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Medizin
Mehr Ärzte aufs Land

Die Robert-Bosch-Stiftung unterstützt ein Lokales Gesundheitszentrum in Traben-Trarbach mit 100 000 Euro. Mit dem Geld soll eine Koordinationsstelle geschaffen werden. Von Hans-Peter Linz
Hans-Peter Linz

Die gesundheitliche Versorgung im ländllichen Raum wird zunehmend problematischer. In Traben-Trarbach hat die Dernbacher Gruppe Katharina Kasper deshalb ein Gesundheitszentrum eingerichtet, das über den Zeitraum von zwei Jahren von der Robert-Bosch-Stiftung mit 100 000 Euro gefördert wird. Das teilte die Dernbacher Gruppe  in Traben-­Trarbach mit. Bislang sind in dem Haus  bereits Fachärzte, ein Informationszentrum und eine gynäokologische Praxis untergebracht. In Zukunft soll das Haus um ein  Lokales Gesundheitszentrum erweitert werden.

„Die Gesundheitsversorgung ist besonders im ländlichen Raum nicht mehr zukunftssicher,“ erläutert Elisabeth Disteldorf, Geschäftsführerin der Katharina Kasper GmbH, im Pressegespräch.  Nach  Analysen des Sachverständigenrats gebe es Megatrends wie Überalterung, infrastrukturelle Schrumpfung und die Gefahr der gesundheitlichen Unterversorgung. „Wir müssen neue Wege suchen und beschreiten, um die medizinische und pflegerische Versorgung auch zukünftig auch wohnortnah gewährleisten zu können,“ sagt Disteldorf. Deshalb hatte sich die Gruppe, der auch das Krankenhaus in Zell angehört, bei der Robert-Bosch-Stiftung um eine Förderung für ein Pilotprojekt beworben.

 Mit dem Geld soll in Traben-Trarbach eine hausärztliche Versorgung und eine Wohnmöglichkeit für Senioren geschaffen werden. Das Geld dient dabei der Finanzierung einer „Kümmerer“-Stelle, die älteren Menschen helfen soll, zum Beispiel häusliche Pflege oder ärztliche Versorgung zu organisieren. Außerdem sind im zweiten Obergeschoss des Hauses zwölf Zimmer  für ältere Menschen vorgesehen, die dort wohnen können.

Zudem sollen Versorgungsassistenten angesiedelt werden, die den Hausärzten  im Vorfeld Informationen über die Patienten mitteilen. Ein weiterer Teil des Geldes soll dazu dienen, das Projekt wissenschaftlich zu begleiten sowie Erfahrungen in der Einrichtung eines Lokalen Gesundheitszentrums zu sammeln und weiterzugeben. „Die Zeiten des Landarztes, der von sieben Uhr morgens bis acht Uhr am Abend im Einsatz war, sind vorbei,“ sagt Karl-Heinz Simon, Bürgermeister der benachbarten Verbandsgemeinde Zell. Deshalb müsse man neue Wege mit flexiblen Arbeitszeiten und Beschäftigungsverhältnissen gehen. Marcus Heintel, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach, begrüßt das Projekt: „Wir sehen uns ein wenig als Vorreiter in der Entwicklung im Kreis. Das Problem ist ja in vielen Landkreisen im ländlichen Raum ähnlich. Wir haben bereits 2016 mit einem Gesundheitszentrum hier angefangen. Das ist für uns auch ein Standortmarketing.“