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Ungewöhnliche Finanzierung für Anbau

Schlechtes Wetter kann den Enthusiasmus der ehrenamtlichen Bauhelfer in Monzelfeld nicht bremsen. TV-Foto: Ursula Schmieder
Schlechtes Wetter kann den Enthusiasmus der ehrenamtlichen Bauhelfer in Monzelfeld nicht bremsen. TV-Foto: Ursula Schmieder
In Monzelfeld nimmt derzeit ein Gemeinschaftsprojekt Konturen an, an dessen Realisierung vier Ortsvereine entscheidenden Anteil haben. Zusammen mit engagierten Bürgern erweitern sie die Bürgerhalle um einen 350 Quadratmeter großen Anbau. Die Gemeinde wird das voraussichtlich nur 60 000 Euro kosten.

Monzelfeld. Vereinsmitglieder und Monzelfelder Bürger stemmen derzeit ein beachtliches Projekt. Gemeinsam spucken sie in die Hände, um möglichst rasch und für die Gemeinde kostengünstig ihre Bürgerhalle um einen Mehrzweckraum zu ergänzen. Binnen weniger Wochen haben sie giebelseitig eine 350 Quadratmeter große Bodenplatte gegossen und Wände gemauert. Die Raumaufteilung ist bereits erkennbar: Nach vorne raus entsteht ein Proberaum für den Musikverein, an der Rückseite eine Lagerhalle für den Heimatverein. Der Theatergruppe fehlt es seit Jahren an Platz. Zwischen den Räumen sind zwei Abstellräume und eine Toilette geplant.

Heimatverein gibt 50 000 Euro



Das Erstaunliche an dem Anbau ist, dass er die Gemeinde, Eigentümer von Halle und Grundstück, nur 60 000 Euro kosten soll. Den größeren Teil des einschließlich einer "Muskelhypothek" mit 125 000 Euro kalkulierten Vorhabens steuern Heimat-, Musik-, Karnevals- und Gesangverein bei.

Den größten Brocken übernimmt der Heimatverein, der den Bau des Lagerraums mit 50 000 Euro unterstützt.

Unabhängig davon beteiligen sich die mitgliederstarken Vereine - Heimat-, Musik- und Karnevalsverein - mit je 5000 Euro am Bau des Gesamtkomplexes. Die Ehrenamtlichen sind derart motiviert, dass die Baustelle selbst bei Regen nicht ruht. Schließlich wollen sie das selbst gesteckte Ziel erreichen, im Herbst dort einziehen zu können.

Laut Detlef Hauch, der im Vorfeld eine Machbarkeitsstudie erstellt hatte, steht bereits der Termin für das Richtfest: Samstag, 21. Mai. Der Dachstuhl ist bereits geordert und soll Anfang April geliefert und montiert werden. Für Mitte April ist die Eindeckung des Daches vorgesehen. "Für einen kommunalen Bau ging das recht flott", kommentiert Hauch zufrieden den bisherigen Baufortschritt.

Ermöglicht haben das viele fleißige Handwerker und Helfer, die dort unentgeltlich aktiv sind. Alle zusammen hätten bisher 750 Stunden ehrenamtlich gearbeitet, berichtet Hauch, der über die gemeinschaftlichen Einsätze akribisch Buch führt. Hochgerechnet mit einem Stundensatz von 40 Euro sei das ein für die Gemeinde erwirtschafteter Mehrwert von 30 000 Euro. Bisher hätten rund 40 Personen mit angepackt - davon seien drei oder vier praktisch immer mit dabei.

Doch nicht nur die engagierten Helfer haben laut Hauch entscheidenden Anteil am bisherigen Ergebnis. Auch der Ortsgemeinderat habe dazu beigetragen: "Der Rat hat die Dringlichkeit erkannt und das Vorhaben relativ schnell durchgeboxt." Erste Gespräche habe es nämlich erst im Januar 2010 gegeben. Wesentlich war der Wunsch, den Anbau möglichst schnell und günstig zu realisieren. Ein schlüsselfertiger Bau hätte sicher 250 000 bis 270 000 Euro gekostet, schätzt Hauch. Die Ausgaben mit nach unten gedrückt hatte die ebenfalls unentgeltlich übernommene Planung für den ohne Zuschüsse in Angriff genommenen Bau. urs