| 17:37 Uhr

Schnecke Meme bringt alle zum Lachen

Der Puppenspieler Michael Schneider (rechts) und sein russischer Partner Andrej Zaslavskij zeigen nach der Aufführung den kleinen Besuchern die Figuren.Foto: Gerda Knorrn-Belitz
Der Puppenspieler Michael Schneider (rechts) und sein russischer Partner Andrej Zaslavskij zeigen nach der Aufführung den kleinen Besuchern die Figuren.Foto: Gerda Knorrn-Belitz
TRABEN-TRARBACH. (G.K.-B.) Seit 25 Jahren gibt es die Harzer Puppenbühne, einen Familienbetrieb aus Osterode. Edeltraud und Peter Schneider sowie ihre Kinder Alexandra und Michael erfreuen mit ihren Stücken kleine Zuschauer in ganz Deutschland, von der Ostsee bis Bayern und von Aachen bis Cottbus.

Erstmalig gastierte die Tournee-Bühne nun in Traben-Trarbach, und in der Konrad-Adenauer-Realschule erlebten die Kinder "Das tapfere Schneiderlein", frei nach den Gebrüdern Grimm in fünf Akten mit fünf verschiedenen Bühnenbildern. Aus Lindenholz sind die markanten Köpfe der Puppen geschnitzt, Mutter Edeltraud Schneider hat die Kostüme geschneidert und Sohn Michael schlüpft an diesem Nachmittag in alle Figuren. Er ist der Schneidermeister Jockel Zwirn, der Riese Rummelbumm, König und Prinzessin, Kasper, ein zweiter Riese und die Schnecke Meme, die in den Pausen die Kinder unterhält, während Schneiders Assistent, der aus Moskau stammende Andrej Zaslavskij, die Kulissen verändert. 50 Minuten lang ist da dauernd was los, und die kleinen Zuschauer blicken gebannt auf die Puppenbühne, freuen sich mit dem Schneiderlein, fürchten den Riesen und frohlocken schadenfroh. Während die Erwachsenen herzhaft lachen, quietschen die Kinder vor Vergnügen und ahnen kaum, dass der 24-jährige Michael Schneider alle Rollen selber spricht. Bereits mit vier Jahren stand er das erste Mal auf der Bühne, "ich war das Rumpelstilzchen", erinnert er sich lachend. Später sang er den Hänsel in der Märchenoper von Engelbert Humperdinck. Das Talent wurde ihm in die Wiege gelegt, schon die Großeltern waren Schauspieler und mit seinen Eltern und der Schwester tritt Michael Schneider nicht nur als Puppenspieler auf, sondern unterhält in Kurorten die Gäste mit volkstümlichen Komödien. Zehn verschiedene Stücke für die Puppenbühne hat die Familie im Repertoire, einige schreiben sie auch selbst und alle Texte beherrschen sie auswendig. Die Kulissen hat Michael Schneider gemalt. Andrej Zaslavskij möchte auch einmal Puppenspieler werden, und bei Familie Schneider geht er sozusagen in die Lehre. In der Konrad-Adenauer-Realschule assistiert er seinem Partner und darf eine Figur führen. Viel Arbeit steckt hinter einem solchen Auftritt, die Kinder werden aktiv in das Geschehen mit einbezogen und haben einen Mordsspaß. Besonders angetan sind sie auch von der Schnecke Meme mit ihrem markanten Schneckenlaut. Den machen die kleinen Zuschauer noch nach, als die Puppenspieler schon längst ihre Sachen wieder einpacken und sich auf den Weg zum nächsten Auftrittsort machen.