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Stadtsanierung
Traben-Trarbacher Lebensader ist während der Hauptsaison dicht

Die Moselbrücke mündet im Stadtteil Traben in die Poststraße. Brücke, Poststraße und Bahnstraße sollen in diesem Jahr saniert werden.
Die Moselbrücke mündet im Stadtteil Traben in die Poststraße. Brücke, Poststraße und Bahnstraße sollen in diesem Jahr saniert werden. FOTO: Winfried Simon / TV
Traben-Trarbach. Die Moselbrücke in Traben-Trarbach wird von April bis Oktober saniert und muss in dieser Zeit voll gesperrt werden. Im Stadtteil Traben werden zur gleichen Zeit wichtige Straßen aufgerissen. Von Winfried Simon
Winfried Simon

Eigentlich sollte es laut Tagesordnung nur eine Mitteilung sein. Doch auf Antrag  der CDU-Fraktion wurde das Thema am Montagabend als Tagesordnungspunkt in der Sitzung des Stadtrates Traben-Trarbach behandelt. Aus guten Gründen, denn die anschließende ausführliche Diskussion, an der sich zahlreiche Ratsmitglieder  beteiligten, zeigte dann: Das Thema hat allergrößte Brisanz. Die Moselbrücke in Traben-Trarbach wird von April bis Oktober saniert und in dieser Zeit muss diese wichtige Verbindung zwischen den Stadtteilen für den Verkehr komplett gesperrt werden. Fußgänger und Radfahrer dürfen allerdings die Brücke benutzen. Doch damit noch nicht genug. Gleichzeitig wird die sich auf der Trabener Seite der Brücke anschließende Poststraße, die Richtung Rissbach führende Bahnstraße und die sich anschließende Wilhelmstraße bis etwa zur der Baustelle, wo einst die Kellerei Richard Langguth stand und jetzt ein großer Wohnkomplex entsteht, aufgerissen.

Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) Trier wird die Straßendecken erneuern, gleichzeitig werden die Werke der Verbandsgemeinde Traben-Trar bach punktuell zahlreiche Kanäle sanieren.

Die Stadtratsmitglieder reagierten überrascht und verärgert über diese umfangreichen Baumaßnahmen während der touristischen Hauptsaison. Sören Risse, Sprecher der Grünen, sprach von einer „Zumutung“, Jürgen Cullmann von der FWG-.Fraktion erklärte: „Ich verstehe nicht, warum man die Brücke voll sperren muss. Eine halbseitige Sperrung müsste doch auch möglich sein. Die Brücke ist die Lebensader  der Stadt.“ CDU-Sprecher Hubertus Kesselheim hält eine gleichzeitige Sperrung der Brücke sowie der Poststraße, Bahnstraße und Wilhelmstraße für katastrophal und der erste Beigeordnete Hajo Weinmann, der die Sitzung für den sich im Urlaub befindenden Stadtbürgermeister Patrice Langer leitete, stellte fest: „Dann wird Traben-Trarbach lahmgelegt.“

Weinmann wies auf die Nachteile für den Tourismus hin. Weinmann: „Die Traben-Trarbacher werden ihre Wege schon finden, aber die Touristen werden große Probleme bekommen.“

FWG-Sprecher Edgar Koch sieht den LBM als Hauptschuldigen der „miserablen Planung“. Koch: „Muss man sich vom LBM alles gefallen lassen? Das ist eine Unverschämtheit.“

Einig ist man sich im Stadtrat, dass mit dem LBM noch ernste Gespräche geführt werden müssen. Anja Bindges (SPD) will zum Beispiel wissen, ob es einen Plan für die Rettungsdienste geben wird.

Schließlich beschloss der Stadtrat nach einer langen und leidenschaftlich geführten Debatte auf Antrag der CDU-Fraktion einstimmig dem LBM einen Forderungskatalog zuzuleiten Es müsse gewährleistet sein, dass in dieser Zeit eine für die Bürger erträgliche Verkehrsführung gewährleistet sei.

Der Beschluss, formuliert von CDU-Sprecher Kesselheim, im Wortlaut: „Der Stadtrat sieht eindeutig, dass die Baumaßnahmen in Traben-Trarbach, wenn sie ein halbes Jahr den Verkehr lahmlegen, existenziell für beide Stadtteile sind. Die Baumaßnahmen sind so zu koordinieren, dass die Sperrung der Brücke und Poststraße zunächst nur bis zur Einmündung zur Straße „Am Bahnhof“ erfolgen darf. Die weiteren Baumaßnahmen Poststraße/Bahnstraße dürfen erst erfolgen, wenn die anderen Maßnahmen beendet sind beziehungsweise die Brücke wieder befahrbar ist.“

Ferner beschloss der Stadtrat zur nächsten Sitzung des Stadtrates Vertreter des Landesbetriebs Mobilität Trier einzuladen. Die Bevölkerung soll außerdem frühzeitig über eine „intelligente Verkehrsplanung“ informiert werden.

Über die Schäden an der Brücke hatte der Trierische Volksfreund bereits im Juli des vergangenen Jahres berichtet. Der LBM teilte seinerzeit mit, dass die nach der Instandsetzung entstandenen Schäden am Korrosionsschutz der Stahlkonstruktion, Betonabplatzungen an der Fahrbahn und dem Gehweg beseitigt werden müssten sowie einzelne Fugen instand zu setzen seien. Dies werde etwa 170 000 Euro kosten. Der LBM rechnete mit einer Bauzeit von maximal vier Monaten. Eine vollständige Sperrung sei in dieser Zeit nicht nötig, so die Aussage. Eine halbseitige Sperrung und eine Ampelregelung reichten aus. Wann das geschehe, sei noch offen.

Gestern war vom LBM keine Stellungnahme zum aktuellen Stand zu erfahren.

Der Baumaßnahme Moselbrücke, Poststraße, Bahnstraße und Wilhelmstraße folgt der Ausbau der Schottstraße in Trarbach. Diese Arbeiten sollen sich mindestens eineinhalb Jahre hinziehen.

Im Stadtteil Trarbach werden außerdem ab dem Jahr 2021 die Grabenstraße, Weiherstraße und die Enkircherstraße ausgebaut. Auch dort müssen die VG-Werke zusätzlich Kanäle sanieren beziehungsweise erneuern. Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach, Marcus Heintel, sagte auf der Stadtratssitzung: „In den kommenden Jahren geht hier richtig die Post ab.“