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Freizeit
Altertümchen im Schatten der Klosterkirche

Verkäufer Erwin Hees nimmt mit Maximilian einen Stoffhund genau unter die Lupe. 
Verkäufer Erwin Hees nimmt mit Maximilian einen Stoffhund genau unter die Lupe.  FOTO: Christina Bents
Bengel/Springiersbach. Seit mehr als 30 Jahren findet in Springiersbach einmal im Jahr ein Flohmarkt zur finanziellen Unterstützung der Konzerte statt. Von Christina Bents

Für Flohmarktfans aus der gesamten Region ist Springiersbach ein Begriff. Einmal im Jahr sind rund um die Kirche Stände aufgebaut, an denen man von der Münze  über Geschirr, Kleidung, Schuhe, Dekorationsartikel, Bücher, Postkarten, Maschinen, Schmuck und Spielzeug bis hin zu Zinkwannen oder Möbelstücken alles kaufen kann. In diesem Jahr sind rund 180 Stände aufgebaut. Damit ist Gerd Vockensperger, Vorsitzender des Musikkreises Springiersbach, der den Markt veranstaltet, zufrieden. Er sagt, während er verschiedene Freunde und Bekannte persönlich begrüßt: „Vor zwei Jahren waren es 205 Händler, so viele hatten wir noch nie. Bei Regen sind es etwa 100 Verkäufer, da sind heute etwa 180 in Ordnung.“ Die Verkäufer sind an diesem Tag sehr zuversichtlich, was die Geschäfte angeht. „Das Wetter ist sehr gut, es ist ein breites Angebot da und die Leute scheinen in Kauflaune. Es ist schon gut angelaufen heute Morgen“, berichtet Manuela Kläs, Standbetreiberin.

Und das sieht man auch. Ein kleiner Junge läuft stolz mit seinem eben gekauften Spieltraktor durch die Straße  und erklärt seiner Mutter die einzelnen Funktionen genau. An einem Stand sieht man zwei Männer im Gespräch, die sich eine goldene Taschenuhr  ansehen. Schallplatten werden gezielt gesucht, und bei den Postkarten die Motive und Poststempel betrachtet. An einem Kicker, der zum Verkauf steht, probieren zwei Männer aus Salmtal ihr Können aus. Ob sie ihn tatsächlich kaufen, wissen sie aber noch nicht. „Es wäre schon cool, einen Kicker zu Hause zu haben, aber da müsste ich erst mit meiner Freundin sprechen, wo wir ihn hinstellen können. Mal sehen“, meint einer der beiden vielsagend.

An einem der nächsten Stände ist man schon ein Stückchen weiter. Ein altes Bahnschild hat einen Interessenten gefunden. Jetzt wird über die Lackierung gesprochen und der Verkäufer misst das Schild aus, damit der Sammler einen entsprechenden Platz dafür aussuchen kann. Einige verkaufen ihre Waren nicht für sich selbst, sondern für einen guten Zweck.

Haushaltswaren und Schmuck gibt es bei einer jungen Frau, die für ein Kinderheim in Bolivien sammelt. Für den Erfolg des Flohmarkts, es kommen jedes Jahr zwischen 10 000 bis 12 000 Besucher, macht Gerd Vockensperger die Atmosphäre in Springiersbach verantwortlich. Er erklärt: „Wissen Sie, es ist hier trotz der vielen Menschen, immer noch gemütlich. Die Leute kommen entweder von den Parkplätzen zu Fuß oder mit dem Bus und können hier durchschlendern. Die Kirche und das viele Grün tragen dazu bei, dass die Menschen hier entspannen.“ Viele Kunden und Händler kommen seit Jahren. Sie wissen schon, was sie erwartet und freuen sich auf Freunde, Bekannte, praktische und schöne Waren, und merken sich den Termin fürs nächste Jahr im Kalender vor.