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Vom Dorfschullehrer zum Professor

Für wissenschaftlich aufgearbeitete Heimatgeschichte und Engagement in Kinderbeuern ausgezeichnet: Professor Erwin Schaaf (zweiter von links) mit Fritz Mittendorfer Otto Maria Bastgen, Margot Mittendorfer.Foto: Nora John
Für wissenschaftlich aufgearbeitete Heimatgeschichte und Engagement in Kinderbeuern ausgezeichnet: Professor Erwin Schaaf (zweiter von links) mit Fritz Mittendorfer Otto Maria Bastgen, Margot Mittendorfer.Foto: Nora John
KINDERBEUERN-HETZHOF. Eine ganz besondere Ehre wurde Professor Erwin Schaaf zuteil: Er erhielt für seine besondere Verdienste um die Gemeinden Kinderbeuern und Hetzhof die Ehrenbürgerschaft der Gemeinde. Von unserer Mitarbeiterin <br>NORA JOHN

"Der erste und einzige Ehrenbürger von Hetzhof", mit diesen Worten unterstrich Ortsbürgermeister Fritz Mittendorfer die besondere Bedeutung der Auszeichnung. Mittendorfer erinnerte daran, dass Professor Erwin Schaaf 1954 vor fast 50 Jahren als Dorfschullehrer erstmals nach Hetzhof kam."Die Schüler erzählten nur Gutes von ihm", meinte Mittendorfer. 1960 habe Schaaf seine Tätigkeit als Dorfschullehrer beendet und das Studium der Geschichte, Politikwissenschaft und Philosophie begonnen. Schaaf promovierte 1965 und war später als Professor in Freiburg und in Koblenz tätig."Sie haben Herausragendes geleistet im Beruf", lobte Mittendorfer. Aber auch um die Heimatpflege habe er sich verdient gemacht. Der Ortsbürgermeister erwähnte unter anderem die Mitwirkung bei der Renovierung des "Aale Boahof" und verschiedene Bücher zur Geschichte des Alftales, die Schaaf verfasst hatte. "Ohne ihr Engagement wären diese Zeitdokumente nicht zustande gekommen."Auch Otto-Maria Bastgen, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kröv-Bausendorf, sparte nicht mit der Anerkennung von Professor Schaafs Verdiensten. Er betonte, dass die Ernennung zum Ehrenbürger die höchste Auszeichnung sei, die eine Ortsgemeinde vergeben könne. Die Verdienste von Schaafs seien von allen Parteien des Rates und von allen Bürgern anerkannt worden. Bastgen ging auf einzelne Veröffentlichungen Schaafs ein. das Buch "Geschichte des Kröver Reiches" sei die erste ansprechende Darstellung des ehemaligen karolingischen Krongutes Kröv mit seinen sieben Dörfern. Als Höhepunkt der historisch wissenschaftlichen Arbeit bezeichnete Bastgen das Buch "Springiersbach - von der Augustinerherrenabtei zum Karmeliterkloster" anlässlich der 900-Jahrfeiern im August 2002."Ehrenbürger - das geht mir unter die Haut", schilderte Schaaf seine Empfindung angesichts der Auszeichnung. Er sei immer gern Normalbürger von Kinderbeuern-Hetzhof gewesen. Auf humorvolle Weise schilderte er seine persönliche Geschichte, die ihn nach Hetzhof geführt hatte und ihn dort bleiben ließ.Kinderbeuern als Wahlheimat

Er erinnerte an seine Tätigkeit als Dorfschullehrer mit 56 Kindern von der ersten bis zur achten Klasse. "Aufgeschlossen, lerneifrig und gut erzogen" seien sie gewesen. Sein Schulweg sei damals kurz gewesen, habe aber meist lang gedauert, "weil ich hier und da ein Schwätzchen hielt". Seine spätere Entscheidung, seine Arbeit als Professor von Freiburg nach Koblenz zu verlegen, begründete Schaaf mit dem Wunsch, als mittlerweile Ehemann und Vater von zwei Kindern, in Kinderbeuern zu bleiben.Zu seiner Motivation, sich für die Aufarbeitung der Heimatgeschichte einzusetzen, erklärte Schaaf, man sei ein Glied in der Kette von Generationen. Das Erbe zu verwalten, setze Einsicht in die Vergangenheit voraus. "Meine Wesensart wird diese Ehrung nicht verändern", versprach Schaaf. Er sehe es als Verpflichtung an, nicht nur ein nützliches Mitglied der Gemeinde zu sein, sondern dem Ort auch nach außen hin Ehre zu machen.Begleitet wurde die Feier vom Musikverein Kinderbeuern, dem Männergesangverein Hetzhof, bei dem Schaaf schon als 25-Jähriger Ehrenmitglied war, und vom Frauenchor.