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Unwetter
Unwetter: Tödlicher Unfall und Verwüstungen

Bei dem Unfall auf der  Hunsrückhöhenstraße stirbt eine junge Frau, fünf weitere Insassen in beiden Autos wurden teils schwer verletzt.
Bei dem Unfall auf der  Hunsrückhöhenstraße stirbt eine junge Frau, fünf weitere Insassen in beiden Autos wurden teils schwer verletzt. FOTO: TV / Klaus Kimmling
Morbach/Bernkastel-Kues/Traben-Trarbach. Eine 17-jährige Beifahrerin stirbt nach einem Zusammenstoß auf der Hunsrückhöhenstraße. Die mögliche Ursache: Aquaplaning. Polizei und Feuerwehren im  Hunsrück, in der Eifel und an der Mosel sind im Dauereinsatz.
Clemens Beckmann

Riesige  Regenmengen sind in der Nacht zum Freitag im Hunsrück, an der Mosel und in der Eifel niedergegangen. Sie waren möglicherweise auch Ursache eines tragischen Verkehrsunfalls bei Morbach. Eine 17-jährige Frau wurde dabei getötet.

Kurz vor 5 Uhr fuhr ein Autofahrer hinter Morbach auf der B 327 (Hunsrückhöhenstraße) in Richtung Flugplatz Hahn. Ihm kam ein Autofahrer entgegen. Auf dem dreispurigen Teilstück in der Nähe der Esso-Tankstelle stießen beide Fahrzeuge aus  unbekannter Ursache zusammen.

Vermutlich, so die Polizei, kam der in Richtung Flugplatz Frankfurt-Hahn fahrende Wagen infolge Aquaplaning auf die Gegenfahrbahn. In diesem Auto wurden drei Insassen verletzt, davon zwei schwer und ein Mensch leicht.

In dem entgegenkommenden Auto wurden zwei Personen einge-
klemmt, sie mussten von der Feuerwehr befreit werden. Trotz sofortiger notärztlicher Reanimation starb die 17-jährige Beifahrerin aus Biebern (Verbandsgemeinde Simmern) noch an der Unfallstelle.

Alle Verletzten wurden in Krankenhäuser nach Trier und Hermeskeil gebracht.  Die B 327 musste mehrere Stunden voll gesperrt werden. Der Verkehr wurde umgeleitet. Im Einsatz waren das DRK, der Notarzt, die Freiwillige Feuerwehr Morbach und Beamte der Polizeiinspektion Morbach. Ein Gutachten soll die genaue Unfallursache klären.

Gegen 2 Uhr in der Nacht war ein Blitz in die Turmspitze der Kapelle in Morscheid-Riedenburg eingeschlagen und löste ein Feuer aus. Die Feuerwehren Morbach und Hoxel waren mit rund 40 Einsatzkräften und sieben Fahrzeugen vor Ort und löschten den Brand. Nach ersten Schätzungen entstand ein Schaden im unteren fünfstelligen Bereich.

Wie in anderen Regionen gab es auch im Hunsrück in der Nacht zum Freitag Gewitter mit heftigen Regenfällen. Bis auf den Blitzeinschlag sei aber alles glimpflich abgelaufen, hieß es aus der Polizeiinspektion in Morbach.

Auch an der Mittelmosel hat es in der Nacht zu Freitag ausgiebig und teils sehr stark geregnet. Dazu machte sich ein Gewitter breit. Im Bereich Zeltingen-Rachtig waren einige Straßen nach Angaben der Polizei mit Schlamm bedeckt. Mitarbeiter der Straßenmeisterei waren im Dauereinsatz.

Zwischen Burg und der Reiler Brücke mussten Winzer Schäden beseitigen, die das Unwetter in Weinbergen hinterlassen hatte. Durch die starken Niederschläge wurde Erde auf die Bundesstraße geschwemmt. Teilweise wurden die erst vor wenigen Wochen gepflanzten Reben freigespült. Die B 53 zwischen Zeltingen-Rachtig und Graach musste für einige Stunden gesperrt werden. Erdreich war aus den Weinbergen abgeschwemmt worden und hatte die Straße unpassierbar gemacht. Die Straßenmeistereien hatten alle Hände voll zu tun, um die Schlammmassen zu beseitigen. Auch mehrere Keller liefen voll – unter anderem in Rachtig und in Kommen. Hier waren die Feuerwehren gefordert. Nach Angaben der Polizeiinspektion Bernkastel-Kues stand das Telefon in der Nacht nicht still.

Rund um Wittlich waren bei dem Unwetter in der Nacht mehrere Bäume umgefallen: auf der K 36 zwischen Hetzerath und Naurath, auf der L 50 zwischen Arenrath und Bruch und bei Landscheid-Burg. Die B 49 zwischen Bausendorf und Kinderbeuern war nach Angaben der Polizei kurzzeitig wegen Überflutung gesperrt. Die Straßenmeistereien waren an allen Brennpunkten im Einsatz. In Dorf und Neuerburg waren ebenfalls Keller voll gelaufen.

Noch schlimmer traf es die Eifel und die Region Trier,  dort vor allem die Orte Fellerich, Temmels, Wawern und Könen (Verbandsgemeinde Konz).

Es gab mehrere Hangrutsche, überflutete Straßen und vollgelaufene Keller. Überall reichte das Kanalsystem  für die Wassermenge nicht aus. Bis zu 70 Liter Regenwasser pro Quadratmeter waren innerhalb kürzester Zeit auf die Orte niedergeprasselt, Allein in Könen und Tawern waren die Feuerwehren an 50 Stellen im Einsatz.

 Im gesamten Kreisgebiet Trier-Saarburg mussten die Helfer 150-mal ausrücken. In Saarburg stand der gesamte Bahnhof etwa einen Meter hoch unter Wasser.  Vom Zeltplatz in Könen an der Saar evakuierte die Feuerwehr zehn Camper, verletzt wurde niemand.

Winzer Marco Daun aus Burg beseitigt die Schäden, die das Unwetter in seinem Weinberg angerichtet hat. Boden wurde abgeschwemmt und die erst vor wenigen Wochen gepflanzten Reben wurden teilweise freigespült.
Winzer Marco Daun aus Burg beseitigt die Schäden, die das Unwetter in seinem Weinberg angerichtet hat. Boden wurde abgeschwemmt und die erst vor wenigen Wochen gepflanzten Reben wurden teilweise freigespült. FOTO: TV / Winfried Simon
Die B 53 zwischen Zeltingen-Rachtig und Graach musste am Freitagmorgen für einige Stunden gesperrt werden. Erdreich war aus den Weinbergen abgeschwemmt worden. Die Straßenmeistereien hatten alle Hände voll zu tun, um die Schlammmassen zu beseitigen.
Die B 53 zwischen Zeltingen-Rachtig und Graach musste am Freitagmorgen für einige Stunden gesperrt werden. Erdreich war aus den Weinbergen abgeschwemmt worden. Die Straßenmeistereien hatten alle Hände voll zu tun, um die Schlammmassen zu beseitigen. FOTO: TV / Winfried Simon