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Römisches Kastell entdeckt - Archäologe: sensationeller Fund

 Die Burg Landshut wurde wahrscheinlich auf den Mauern eines römischen Kastells gebaut. TV-Foto: Ursula Quickert
Die Burg Landshut wurde wahrscheinlich auf den Mauern eines römischen Kastells gebaut. TV-Foto: Ursula Quickert
Bernkastel-Kues. Bei der Sanierung der mittelalterlichen Burgruine Landshut in Bernkastel-Kues (Kreis Bernkastel-Wittlich) haben Archäologen nach eigenen Angaben einen sensationellen Fund gemacht. Sie stießen auf die Reste des ersten römischen Kastells an der Mosel, das mit Funden belegbar ist.

Das sagte Archäologe Karl-Josef Gilles vom Rheinischen Landesmuseum Trier am Mittwoch in Bernkastel-Kues. Die Anlage sei offenbar eine von mindestens 19 Bergbefestigungen, die etwa Anfang des 4. Jahrhunderts oberhalb der Mosel angelegt worden seien, um die Kaiserresidenz in Trier zu schützen. "Es ist ein Sensationsfund", sagte Gilles. Denn mit der Entdeckung des "Princastellum" sei der Ort gefunden worden, der bisher nur aus der antiken Literatur bekannt gewesen sei. Damit könne die Stadtgeschichte neu geschrieben werden, sagte Gilles. 1991 hat Bernkastel-Kues 700-jähriges Bestehen gefeiert. Jetzt gehe es um 1700 oder 1800 Jahre. Das "Princastellum" soll namensgebend für Bernkastel gewesen sein. Die Stadt will die Funde der Öffentlichkeit zugänglich machen. Mit Hilfe von Schautafeln, multimedialen Elementen und einem Theaterstück soll die Geschichte den Menschen nahe gebracht werden. Jörg Lautwein vom Mosel-Gästezentrum sagte: "Die Funde steigern die Attraktivität der Burg enorm und auch die Straße der Römer wird dadurch enorm aufgewertet." (dpa/mai)
Geschichte der Burg Landshut