| 18:11 Uhr

Feste
Veldenzer feiern wieder unterm Dach

Das Zelt ist beim Festkommers am Freitagabend gut gefüllt.
Das Zelt ist beim Festkommers am Freitagabend gut gefüllt. FOTO: Christoph Strouvelle
Veldenz. Die Besucher des 65. Weinfestes freuen sich über die Rückkehr ins Festzelt. Besucher heben die intimere Atmosphäre und die Nähe zu den anderen Feiernden hervor. Neues gibt es beim historischen Umzug. Von Christoph Strouvelle

Nach 13 Jahren wieder im Zelt: Das Jubiläums-Weinfest in Veldenz an der Mosel ist bei seiner 65. Auflage mit der 40. Oldtimer­sternfahrt wieder an seine Wurzeln zurückgekehrt. Denn in den vergangenen Jahren haben die Veldenzer unter freiem Himmel in der Ortsmitte gefeiert.

Doch die Jugend habe sich an den Festausschuss der Gemeinde gewandt mit der Bitte, das Fest wieder in einem Zelt auszurichten, sagt Ortsbürgermeister Norbert Spross. Das hat die ausrichtende Gemeinde schon vor große Aufgaben gestellt, sagt er. „Ein Zeltfest ist ein Kraftakt, der gestemmt werden muss.“

Doch dieser Aufwand hat sich offenbar gelohnt. Denn beim Festkommers am Freitagabend, bei dem die ehemalige Weinprinzessin Michelle I. die Nachfolge der abgetretenen Weinkönigin Susanne I. angetreten hat, ist das Zelt gut gefüllt. „Es ist für mich etwas Besonderes, in einem Zelt gekrönt worden zu sein“, freut sich die neue Weinkönigin. Veldenz feiere so unter einem Dach. „Der Wunsch der Jugend und die Erfahrung der Älteren bereiten uns ein unvergessliches Fest“, sagt sie. „Ihr seid die Botschafterinnen für das, was die Mosel ausmacht. Hier ist Heimat, Erholung und Urlaubsort“, würdigt Schirmherrin Carina Konrad, Mitglied des deutschen Bundestags, die neu gekrönte Weinkönigin und ihre Weinprinzessinnen Nina und Christina.

Unter anderem haben mehr als 40 Weinmajestäten an diesem Abend den Weg ins Festzelt gefunden, darunter die Moselweinkönigin Katrin Hegner und eine Weinkönigin aus Luxemburg. Doch nicht nur viele Weinmajestäten, auch viele Veldenzer und Gäste, die mit ihren Oldtimern nach Veldenz gekommen sind, sind beim Kommers vor Ort. Dabei haben die hohen Temperaturen die Stimmung im Zelt nicht beeinträchtigt. Nahezu jede Seitenwand haben die Veranstalter geöffnet, damit sich die Hitze nicht staut. „Ab20  Uhr wird es kühler, dann trinkt es sich besser“, sagt Spross. Bereits am Donnerstag, den man erstmals zum Fest hinzugenommen habe, sei das Zelt gut besucht gewesen, sagt der Ortsbürgermeister. Mit der Resonanz in den ersten beiden Tagen ist er sehr zufrieden.

Wie empfinden die Gäste das Fest im Zelt? Die Meinungen sind durchweg positiv. „Hier staut sich die Hitze, es ist aber idyllischer“, sagt die scheidende Weinprinzessin Fee. Und die abgetretene Weinkönigin Susanne hebt hervor, dass die Oldtimer direkt beim Platz seien. „Das ist schöner“, sagt sie. „Das Zelt ist intimer, es macht Gemeinschaft, weil man sich näher kommt“, sagt Dr. Gilbert Haufs-Brusberg. „Das Zelt ist schöner. Es ist nicht so auseinandergezogen“, sagt die Veldenzerin Isabell Dansauer. „Hier ist alles mehr zusammen. Und heiß wäre es im Dorf auch“, sagt Doro Berg.

Steffi und Wolfgang Steiger aus Leipzig kommen mit ihrem Oldtimer seit 15 Jahren nach Veldenz, haben also sowohl die früheren Feste im Zelt als auch die Open-Air-Veranstaltungen der vergangenen Jahre miterlebt. „An das andere hatten wir uns auch gewöhnt, aber im Zelt ist besser“, sagt Steffi Steiger. Und ihr Ehemann ergänzt: „Zum einen ist man vom Wetter unabhängig. Dazu hat man mehr Platz, und die Atmosphäre ist besser.“

Das Zelt führt auch zu einer Neuerung beim historischen Umzug. Denn weil Spross damit rechnet, dass sich die Zuschauer mehr entlang der Strecke verteilen, wird der Zug neben dem üblichen Platz an Rathaus auch in der Nähe des Zeltes moderiert. Zum Oldtimerumzug hätten sich fast 80 Fahrzeuge angemeldet, sagt er. Ergänzt wird die Autoschau durch rund 20 Gruppen des historischen Umzugs, bei dem alle fünf Jahre Gruppen Begebenheiten wie den Erzbergbau thematisieren. Zudem nehmen auch sechs Weinmajestäten aus Orten rund um die Grafschaft mit ihren Festwagen beim Umzug teil.

Eine Gruppe zeigt beim alle fünf Jahre organisierten historischen Umzug eine Veldenzer Adelsgesellschaft aus dem Mittelalter.
Eine Gruppe zeigt beim alle fünf Jahre organisierten historischen Umzug eine Veldenzer Adelsgesellschaft aus dem Mittelalter. FOTO: Christoph Strouvelle