klaus Herrmann. Wer nackt durch die Gegend laufe, habe schließlich keine Ausweispapiere dabei.
Was passiert nun mit ihm? Noch am Mittwoch stand eine Untersuchung durch eine Amtsärztin an. Danach, so Klaus Herrmann, entscheide ein Richter, ob der 44-Jährige in eine psychiatrische Klinik eingewiesen oder auf freien Fuß gesetzt werde. cb