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Riez Open Air lockt 2000 Rockfans nach Bausendorf-Olkenbach

Riez Open Air in Bausendorf-Olkenbach.
Riez Open Air in Bausendorf-Olkenbach. FOTO: Sebastian Gubernator
Bausendorf. Rockfans aus Deutschland, Luxemburg und der Schweiz haben am Wochenende bei Bausendorf das 15. Riez Open Air gefeiert. Knapp 2000 Besucher zählten die Veranstalter. Nennenswerte Notfälle gab es trotz der großen Hitze zunächst nicht. Sebastian Gubernator

Um zum Riez Open Air zu kommen, muss man brüchigem Asphalt folgen, der sich durch den Wald schlängelt, vorbei an Autos, Schafen und zerquetschten Bierdosen. Menschen kommen einem entgegen, Sonnenbrillen, nackte Oberkörper - es ist heiß an diesem Wochenende.

Ron Simon ist schon oben auf dem Festivalgelände, ein junger Mann mit rotem Dreitagebart, Typ Wikinger, er ist einer der Veranstalter des Riez Open Air. "Die Besucherzahlen sind gut, die Stimmung ist perfekt!" Er muss fast brüllen, damit man ihn versteht, die Bühne ist nur ein paar Hundert Meter entfernt.

Am Freitag seien 700 Zuschauer da gewesen, für Samstagabend erwarte man 900 bis 1000. Gab es Notfälle durch Alkohol oder Hitze? "Fast gar nix, einer musste mit einer Rückenprellung ins Krankenhaus. Ansonsten gab es nix Interessantes, habe eben noch mit den Maltesern gesprochen."

Eine Runde über den Zeltplatz: Hier schlägt das Herz des Festivals, hier wird gefeiert, selten auch geschlafen. Ein Typ in Boxershorts läuft zwischen den Zelten herum und löffelt etwas aus einem Kochtopf, er muss aufpassen, dass er nicht über eine der leeren Flaschen stolpert, die im Gras verstreut liegen. Die Besucher eines Festivals begeben sich in einen bewussten Ausnahmezustand.

Zwei Tage ganz normaler Wahnsinn, dann fährt man heim und ist wieder Schüler, Student oder Angestellter.

Wie ist das Riez dieses Jahr? Mal eine Gruppe fragen, zwei Frauen und einen Mann, die auf Klappstühlen um eine Wasserpfeife herum sitzen: "Es ist geil, es ist heiß, das Wetter ist supergeil!" Die Gruppe kommt aus Luxemburg, andere sind aus Holland oder der Schweiz angereist. Eine lokale Veranstaltung ist das Riez längst nicht mehr.

Ein Abstecher zur Bühne, hier spielt gerade Madball, eine Metalband aus New York. Der Blick ins Publikum ist wie eine Sozialstudie: Da sind die Tätowierten, die Haargefärbten, die Biertrinker, Wassertrinker, Mitgröhler und Schweiger. Jeder hat seine eigene Art, sich auf die Musik einzulassen. Ganz vorne, direkt vor der Bühne, gibt es keine Individuen, nur eine große, tobende Menge, die brüllt und Staub aufwirbelt und Bier durch die Luft spritzen lässt. Auch hier also: ganz normaler Wahnsinn. Die Stimmung auf dem 15. Riez Open Air könnte kaum besser sein.

Wer das Festival verlässt, muss wieder über brüchigen Asphalt, wieder vorbei an Autos, Schafen und Bierdosen. Alles wie vorhin. Nur die Ohren sind leicht betäubt.