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Kommunalpolitik
Eine Fürsprecherin benachteiligter Menschen

Sie ist jetzt eine Ansprechpartnerin für behinderte Menschen: Rita Busch.
Sie ist jetzt eine Ansprechpartnerin für behinderte Menschen: Rita Busch. FOTO: privat / Beckmann Clemens
Bernkastel-Kues. Rita Busch ist nun auch ganz offiziell neue Behindertenbeauftragte der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues.
Clemens Beckmann

Über den Sitzungen von Verbandsgemeinderäten liegt nur selten ein Hauch von Spannung. Dass es zu einer geheimen Wahl kommt, sprengt schon den üblichen Rahmen. Die Wahl eines neuen Behindertenbeauftragten für die Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues war ursprünglich auch gar nicht vorgesehen. Rita Busch (CDU) aus Wehlen, die auch Beigeordnete und Gleichstellungsbeauftragte ist, wurde dazu im Dezember 2017 in der Haushaltssitzung der VG ernannt.

Erst hinterher kamen im auf Kreisebene tätigen Beirat für Menschen mit Behinderungen Zweifel an der formellen Gültigkeit dieser Ernennung auf. Um auf der sicheren Seite zu sein, sei eine Wahl  im VG-Rat anberaumt worden, erläutert Leo Wächter, der hauptamtliche Beigeordnete. Und bei der präsentiert die SPD einen Gegenkandidaten, der ebenfalls der CDU angehört: Frank Schäfer aus Bernkastel-Kues. Er ist seit einem Fahrradunfall auf den Rollstuhl angewiesen.

„Rita Busch ist seit vielen Jahren in der Politik tätig, traut sich das zu, ist engagiert und bei den Bürgern akzeptiert“, begründet CDU-Fraktionsvorsitzender Urban Lamberty den Vorschlag.

Rita Busch sei nicht nur als Beigeordnete und Gleichstellungsbeauftragte, sondern auch darüber hinaus noch ehrenamtlich aktiv. Dafür und für ihre Bereitschaft, auch das Amt der Behindertenbeauftragten zu übernehmen, gebühre ihr Dank. „Mit Frank Schäfer haben wir allerdings einen Kandidaten, der im Rollstuhl sitzt und im täglichen Ablauf in ganz besonderer Weise erlebt, wo die Probleme liegen. Er ist gewissermaßen ein Experte in eigener Sache“, argumentiert Reinhard Grasnick.

Der 45 Jahre alte Schäfer ist stellvertretender Vorsitzender des Beirats für Menschen mit Behinderung. Er sei in dieser Funktion immer wieder bei Projekten dabei, in den auch die Belange behinderter Personen berücksichtigt werden müssten. „Dadurch habe ich mir ein gutes Netzwerk aufgebaut“, sagt er.

Die 58 Jahre alte Rita Busch will eine starke Sensibilisierung für die Belange behinderter Menschen vorantreiben. Diese Sensibilisierung sei bei ihr auch vorhanden, weil sie eine behinderte Schwester hat.

Speziell  diese Beziehung mache Rita Busch zur idealen Besetzung. Sie habe ihre  Schwester immer überall hin mitgenommen, sagt Gertrud Weydert (Grüne), die auch Wehlener Ortsvorsteherin ist. „Das hat uns in Wehlen geprägt.“

„Es gibt zwei gute Kandidaten für das Amt“, sagt Johannes Schneider (ÖDP). Rita Busch bringe sich bereits stark ein. Mit Frank Schäfer könne ein weiterer engagierter Bürger  dazu stoßen.

Insgesamt 29 Ratsmitglieder schreiten zur geheimen Wahl. 18 stimmen für Rita Busch, elf für Frank Schäfer. Die vorher nur ernannte Behindertenbeauftragte hat nun auch die formelle Legitimation für ihre neue Tätigkeit.