| 16:59 Uhr

Bernkastel-Kues
Quarkbällchen für die Bankkunden

Lehrer der BBS, Mitarbeiter der Bäckerinnung und Auzubildende haben die Berufe Bäcker und Bäckereifachverkäufer der Öffentlichkeit vorgestellt.
Lehrer der BBS, Mitarbeiter der Bäckerinnung und Auzubildende haben die Berufe Bäcker und Bäckereifachverkäufer der Öffentlichkeit vorgestellt. FOTO: Christoph Strouvelle
Bernkastel-Kues. Die Berufsbildenden Schulen Bernkastel-Kues haben gemeinsam mit der Innung die Berufe des Bäckers und der Backwarenverkäuferin der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Schalterhalle der Sparkasse Mittelmosel Eifel-Mosel-Hunsrück in Bernkastel hatten die Berufsbildenden Schulen Bernkastel-Kues (BBS) als Ort ausgewählt, um gemeinsam mit der Bäckerinnung für das Bäckerhandwerk zu werben.

So bieten Auszubildende zum Bäckereifachverkäufer vor den Bankautomaten den Kunden kleine Brötchen und Quarkbällchen an. Diese haben ihre Kollegen, die den Beruf des Bäckers erlernen, morgens in der Küche der BBS selbst produziert. Daneben zeigen die Auszubildenden, wie man mit Teig Flechtbackwaren produziert.

 „Wir wollen hier das Bäckerhandwerk vorstellen und um Nachwuchs werben“, sagt Olaf Fackler, Geschäftsführer der Bäckerinnung Trier-Saarburg. „Die Leute sollen sehen, wie solche Produkte entstehen“, sagt der Brauneberger Bäcker Karsten Fleury, der an der BBS die Auszubildenden praktisch unterrichtet. „Ich will Dinge vermitteln, die heute nicht mehr jeder machen kann“, sagt er. Zum Beispiel Backwaren ohne Fertigprodukte herstellen. „Man kann Pudding auch selbst kochen“, sagt er. Die BBS verfolge mit der Präsentation an insgesamt zehn Praxistagen in der Öffentlichkeit zwei Ziele, sagt Willi Günther, Schulleiter der BBS: Zum einen soll die Kompetenz der Auszubildenden nach außen gezeigt werden. Zweitens sollen die Bevölkerung für den Nachwuchs sensibilisiert werden. Denn der ist sowohl im Bäckerhandwerk als auch bei den Bäckereifachverkäufern stark rückläufig.

Ein Beispiel: Haben im Schuljahr noch 14 Auszubildende aus dem Landkreis Bernkastel-Wittlich im dritten Lehrjahr die BBS besucht, sind es in diesem Jahr nur noch sechs – aus den Landkreisen Bernkastel-Wittlich, Trier-Saarburg und der Stadt Trier. „Dabei sind Bäcker wie die Metzger zuständig für die Grundversorgung der Bevölkerung“, sagt Günther. „Bäcker ist ein schöner Beruf“, findet Raimund Licht, Obermeister der Bäckerinnung. „Man kann kreativ sein, sieht das Ergebnis, und es riecht auch noch gut“, sagt er.

Bei den Besuchern der Sparkasse kommt die Aktion gut an, sagt Marie Röder aus Wittlich, Auszubildende zur Bäckereifachverkäuferin. „Die Kunden fragen, was wir hier machen und erkundigen sich nach unserem Beruf“, sagt sie. Dass eine Extra-Ausbildung zur Bäckereifachverkäuferin sinnvoll ist, erläutert ihre Kollegin Olivia Wojcik aus Reil: „Wir können Auskunft geben zu Allergenen und Diabetiker zur richtigen Brotauswahl beraten. Dafür ist viel Fachwissen notwendig.“