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Silbern blinkender Chrom und goldener Wein

Weit mehr als 1000 Harley-Davidson-Fahrer treffen sich beim Ürziger Weinfest. TV-Foto: Holger Teusch
Weit mehr als 1000 Harley-Davidson-Fahrer treffen sich beim Ürziger Weinfest. TV-Foto: Holger Teusch
Ürzig. Dröhnende Motoren, Männer in schwarzer Leder-Kluft, blinkender Chrom - und Wein. Das Harley-Davidson-Treffen im Rahmen des Ürziger Weinfests, das am vergangenen Wochenende zum 14. Mal stattfand, ist mittlerweile Kult - genauso wie die legendäre Motorradmarke.

Ürzig. "Potato-Potato", das typische Motorengeräusch einer Harley Davidson, ist in Ürzig allgegenwärtig. 1380 der Kult-Motorräder sind laut Ortsbürgermeister Arno Simon beim 14. Harley-Davidson-Treffen an der Mosel zu bestaunen. Der Rahmen: das von Sport-, Musik- und Gesangverein organisierte Weinfest. Das Motto: "Harley und Wein". Nach dem ersten Eindruck passt die Kombination nicht zusammen. "Man denkt bei Harley Davidson eher an Bier und Jack Daniels", sagt Albert Strucken. Doch der Mann vom Niederrhein, der mit seiner Ehefrau Petra in Trittenheim Urlaub macht, lässt sich wie etwa 1000 weitere Zaungäste von der Atmosphäre anstecken: "Viele nette Leute, viele Harleys, dazu leckeren Wein - was will man mehr?" "Es ist genau das, was hier mal gemacht werden musste", sagt auch Albert Hübner aus Burgen.
Schwarze Leder-Kluften, Totenköpfe und andere martialische Zeichen der Harley-Fans lassen zwar Zweifel aufkommen, aber "alles ruhig", vermeldet Simon am letzten Festtag. Auch Unfälle habe es beim Korso entlang der Mosel mit einem Zwischenstopp in Wittlich nicht gegeben. "Es wird sehr diszipliniert gefahren", sagt Simon.
Träume gehen in Erfüllung


Dass Harley-Davidson-Fahrer friedliche Zeitgenossen sind, bestätigt Eddy Schueremans, alias "Uncle Eddy". "Alle Harley-Fahrer sind eine große Familie. Überall, wo wir uns treffen, sind wir Freunde. Die Leute haben oft eine falsche Vorstellung", sagt der 51-jährige Belgier. Ihr Motorrad ist für viele Harley-Fahrer die Erfüllung eines Traums. "Ich habe mit einem Moped angefangen. Jetzt bin ich alt genug, um endlich Harley zu fahren", erzählt Dirk Harwel (58) aus Mayen lachend. Es sei ein bisschen Selbstverwirklichung durch die Landschaft zu cruisen, meint Waldemar Alef (55). "Wenn man bei schönem Wetter durch die Gegend fährt, die Bauern haben das Gras gemäht, man riecht das Heu, das macht einfach Spaß", erklärt der Kölner.
Spaß haben auch die neue Ürziger Weinkönigin Karina Wächter und ihre Prinzessinnen Rebecca und Selina Schmitz. Zur Krönungsfeier werden sie mit Harleys chauffiert. teu