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Spielen im Matsch: Ausdrücklich erwünscht!

Thomas Rosendahl (links), Geschäftsführer der Firma Rosendahl Kanalbau, und Ortsvorsteher Rolf Kröhner (rechts) halten den Plan für den neuen Mehrgenerationenpark. TV-Foto: Christian Moeris
Thomas Rosendahl (links), Geschäftsführer der Firma Rosendahl Kanalbau, und Ortsvorsteher Rolf Kröhner (rechts) halten den Plan für den neuen Mehrgenerationenpark. TV-Foto: Christian Moeris
Bernkastel-Kues/Andel. Hängematten, Seilbahn und Wasserspielplatz: Seit einem Monat laufen die Bauarbeiten am Mehrgenerationenpark in Andel. Der Lauf des Goldbachs, der sich durch den Park schlängelt, wurde verändert und das Flussbett stellenweise renaturiert. Wenn die Arbeiten im Frühjahr enden, soll die ehemals verwilderte Fläche zum Anziehungspunkt für Jung und Alt werden. Christian Moeris

Bernkastel-Kues/Andel. Eine mit Brombeergestrüpp verwilderte sumpfige Wiese: So habe die zehn Hektar große Grünfläche nahe des Andeler Ortskerns bis vor Kurzem ausgesehen, sagt Ortsvorsteher Rolf Kröhner. Doch seit Beginn der Bauarbeiten für den Mehrgenerationenpark Anfang September hat sich auf der verwilderten Grünfläche entlang des Goldbachs viel getan.
Spielgeräte schon geliefert


Die vom Stadtrat Bernkastel-Kues beauftragte Firma hat schon viel Gestrüpp entfernt. Auch ein Kiesweg, der entlang des Bachlaufs auf einer Strecke von 400 Metern durch den neuen Park führen soll, ist stellenweise schon begehbar.
"Die Spielgeräte sind auch schon geliefert", sagt Kröhner. Mitarbeiter des städtischen Bauhofs werden sie in den nächsten Tagen aufbauen. Damit haben die Stadtangestellten viel zu tun, denn die Einkaufsliste war lang: Eine Tischtennisplatte, ein Trampolin, eine Seilbahn, eine Vogelnestschaukel, Balancierseile und viele weitere Attraktionen sollen den kleinen Bürgern von Andel demnächst zur Verfügung stehen.
Mit dem Goldbach solle auch das Spielen in der Natur gefördert werden, sagt Kröhner. Bauarbeiter haben stellenweise wieder ein annähernd natürliches Flussbett ausgebaggert. Der ansonsten begradigte Bach schlängelt sich dort wieder durch die Wiese. Die breiten und seichten Flussabschnitte sollen Kinder dazu einladen, Dämme zu bauen und im Matsch zu spielen. Fitnessgeräte, wie man sie üblicherweise in solchen Parks finde, seien von der Bevölkerung abgelehnt worden. Kröhner: "Die gibt es ja in jedem Fitnessstudio." Abgesehen von einer Bank mit Beinbewegern gibt es daher für das ältere Publikum keine speziellen Angebote im Park - außer den Ruhebänken.
Mit den landschaftlichen Arbeiten und dem Aufbau der Spielgeräte schaffe man jedoch erst mal nur eine Grundausstattung, so Kröhner. "Mit der Zeit sieht man dann erst, was man noch braucht." Dabei hofft der Ortsvorsteher auch auf das Engagement der Einheimischen. "Eltern könnten zum Beispiel einen Kletterparcours mit Baumstämmen aus unserem Forst bauen, oder Weidenhäuschen flechten."
Bei der weiteren Ausgestaltung des Parks sei die Kreativität der Bürger gefragt. Die Bauarbeiten sollen im November abgeschlossen werden. Kröhner: "Wenn im Frühjahr der neue Rasen eingesät ist, können wir den Park eröffnen."Extra

Der Bernkastel-Kueser Stadtrat hatte den Bau des Andeler Mehrgenerationenparks im April 2012 beschlossen. Die Anlage samt den Spielgeräten kostet 120 000 Euro. Das Land beteiligt sich mit 15 000, die EU fördert die Anlage mit 40 000 Euro. Zudem solle die Investition mit dem Verkauf eines rund 70 000 Euro teuren Grundstücks gegenfinanziert werden, auf dem der alte und marode Kinderspielplatz liege, erklärt Ortsvorsteher Kröhner. Damit sei der Bau des Parks im Stadtteil Andel mit seinen 800 Einwohnern für die Stadt beinahe kostenlos. cmo