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Sonnensittich trifft Vogelspinne

Luise Öffling und Rosemarie Cremer beobachten die lebhaften Vögel in ihrer Voliere.Foto: Nora John
Luise Öffling und Rosemarie Cremer beobachten die lebhaften Vögel in ihrer Voliere.Foto: Nora John
DREIS. (noj) Üppige Grünpflanzen, Vögel in allen Farben des Regenbogens, Schlangen und Spinnen: Es war fast eine andere Welt, die die Besucher an diesem Wochenende in der Dreyshalle betraten. Bei der Vogel- und Exotenschau herrschte Urwaldatmosphäre.

Oliver Schneider hat nicht nur einen Vogel, sondern zirka 60. Das verbindet ihn mit den anderen Mitgliedern des Vogelzuchtvereins, die nun ihre Tiere in der Dreyshalle ausstellten. Sittiche, Papageien, Finken oder Kanarienvögel zwitscherten, pfiffen oder schimpften durcheinander und schafften damit eine unüberhörbare Geräuschkulisse. "Alles deutsche Nachzuchten", sagt Oliver Schneider, der die Ausstellung organisiert hat. Importe aus den Ursprungsländern, bei denen viele Tiere zu Schaden kommen, sind für die Vogelzüchter im Kreis Bernkastel-Wittlich deshalb kein Thema. Welche Vielfalt bei den Züchtungen erreicht werden kann, wird beim Blick in die Volieren deutlich. Da sind Sittiche in Pastellfarben, Kanarienvögel mit dunklen Hauben, die etwas an die Vorne-Kurz-Hinten-Lang-Frisuren aus den Siebzigern erinnern. Besonders prächtige Exemplare sind die Sonnensittiche, die allerdings einen Nachteil haben, wie ihr Besitzer Günter Christ erzählt: Die leuchtend gelben Vögel machen einen gewaltigen Lärm. "Da braucht man schon tolerante Nachbarn", sagt der Züchter, der auf dem Land lebt und zirka 40 Papageien und Sittiche in großen Volieren hält. Doch nicht nur Züchter und Vogelbesitzer finden den Weg in die Dreyshalle. Auch bei Laien in Sachen Vogelzucht ist das Interesse groß. Johann Keil ist aus Gransdorf mit seinem Enkel gekommen. "Ich war Landwirt, da steckt das Interesse an Tieren noch drin", begründet er seinen Besuch in Dreis. Günter Streit hat seine Videokamera auf einen Papagei gerichtet. Für ihn sind Vögel und Tiere generell ein beliebtes Motiv. Während die größeren Papageien recht gelassen in ihren Volieren sitzen und sich gut filmen lassen, ist im Käfig der kleinen Zebrafinken richtig Bewegung. Hin und her geht es da, die kleinen Tiere sitzen nicht einen Moment still und hüpfen von Ast zu Ast in ihrem aufwändig geschmückten Käfig. Recht munter geht es auch bei den chinesischen Zwergwachteln zu, die sich zwar am Boden aufhalten, aber dort pausenlos unterwegs sind. Leichtes Schaudern ist bei einigen Ausstellungsbesuchern auch bei den nicht gefiederten Exoten zu bemerken. "Hoffentlich läuft die nicht weg", sagt ein Junge beim Betrachten der großen behaarten Vogelspinne, die in einem Glaskasten sitzt. Und auch die großen Schlangen und zwei Kaimane üben eine gewisse Faszination auf die Besucher aus. Viel Betrieb ist auch im Nebenraum der Halle bei der Vogelbörse. Wer Gefallen an den gefiederten Tieren gefunden hat, kann hier Sittiche oder andere Vögel kaufen. Da gibt es den einfachen Kanarienvogel schon für acht Euro, für einen Alexander-Sittich müssen dagegen schon 100 Euro auf den Tisch geblättert werden.