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Kommunales
Traben-Trarbach wünscht sich ein Gewerbegebiet

Traben-Trarbach. Der Haupt- und Finanzausschuss berät über neue Wirtschaftsstandorte und die Zusammenarbeit mit Bernkastel-Kues. Von Hans-Peter Linz
Hans-Peter Linz

 Die zukünftige Entwicklung der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach bestimmte die Diskussion in der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses, in dem Vorlagen für Beschlüsse beraten werden, über die der Verbandsgemeinderat in der folgenden Sitzung beschließt.  Eine dieser Vorlagen trug den Titel „Interkommunales Gewerbegebiet entlang der B 50 neu im Bereich Irmenach/Kleinich“. Darin ging es um einen Grundsatzbeschluss, einen sogenannten „Letter of Intent“ (Absichtserklärung) zur interkommunalen Zusammenarbeit mit der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues.

Dort wurde in den vergangenen Monaten nach Arealen für Gewerbe- und Industrieparks gesucht, da das Landesentwicklungsprogramm IV fordert, dass Gewerbegebiete zukünftig  zentral ausgewiesen werden sollen, um die Zersiedelung der Landschaft zu verhindern. Nachdem ein Planungsbüro in Trier das gesamte Gebiet untersucht hatte und auf Ausschlusskriterien wie Umweltschutz und Naturschutzgebiete geprüft hatte, blieben nur noch zwei größere Areale übrig: Maring-Noviand an der Grenze zur Verbandsgemeinde Wittlich-Land und Irmenach/Kleinich, das mit 17 Hektar auf der Gemarkung Kleinich (VG Bernkastel-Kues) und mit 67 Hektar auf der Gemarkung Irmenach-Beuren liegt, insgesamt also 84 Hektar reine Nutzfläche bietet.

Seitens der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues wird derzeit die Ausweisung und Genehmigung für das Gebiet bei Maring-Noviand vorangetrieben (der TV berichtete mehrfach). Dabei betonte der Erste Beigeordnete der VG Bernkastel-Kues, Leo Wächter, jedoch auch, dass das Gebiet an der Grenze zu Traben-Trarbach ebenfalls eine Option sei, die wahrgenommen werden müsse.

Das sehen auch die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses in Traben-Trarbach so, weshalb sie ihrem Verbandsgemeinderat empfehlen, dem Grundsatz einer interkommunalen Zusammenarbeit der beiden Verbandsgemeinden zuzustimmen und VG-Bürgermeister Marcus Heintel dazu zu legitimieren, den dafür nötigen Letter of Intent gemeinsam mit der VG Bernkastel-Kues zu unterzeichnen und die entsprechenden gEspräche aufzunehmen. Dazu soll als erster formaler Schritt ein Raumordnungsverfahren durchgeführt werden.

Der Standort erstreckt sich über die beiden Verbandsgemeinden und hat eine moderate Hangneigung von sechs Prozent. Schutzgebiete seien keine vorhanden, zudem befänden sich 95 Prozent der Flächen im Bereich der Gemarkung Irmenach-Beuren bereits im Eigentum der Gemeinde. Durch die A 60 von Bitburg bis Wittlich und über die Weiterführung der B 50 neu sei, so der Letter of Intent, „eine hervorragende Erreichbarkeit des oben genannten Gebietsraumes“ gesichert.

Für Marcus Heintel hat dieses Projekt Priorität: „Es macht Sinn, über die Standorte nachzudenken, wir müssen sehen, was für ein Gewerbe wir dort ansiedeln wollen.“

Auch Hajo Weinmann, Mitglied im Ausschuss, betont die Bedeutung des Projekts: „Es ist lebensnotwendig, dass da was passiert. Das ist höchst notwendig. Wir müssen den Betrieben Flächen anbieten können und aufpassen, dass unsere Partnergemeinde nicht aussteigt.“