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„Tatütata, die Annenberger Helfer sind da!“

FOTO: Marita Blahak
Monzelfeld. Ganz normale Bürger helfen der Freiwilligen Feuerwehr Monzelfeld bei Einsätzen. Und das hat auch einen besonderen Grund. Marita Blahak

Wenn die Freiwillige Feuerwehr Monzelfeld ihre alljährliche Übung auf dem Annenberg macht, dann kann sie mit der vollen Unterstützung der Bewohner rechnen. Bei diesen Einsätzen wird für den Ernstfall geprobt. Wehrführer Rainer Schommer weist die freiwilligen Helfer in die sogenannte "Ersthilfe" ein.

Noch herrscht sonntägliche Ruhe in der idyllisch, zwischen Wald und Wiesen gelegenen Siedlung Annenberg, einem Ortsteil von Monzelfeld. Zwölf Häuser und rund doppelt so viele Bewohner leben hier. Es ist kurz vor neun Uhr, ein Traktorengeräusch durchbricht die Stille. Sein erstes Ziel ist ein roter Kasten in der Mitte des Ortes. Dort lagert Einsatzmaterial für die Wasserentnahme bei einem Brandeinsatz.

"Tatütata, die Annenberger Helfer sind da". Mit diesem Ruf macht sich eine Gruppe Annenberger mitsamt sieben Schläuchen und Gerätschaften zum Hydranten am Eingang des Dorfes. Die Freiwillige Feuerwehr Monzelfeld macht ihre Jahresübung. Die Annahme: Ein Waldbrand gefährdet ein nahestehendes Wohnhaus. Noch bevor die Feuerwehr eintrifft, leisten Annenberger Bürger Ersthilfe.

"Wir sind sehr froh über dieses Bürgerengagement", sagt Rainer Schommer, Wehrführer in Monzelfeld. "Der Anfahrtsweg von Monzelfeld zum Annenberg ist im Falle eines Brandeinsatzes recht lang, da ist es eine große Hilfe, wenn die Bürger bereits Vorarbeit geleistet haben", bekräftigt er. Die Vorgehensweise ist eingeübt: Die freiwilligen Helfer rücken mit ihrem Material an, öffnen den Deckel des Hydranten, drehen das Standrohr auf den Sockel, schließen die Schläuche an, setzen das Strahlrohr auf das Schlauchende. Und mithilfe eines Schieberschlüssel wird das Wasser aufgedreht. Dann heißt es "Wasser marsch".

Auch der Hinterbach ist inzwischen mit der Hilfe von Bürgern an einer Stelle gestaut, sodass die Feuerwehr dort mittels angeschlossener Pumpe Wasser entnehmen kann. Dies alles werde in einem "Kraftakt" vor Ort anlässlich der Feuerwehrübung regelmäßig trainiert, damit im Ernstfall alles reibungslos verlaufen könne, sagt Schommer. Und ein kleinerer Brand kann so auch in Eigeninitiative gelöscht werden.

Seit Anfang der 1990er Jahre sind die Bewohner für ihren Annenberg "Feuer und Flamme". "Der damalige Erst-Hilfe-Vorschlag von Stefan Kritten wurde in Absprache mit den anderen Bewohnern und der Freiwilligen Feuerwehr Monzelfeld gerne umgesetzt", bestätigt Schommer. Ein roter "Ersthilfe"-Gerätekasten wurde installiert und kann im Ernstfall mit einem Schlüssel rasch geöffnet werden. "Zur Bedingung haben wir damals gemacht, dass wir die Bewohner regelmäßig schulen, damit sie den genauen Ablauf beherrschen", erklärt der Wehrführer. Die Ersthilfe sei sehr sinnvoll, "denn wenn die Wehrleute eintreffen, sind die ersten Schläuche bereits gelegt, und wir können unsere Pumpe dann dazwischen hängen".

Für Kritten als Initiator bedeutet dieses Bürgerengagement auch eine Wertschätzung der Wehrleute, die ihre Arbeit freiwillig tun zum Wohle der Allgemeinheit. Und der gemeinsame Hilfe-Einsatz fördere auch den Zusammenhalt der Bewohner. Mit Feuer und Flamme dabei sind auch die 14-jährige Janina und ihre zwölfjährige Schwester Katharina. Und als Belohnung mit dem Feuerwehrauto eine Runde drehen zu dürfen, ist für die beiden Mädchen das Größte.