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Traben-Trarbach
Startschuss für schlaue Stadt

Die Doppelstadt will SmartCity werden.
Die Doppelstadt will SmartCity werden. FOTO: Klaus Kimmling
Traben-Trarbach. Modellprojekt: Traben-Trarbach wird digital vernetzt.
Clemens Beckmann

Der englische Begriff smart steht ins Deutsche übersetzt für intelligent, gewitzt oder schlau. Smart City kann also schlaue Stadt heißen.

Das klingt gut: Wer würde nicht gerne in einem solchen Ort wohnen. Die Traben-Trarbacher können demnächst behaupten in einer solchen Stadt zu leben – zuerst einmal für circa 18 Monate, vielleicht aber auch länger.

Der Stadtrat hat fast einstimmig beschlossen ein entsprechendes Angebot von Innogy, einer Tochtergesellschaft des Energieversorgers RWE, anzunehmen. Damit ist der Weg zum Smart City Modell-Ort frei.

Die Pläne von Innogy sehen eine umfassende digitale Vernetzung vor. Einer der wichtigsten Punkte ist die Installation eines öffentlichen WLAN-Netzes. Das war auch der ursprüngliche Wunsch der Stadt. Bei der Planung sei dann klar geworden, dass sich Traben-Trarbach wegen der räumlichen Dimension für ein umfassenderes Konzept eigne, hatte Innogy-Kommunalbetreuer Marco Felten bereits im April im Stadtrat gesagt (der TV berichtete).

Nun soll ein Säulensystem entstehen. Es könnte Umweltsensoren enthalten, Bewegungsprofile erstellen, den Parkraum überwachen und freie Parkplätze melden. Es soll Ladestation für Elektrofahrzeuge und Notrufauslöser sein. Und es könnte Informationen und Werbung transportieren.

Das alles soll die Stadt in der Testphase nur etwa 10 000 Euro kosten. Die übrigen Installations- und Beriebskosten übernimmt Innogy. Eine Frage kreist um den Datenschutz. Das war auch bei einer, allerdings schlecht besuchten, Bürgerversammlung im August der Fall. Der sei gewährleistet, sagen die Innogy-Vertreter. Die erhobenen Daten bei den Bewegungsprofilen seien anonym.

„Ob der Datenschutz eingehalten wird, kann ich nicht beurteilen “, sagt Ratsmitglied Sören Risse (Grüne). Eine weitere kleine Kritik von ihm: Vor allem die Besucher der Stadt sollten diese doch eigentlich betrachten ohne andauernd auf das Handy oder Smartphone zu schauen. Anders gehe der Erlebniswert verloren. Das müsse jeder selbst für sich entscheiden, erwidert Hannelore Reuter-George (FDP).

Es gehe jetzt erst einmal um die Testphase. Wähernd dieser oder hinterher sei immer noch Zeit für mögliche Fragen, sagt Carsten Augustin (SPD).

Einige der Installationen würden noch einige Zeit in Anspruch nehmen, sagen die Innogy-Vertreter. Das öffentliche WLAN-Netz könne aber voraussichtlich schon beim publikumsträchtigen Mosel-Wein-Nachts-Markt genutzt werden.

Die gewonnenen Daten aus dem Vielfach-Angebot seien auf andere Städte übertragbar, sagen die Innogy-Vertreter. Und so entstehe der Modellcharakter. Vertreter anderer Kommunen würden sich in der Testphase den Gang der Dinge vor Ort anschauen und erläutern lassen. „Ich glaube, dass wird ein tolles Projekt“, sagt Stadtbürgermeister Patrice Langer.