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Rasen bringt Polizei zur Raserei

Obwohl die Zahl der Unfälle, bei denen Personen zu Schaden kamen, zurückging, hatten die Helfer der Rettungsdienste auch im vergangenen Jahr im Zuständigkeitsgebiet der Zeller Polizeiinspektion - wie hier bei Alf - alle Hände voll zu tun.Foto: Hans-Josef Uhrmacher
Obwohl die Zahl der Unfälle, bei denen Personen zu Schaden kamen, zurückging, hatten die Helfer der Rettungsdienste auch im vergangenen Jahr im Zuständigkeitsgebiet der Zeller Polizeiinspektion - wie hier bei Alf - alle Hände voll zu tun.Foto: Hans-Josef Uhrmacher
TRABEN-TRARBACH/ZELL. (hu) Das Positive der Unfallbilanz 2003 der Polizeiinspektion Zell überwiegt: Erstmals war kein Menschenleben zu beklagen, und die Zahl der Unfälle bei denen Personen zu Schaden kamen, hat sich deutlich verringert.

Nicht angepasste Geschwindigkeit ist nach wie vor Unfallursache Nummer eins auf Deutschlands Straßen. Ein Blick in die Unfallstatistik der Polizeiinspektion Zell und der dazugehörenden Polizeiwache Traben-Trarbach bestätigt den Eindruck. Bei den 899 Unfällen im vergangenen Jahr zählte überhöhte Geschwindigkeit zu den häufigsten Ursachen.Viele der anderen Unfälle dürften das Erleben und Wahrnehmen von Geschwindigkeit verursacht haben. So etwa beim Abbiegen, Wenden oder Rückwärtsfahren, wo die eigene Fahrgeschwindigkeit und die anderer Verkehrsteilnehmer falsch eingeschätzt wurde."Gerade bei der Einschätzung der Geschwindigkeit spielen uns unsere Sinne oft einen Streich. Geschwindigkeiten von über 70 Kilometern pro Stunde werden durch Gewöhnung an die gleichbleibenden Straßen- und Fahrzeuggeräusche sowie die vorbei fliegende Landschaft häufig unterschätzt", versucht Zells Inspektionsleiter Norbert Bidinger eine Erklärung zu geben. Besonders junge Fahrer würden in einen Rausch des Übermuts verfallen. Allein an 266 Unfällen im Jahr 2003 waren junge Fahrer zwischen 18 und 24 Jahre beteiligt - fast ein Drittel des gesamten Unfallaufkommens. Die Gesamtzahl der Karambolagen ist im Vergleich zum Vorjahr gleich geblieben.Erfreulich: Die Zahl der Unfälle, bei denen Personen zu körperlichem Schaden kamen, ist gesunken. Insgesamt wurden 137 Personen (Vorjahr 175) verletzt, davon 41 schwer (Vorjahr 55).Einen leichten Rückgang registrierte die Zeller Polizei auch bei der Anzahl der Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss. Bei 26 Unfällen (Vorjahr 31) stellten die Beamten bei den Beteiligten Fahruntüchtigkeit fest und veranlassten eine Blutprobe.Es gabe einen bedenklich hohen Anteil an Unfallfluchten: 155 an einem Unfall Beteiligte entfernten sich im vergangenen Jahr unerlaubt vom Unfallort. Den Beamten gelang es, jeden dritten Flüchtigen zu ermitteln.Der Anteil der Unfälle mit Wildbeteiligung ist angestiegen: Kam es im vergangenen Jahr zu 200 Kollisionen, so waren es in diesem Jahr 250. Ein besonders reger Wildwechsel herrscht nach Auskunft der Polizei auf der B 421 (Zeller Berg) und der L 98 zwischen Moritzheim und Grenderich. Den entstandenen Sachschaden bei allen Unfällen schätzen die Ordnungshüter auf knapp zwei Millionen Euro.Die Beamten beschlagnahmten 47 Führerscheine wegen Trunkenheitsfahrten und registrierte mehr Fahrer unter Drogeneinfluss: Gingen der Polizei im Jahr 2002 drei Konsumenten ins Netz, so waren es 2003 15. "Diese hohe Trefferquote ist auch auf die gezielte Fortbildung unserer Beamten und dem verstärkten Einsatz der Drogenvortestgeräte zurückzuführen. Der Bekämpfung des Drogenkonsums im Straßenverkehr werden wir uns verstärkt widmen", kündigte der Zeller Dienststellenleiter an.369 Bußgeldverfahren leitete die Polizei im abgelaufenen Jahr ein und sprach über 1000 gebührenpflichtige Verwarnungen aus."Jeder Verkehrsteilnehmer muss seinen Beitrag zu mehr Sicherheit auf unseren Straßen und somit für sein eigenes und das Leben seiner Mitmenschen leisten. Dazu mahnen die Unfallopfer und die teilweise menschlichen Tragödien, die sich hinter den Zahlen verbergen", appellierte Bidinger.