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Stadtentwicklung
In ein paar Jahren flanieren hier die Fußgänger

Anspruchsvolles Projekt: Die Moselstraße in Traben-Trarbach soll zu einer Flaniermeile umgestaltet werden. Passanten sollen dann Vorrang vor Fahrzeugen haben.
Anspruchsvolles Projekt: Die Moselstraße in Traben-Trarbach soll zu einer Flaniermeile umgestaltet werden. Passanten sollen dann Vorrang vor Fahrzeugen haben. FOTO: klaus kimmling
Traben-Trarbach. Der Traben-Trarbacher Stadtrat hat entschieden: Die Moselstraße bildet nach dem geplanten Umbau einen Teil eines quasi neuen Viertels. Fast alle Kurzzeitparkplätze müssen weichen. Von Clemens Beckmann
Clemens Beckmann

Wer mit einem Fahrzeug in der Trarbacher Moselstraße unterwegs ist, fährt Schlangenlinien – auch wenn er, was er ja auch sein sollte, stocknüchtern ist. Die Parkbuchten sind links und rechts versetzt angeordnet. Das ist gewollt, denn die Geschwindigkeit soll reduziert werden. Und das soll auch so bleiben. Allerdings wird das mit umfangreichen Arbeiten verbunden sein. Wie berichtet werden die wichtigsten Straßen im Stadtteil Trarbach in den kommenden Jahren saniert.

Die Moselstraße ist eine von ihnen – und eine der besonders wichtigen. Denn hier gibt es eine Reihe von Geschäften und Lokalen. Und deshalb, so der Plan, soll hier eine Flaniermeile entstehen.

Die Passanten sollen Vorrang haben. Die Fahrbahn wird schmäler, die Gehwege werden breiter, die Höchstgeschwindigkeit wird auf 20 Stundenkilometer begrenzt. So ist zumindest der Plan von Diplom-Ingenieur Roland Kettering (BBP-Stadtplanung Kaiserslautern). Dem stimmt der Stadtrat auch grundsätzlich zu.

Die Moselstraße steht dabei nicht alleine. Mit der weitgehend verkehrsfreien Brückenstraße, dem irgendwann umgestalteten Platz an der Verbandsgemeindeverwaltung und dem Kirchplatz, der ebenfalls umgewandelt wird, soll eine Achse entstehen, die dem eng bebauten Stadtteil mehr Flair und Charme verleiht.

Es verwundert nicht, dass die Parkplatzsituation noch einmal aufgegriffen wird. Jürgen Kullmann (FWG) fragt, ob nicht doch einige Kurzzeitplätze, in erster Linie vor der Postagentur, bestehen bleiben könnten. „Wir haben nicht um einen Kurzzeitparkplatz vor der Post gekämpft“, sagt Hubertus Keselheim (CDU). „Nicht weil wir ihn nicht wollen, sondern weil er keinen Sinn macht“, führt er aus. „Die Moselstraße soll eine Einheit werden.“

Die Belieferung der Geschäfte und das Be- und Entladen vor Wohnungen und Häusern müsse möglich sein, sagt Frank Assion (SPD/FDP). Absperr-Elemente und Poller müssten so konstruiert sein, das sie leicht zu entfernen sind.

„Dauerhaftes Parken ist künftig in der Moselstraße nicht mehr erwünscht“, macht er die Sicht des Rates deutlich. „Wir sind davon überzeugt, dass ein Verzicht auf die platzfressenden Kfz-Stellplätze letztlich allen, also auch den Geschäftsleuten und Anwohnern, zu Gute kommen wird“, sagt Assion. Die Aufenthaltsqualität werde sich ganz einfach verbessern.

Der Stadtrat wisse aber auch, dass die Bauarbeiten eine „Saure-Gurken-Zeit“ für die ansässigen Betriebe und die Bürger würden. Deshalb sei es noch wichtiger etwas „Nachhaltiges“ zu schaffen und der Trarbacher Innenstadt „Identität, Lebendigkeit und Unverwechselbarkeit“ zu geben. Zumindest im unteren Teil der Moselstraße sollen, so der Wunsch der Stadt, drei Kurzzeitparkplätze erhalten bleiben. „In fünf Jahren, wenn alle Straßen fertig sind, reden wir noch einmal über die Parkplätze“, verspricht Stadtbürgermeister Patrice Langer (SPD).

Apropos Bauzeit: Ursprünglich sollte sie in der Moselstraße im November 2020 beginnen und im September 2022 enden. Allerdings klappt es bereits mit dem Beginn des großangelegten Projektes nicht. Nach Auskunft von Frank Thullen, Leiter des Bauamtes der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach, verschiebt sich der Baubeginn in der Schottstraße. Dort sollte es im November los gehen. „Die Firma ist noch nicht so weit“, erläutert Thullen. Die Verschiebung habe aber keine Auswirkung auf die folgenden Projekte, sagt Thullen.