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Stimmgewaltige "russische Seele" in Veldenz

Der Donkosaken-Chor Wanja Hlibka riss die Zuhörer in der vollbesetzten evangelischen Pfarrkirche Veldenz zu Begeisterungsstürmen hin. Foto: Marita Blahak
Der Donkosaken-Chor Wanja Hlibka riss die Zuhörer in der vollbesetzten evangelischen Pfarrkirche Veldenz zu Begeisterungsstürmen hin. Foto: Marita Blahak
VELDENZ. Die 14 Männer des Donkosaken-Chores Wanja Hlibka ließen die evangelische Pfarrkirche wahrhaft erbeben. Mit stehenden Ovationen feierten die Zuhörer im vollbesetzten Gotteshaus den Weltklassechor. ARRAY(0x12a36d40)

Sie sind in den großen Konzertsälen der Welt zu Hause, im kleinen Veldenz waren die Zuhörer nicht minder hingerissen vom enormen Klangvolumen der russischen Sänger des Original-Donkosaken-Chores, die auf ihrer Deutschland-Tournee auch an der Mosel Station machten. Es war ein seltener Hörgenuss für die Moselaner, der eindrucksvoll die Stimmgewalt des Chores demonstrierte. Die Sänger brachten sowohl solistisch als auch im Chor ausdrucksstark ihr kraftvolles wohltönendes "körpereigenes Instrument" zu Gehör. Das Programm umfasste sowohl sakrale Gesänge aus der russisch-orthodoxen Kirche als auch bekannte und beliebte russische Volksweisen wie "Abendglocken", die "Zwölf Räuber" oder "Kalinka". Der Chor ist einzig legitimierter Nachfolger der Original-"Don-Kosaken" unter Leitung von Serge Jaroff, der 1985 verstarb. Als ehemaliger jüngster Solist in diesem weltberühmten Chor übernahm Wanja Hlibka nach Jaroffs Tod die Leitung. Das Repertoire entspricht dem des Originalchores, wobei es sich ausschließich um Partituren aus Serge Jaroffs privater Musikbibliothek handelt. Unzählige Gruppierungen hätten versucht, sich den Namen "Donkosaken" zu Eigen zu machen, erklärt Sänger Iouri Jour im TV-Gespräch. "Mit Konzerten auch in kleineren Orten wollen wir einem breiten Publikum zeigen, was den Originalchor zu Weltruhm brachte", sagte Jour und zeigte sich beeindruckt von der Begeisterung des Veldenzer Publikums. Die Kirche erwies sich als Konzertraum mit hervorragender Akustik, in dem die "russische Stimmgewalt" kraftvoll widerhallte. Vom tiefsten Bass bis zu glockenhellen Tenören artikulierten die Sänger tiefes religiöses Empfinden und auch die besondere "russische Seele" in den Volksweisen. Bei dem allseits bekannten "Kalinka" zogen sie noch einmal alle Register ihrer kultivierten Stimmgewalt. Worte können die Begeisterung der Zuhörer kaum beschreiben, die stehend dem Chor Bravo-Rufe und frenetischen Beifall zollten. "Fantastische Stimmen", bemerkte das konzert- und opernerfahrene Ehepaar Ingrid und Wolfgang Weißbach aus Andel. "Ein stimmgewaltiges Erlebnis", zollte Heinz Kohlbacher, selbst Mitglied im Bernkasteler Männerquartett, den Sängern großen Respekt. Und als die 14 Männer in ihrer dunklen Kosakenkleidung und ihrer typischen Gesangshaltung mit den Händen am Gürtel die Zugabe "Ich bete an die Macht der Liebe" anstimmten, mischte sich beim Publikum in die Begeisterung auch stille Rührung und Andacht.