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Sparkasse
Sparkasse Mittelmosel: Solides Ergebnis mit deutlich weniger Personal

Die Vorstände der Sparkasse Mittelmosel - Eifel Mosel Hunsrück sind zufrieden mit dem Geschäftsjahr 2017.  Von links: Eric Westerheide, Vorsitzender Edmund Schermann, Volker Knotte.
Die Vorstände der Sparkasse Mittelmosel - Eifel Mosel Hunsrück sind zufrieden mit dem Geschäftsjahr 2017. Von links: Eric Westerheide, Vorsitzender Edmund Schermann, Volker Knotte. FOTO: Winfried Simon / TV
Bernkastel-Kues. Sparkasse Mittelmosel - Eifel Mosel Hunsrück sieht sich auf gutem Kurs. Vorstand verteidigt Schließung von 13 Geschäftsstellen. Verwaltungsaufwand konnte im vergangenen Jahr um 2,2 Millionen Euro reduziert werden. Von Winfried Simon
Winfried Simon

2017 war ein schwieriges, ein bewegendes  Jahr für die Sparkasse Mittelmosel - Eifel Mosel Hunsrück. Der Vorstand und der Verwaltungsrat des Geldinstituts mussten Anfang des vergangenen Jahres jede Menge Kritik  einstecken, nachdem 13 Geschäftsstellen geschlossen und 15 Geldautomaten mit Überweisungsterminals abmontiert wurden. Es gab unzählige Protestschreiben, in manchen Ortsgemeinden und Verbandsgemeinden wurden Sondersitzungen anberaumt. Ein Sturm der Entrüstung brach über Vorstand und Verwaltungsrat herein. Doch die Bank blieb bei ihrer Linie. Man müsse jetzt umstrukturieren, sonst sei es bald zu spät, hieß es. Jetzt, ein Jahr später, bewegt sich die Bank wieder in ruhigerem Fahrwasser und Vorstandsvorsitzender Edmund Schermann resümierte am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz: „Unsere damals getroffene Entscheidung war richtig.“

Dass die Sparkasse ein „solides  Ergebnis“ 2017 vorlegen und zuversichtlich in die Zukunft blicken könne, sei auch dieser Maßnahme zuzurechnen.

Ein Blick auf das Betriebsergebnis 2017: Es liegt mit 24,6 Millionen Euro um 1,2 Millionen Euro unter dem des Vorjahres. Aber es könnte noch niedriger sein, denn der Verwaltungsaufwand wurde um 2,2 Millionen Euro auf nunmehr 40,7 Millionen Euro reduziert. Weniger  Filialen bedeuten weniger Personlkosten. Die Mitarbeiterzahl ist innerhalb eines Jahres von 561 auf 518 zurückgegangen. „Es hat aber keine betriebsbedingten Kündigungen gegeben“, sagte Schermann. Er geht davon aus, dass in den kommenden Jahren weiter beim Personal eingespart wird.

Die Sparkasse hat wie alle Geldinstitute mit einem großen Problem zu kämpfen. Wegen der historisch niedrigen Zinsen verdient die Bank in diesem Bereich deutlich weniger. In Zahlen ausgedrückt: Der Zinsüberschuss beträgt 47 Millionen Euro. Das sind vier Millionen Euro weniger als im Vorjahr.

Schermann: „Wir konnten diesen Rückgang aber zu Dreiviertel ausgleichen.“

Trotz der Niedrigstzinsen legen die Leute in der Region immer noch viel Geld auf die hohe Kante. Die Kundeneinlagen sind um 87 Millionen Euro auf 2,12 Milliarden Euro gestiegen. Allerdings stehen 1,2 Milliarden Euro auf Konten und Sparbüchern für die es keine Zinsen gibt, der Rest wird minimal  verzinst.

Angesichts der schlechten Zinssituation investieren die Kunden verstärkt in Wertpapiere. Die Bank konnte daher ihren Provisionsüberschuss erneut steigen. Er beläuft sich auf 18 Millionen Euro.

Sind die Zinsen niedrig, wird mehr Geld ausgeliehen. Das gilt sowohl für die Unternehmen als auch für Privatkunden. Vorstandsmitglied Eric Westerheide: „Die Kundenkredite konnten mit 1,6 Milliarden Euro auf dem hohen Sockel des Vorjahres gehalten werden. Die Neuausleihungen lagen im vergangenen Jahr bei 266 Millionen Euro. Dazu haben sowohl das rege gewerbliche Kreditgeschäft als auch die Baufinanzierungen positiv beigetragen.“

Deutlich positiv mit einem Plus von zwölf Prozent hat  sich das Online-Banking entwickelt. Die meisten Kunden nutzen inzwischen diesen digitalen Service und Kommunikation. Die Sparkasse zählt aktuell 54 633 Kundenkonten mit Online-Banking.

Vorstandsvorsitzender Schermann nahm auch Stellung zu den freigewordenen Immobilien der Sparkasse. Von 14 Gebäuden seien zwölf verkauft, die zwei verbliebenen stünden kurz vor dem Kaufabschluss.