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Rollende Restaurants sind ein Ärgernis

So sieht es in der Hochsaison oft in Bernkastel-Kues aus: Auf dem Busparkplatz drängen sich die Gefährte. Foto: TV-Archiv/Clemens Beckmann
So sieht es in der Hochsaison oft in Bernkastel-Kues aus: Auf dem Busparkplatz drängen sich die Gefährte. Foto: TV-Archiv/Clemens Beckmann
BERNKASTEL-KUES. Tagesgäste, die mit dem Bus anreisen, stehen oft in der Kritik. Sie lassen kein Geld vor Ort und verpflegen sich auch selbst, heißt es. Leichtfertig verzichten will in der Stadt aber niemand auf sie. Von unserem Redakteur <br>CLEMENS BECKMANN

Qualität oder Quantität, hochwertiger Individual-Tourismus oder Billigschiene, Exklusivität oder Rummel? Die Stadt Bernkastel-Kues hat ein Luxusproblem, das andere Städte gerne hätten.Fakt ist, dass gerade in der Hochsaison (September, Oktober) und an langen Wochenenden die Stadt aus allen (Fahrzeug-)Nähten platzt. Der Busparkplatz unterhalb des Verwaltungsgebäudes der Verbandsgemeinde ist dann schnell belegt, die nachfolgenden Busse suchen freie Plätze und behindern den übrigen Verkehr. Mit Argwohn wird außerdem beobachtet, dass manche Busse zu rollenden Restaurants werden und sich die Passagiere vor den Gefährten zum Mahl niederlassen. Der Ausschuss für Tourismus, Stadtentwicklung, Kultur und Kur hat den Versuch einer Lösungsfindung unternommen. Ausgelöst hat die Diskussion Ausschuss-Mitglied Stefan Krebs, der auch Vorsitzender des "Gastronomischen Spiegels" ist. "Die Busse blockieren Parkplätze in 1a-Lage für Stunden. Zudem wird die Schwarzgastronomie gefördert", heißt es in einem Schreiben von Krebs an Stadtbürgermeister Wolfgang Port. Die Gastronomen seien nicht gegen Bustourismus, sondern nur für eine "wirtschaftliche und sinnvolle Lösung", betonte Krebs. Andere Tourismus-Hochburgen, zum Beispiel Rothenburg ob der Tauber zeigten, dass dies möglich ist. Krebs hatte auch einen Lösungsvorschlag parat: "Ein Aus- und Einstieg vor der Verbandsgemeinde mit einem verbundenen Busparkplatz, zunächst auf dem Forumsplatz, würde eine sinnvolle Alternative sein." In die Zukunft gesehen sei es wünschenswert, auf dem Kueser Werth Parkmöglichkeiten für Busse zu schaffen. Krebs: Image der Stadt steht auf dem Spiel

Passiert in dieser Hinsicht nichts, schwant Krebs nichts Gutes: "Das Image der anvisierten Qualitätsstadt könnte unter dem heiteren Würstchen- und Kaffee-Verkauf vor den Toren Bernkastels leiden." Passiert doch etwas, könne die Stadt profitieren. "Weitere Parkplätze am Bernkasteler Moselufer würden frei werden – vielleicht für Gäste, die entsprechend mehr Geld in der Stadt lassen."Die Diskussion, die sich daraus entwickelte, teilte das Gremium in zwei Lager. Während ein Teil diesen Weg mitgehen will und auch keine Nachteile für die Altstadt befürchtet, macht sich der andere Teil, in erster Linie andere Gastronomen und Einzelhändler, Sorgen, dass mancher Busreisende dann nicht mehr den Weg zu ihnen findet: entweder, weil er den Weg über die Brücke scheut oder gleich in Kues bleibt. Das Gremium diskutierte beispielsweise darüber, ob der Busbahnhof in Bernkastel mitbenutzt werden kann, oder ob am Gestade im Bereich zwischen Brücke und VG-Verwaltungsgebäude Busspuren eingerichtet werden können. Eine Lösung, wo die Busse parken können, erwuchs daraus aber nicht. Der Forumsplatz steht zwar leer, soll aber wohl doch nicht herangezogen werden. "Weil er nicht dafür gebaut wurde", wurde mehrfach geäußert. Es war keine Überraschung, dass eine Einigung ausblieb. Die Thematik sei vielschichtig, hieß es, und eine Entscheidungsgewalt hat der Ausschuss sowieso nicht. So soll nun eruiert werden, ob sich Studenten der Fachhochschule Trier in einer Semester- oder Diplomarbeit der Thematik annehmen können.