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Unglück
Eine Stadt steht unter Schock

Traben-Trarbach/Trier. Nach dem tödlichen Motorboot-Unfall in Traben-Trarbach ermittelt die Staatsanwaltschaft. In der Stadt herrscht große Betroffenheit. Von Hans-Peter Linz
Hans-Peter Linz

Es war der zweite tödliche Unfall in Folge: Am vergangenen Wochenende wurde zum zweiten Mal ein Fahrer beim traditionellen Motorboot-Rennen in Traben-Trarbach bei einem Unfall tödlich verletzt. Erst vor zwei Jahren starb der Pilot Massimo Rossi bei dem Rennen. Er hatte die Kontrolle über sein Boot verloren, wurde aus dem Fahrzeug geschleudert und hatte sich damals beim Aufprall schwerste Kopfverletzungen zugezogen.

Im jüngsten Fall hat nun die   Staatsanwaltschaft Trier ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet. Wie Triers Leitender Oberstaatsanwalt Peter Fritzen mitteilt, sei das der übliche Gang der Dinge bei nicht natürlichen Todesfällen. Das Verfahren soll neben der Unfall- und Todesursache auch klären, ob es Anhaltspunkte für ein mögliches Fremdverschulden am Tod des 54 Jahre alten Fahrers gibt.

Nach bisherigen Erkenntnissen war am Samstag das Rennboot des lettischen Fahrers wenige hundert Meter nach dem Start in Traben-Trarbach aus unklarer Ursache vom Wasser abgehoben und auf dem Dach gelandet. Ein direkt dahinter fahrendes Boot fuhr mit voller Wucht auf. Bei dem Unfall erlitt der 54-Jährige tödliche Verletzungen. Beide Boote wurden sichergestellt. Ein technischer Gutachter soll nun die Boote untersuchen. Wie lange das dauern wird, ist noch unbekannt. Fritzen spricht davon, dass die Untersuchungen eine „voraussichtlich geraume Zeit“ in Anspruch nehmen.

Die Menschen in Traben-Trarbach stehen unter Schock. Patrice Langer, Stadtbürgermeister von ­Traben-Trarbach, sagt: „Das ist menschlich tragisch. Es ist kein risikoloser Spor, und die Familie des Fahrers tut mir unheimlich leid. Ich zumindest froh, dass nicht über die Ursache spekuliert wird, wie damals beim Tod von Massimo Rossi. Ich bin froh, dass jetzt nicht so viel gedeutelt wird.“

2016  erhob der italienische Rennverband schon kurz nach dem Unglück Vorwürfe gegen den Veranstalter, die aber nach Klärung des Falls gegenstandslos wurden. Langer: „Der Veranstalter hat wieder sehr viel Arbeit in das Projekt gesteckt, viel Herzblut.  Jetzt muss die Staatsanwaltschaft ihre Arbeit machen.“

Marcus Heintel, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach, äußert auch seine Betroffenheit: „Natürlich fällt es auch mir schwer, nach dem wiederholten tödlichen Ausgang des Motorbootrennens die richtigen Worte zu finden. Es ist tragisch und menschlich katastrophal, für den Fahrer selbst und natürlich seine Familie und Angehörigen in erster Linie. Es ist aber auch für den Veranstalter Ingo Kaspari und sein Team sowie den Deutschen Motoryachtverband eine ganz schwierige Situation. Ich habe beiden direkt noch am Sonntag geschrieben und dazu ermutigt, die Veranstaltung weiterzuführen.“

Heintel betont die Attraktivität und den hohen touristischen Stellenwert des Motorbootrennens.  Der Veranstalter habe dieses Event in den letzten Jahren mit viel Engagement und Einsatz wieder aufgebaut und daraus ein anerkanntes und gut organisiertes Rennen entwickelt,  das in der Rennszene und auch aus touristischer Sicht ein Highlight sei.

Wie es mit dem Motorbootrennen weitergeht, ist noch unklar. Der Veranstalter teilt auf seiner Homepage mit: „Der Veranstalter, die Rennteams, die zahlreichen Helfer sowie alle an der Veranstaltung beteiligten Personen sind in tiefer Trauer. Unsere Gedanken sind bei der Familie und Bekannten des Verstorbenen.“