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Infrastrutur
Spezialitäten von der Mosel

Ralf Horstmann hinter der Theke seines neuen Betriebs in der Bernkasteler Alstadt.
Ralf Horstmann hinter der Theke seines neuen Betriebs in der Bernkasteler Alstadt. FOTO: Entwicklungsagentur Bernkastel-Kues
Bernkastel-Kues. Hotelier Ralf Horstmann eröffnet in der Bernkasteler Altstadt einen Regionalladen mit Bistro. Von Clemens Beckmann
Clemens Beckmann

Seit gut einem Jahr versucht die Entwicklungsagentur Bernkastel-Kues in der Stadt einen Regionalladen an den Start zu bringen. Nach Gesprächen mit Produzenten und Anbietern von Lebens- und Genussmitteln aus der Umgebung schien die Realisierung nahe. Gemeinsam sollten die Akteure den Laden stemmen, erläutert Bianca Waters, Geschäftsführerin der Entwicklungsagentur, den Plan.

Von der Struktur her war er vergleichbar mit dem Bernkasteler Fenster. Hier handeln mehrere Händler gemeinsam in einem Geschäft und teilen sich alle Kosten. „Doch leider konnte dies so nicht umgesetzt werde“, berichtet Waters. Die Idee sei begrüßt worden. Es hätten sich aber zu wenige Interessenten gemeldet. Für die sei die Umsetzung zu teuer gewesen.

Ausersehen war ein leer stehender Laden in der Altstadt von Bernkastel. Das mehrstöckige Gebäude gehört dem Ehemann von Hotelier Ralf Horstmann und beherbergt derzeit drei Ferienwohnungen. Horstmann, der zweiter Vorsitzender der Entwicklungsagentur, eines eingetragenen Vereins, ist, habe dann selbst die Initiative ergriffen und die Idee mit dem Laden um ein Bistro erweitert, erläutert Bianca Waters.

Im Angebot sind Spezialitäten aus der Moselregion - Marmeladen, hauseigene Metzgereiprodukte, Käsevariationen und eine Auswahl an Moselweinen: „Bei unseren Produkten achten wir wirklich darauf, dass sie aus der Region kommen. Diese bekommen dann auch unser Prädikat „B&K“ – besonders und köstlich“, verrät Ralf Horstmann. Die Buchstaben B und K könnten auch für Bernkastel und Kues stehen. All das, was es im Laden zu kaufen gibt, kann vor Ort auch im Bistro verkostet werden. „Mit der Zeit will ich das Angebot noch erweitern“, kündigt Horstmann an.

Die Familie habe bisher etwa 400 000 Euro in das Haus in der Nähe der Michaelskirche gesteckt – inklusive Kauf und Einrichtung der Ferienwohnungen. Im Erdgeschoss befinden sich nun auf einer Fläche von 45 Quadratmetern neben einer Theke auch Sitzgelegenheiten für 20 Personen. Die Wände sind mit alten Fotografien von Bernkastel-Kues dekoriert. Weinkisten dienen als Regale. Auf einer Kreidetapete in Schieferoptik werden die Angebote präsentiert.

Horstmann, der aus Köln stammt, betreibt seit fast zehn Jahren in Kues das Hotel Burgblick. Im Jahre 2015 kam das Restaurant Ochs dazu, das sich in den Räumen einer alten Metzgerei befindet. Horstmann hat den Betrieb schon mehrfach erweitert und gilt als sehr innovativ.

Bianca Waters ist froh über die Initiative. Die Arbeit der Entwicklungsagentur bestehe unter anderem darin, Leerstände zu verhindern oder leere Läden zu beleben. „Das ist hier gelungen“, sagt sie.