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Von den Türkenkriegen zur Festung Mont Royal

Stolz präsentieren Museumsleiter Christof Krieger und Restaurator Norbert Kölzer (rechts) das restaurierte Wappenfenster des Philipp Christoph Cob von Nüdingen. Foto: privat
Stolz präsentieren Museumsleiter Christof Krieger und Restaurator Norbert Kölzer (rechts) das restaurierte Wappenfenster des Philipp Christoph Cob von Nüdingen. Foto: privat
Der Förderverein Mittelmosel-Museum lädt zur traditionellen Kulturwoche in die Barockvilla Böcking in Traben-Trarbach ein. Neben mehreren Vorträgen steht am Samstag, 25. September, die sechste Museumsnacht auf dem Programm.

Traben-Trarbach. (red) Auftakt der Kulturwoche ist am Dienstag, 21. September, ein Vortragsabend, der sich einem der ungewöhnlichsten Exponate des Museums widmen wird: Noch aus der Sammlung des Museumsgründers Dr. Spies stammt ein über 300 Jahre altes Wappenfenster, das jetzt für rund 8500 Euro aus Mitteln des Fördervereins restauriert werden konnte.

Im ersten Teil des Abends wird der Historiker Dr. Peter Neu aus Bitburg der spannenden Geschichte des Geschlechts der Cob von Nüdingen nachspüren, dessen letzter Spross Philipp Christoph das Fenster 1698 in Auftrag gab. "Das Geschlecht der Cob von Nüdingen — Landadelige und Offiziere im Dienste Deutschlands und Frankreichs", lautet der Titel des Vortrags — denn nicht durch ererbten Landbesitz, sondern allein durch militärische Dienste und Ämter war das Eifeler Adelsgeschlecht zu Ruhm und Ansehen gelangt.

Nachweislich fielen zwei Mitglieder im Dreißigjährigen Krieg auf der Seite der kaiserlichen Truppen, während die Brüder Christoph und Wolfgang Friedrich nicht nur das Kriegsgeschehen überlebten, sondern auch danach noch als Offiziere eine Rolle spielten. Der letzte männliche Spross der Familie, Philipp Christoph Cob von Nüdingen, starb 1699 in seinem Schloss in Niederweis. Er fand sein Grab, das noch heute erhalten ist, in der Kirche Niederweis. In der Zeit, als die Truppen Ludwigs XIV. das Land bis zum Rhein besetzt hielten, wurde er gezwungen, als Offizier in die französische Armee einzutreten. Dabei wird er sicherlich auch Traben-Trarbach mit der Festung Mont Royal aufgesucht haben.

Im zweiten Teil des Vortragsabends wird der Glasmaler Norbert Kölzer aus Trier Einblick in die Restaurierung des wertvollen Wappenfensters geben.

Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Das weitere Programm der Kulturwoche:

Donnerstag, 23. September, 19.30 Uhr, Rudolf Kreis: "Die Toten sind immer die Anderen — Eine Jugend zwischen den Kriegen". Literarischer Abend mit Richard Ochs.

Samstag, 25. September, ab 19 Uhr, sechste Museumsnacht in der Barockvilla Böcking. "Loretta & Co." laden zu einer ungewöhnlichen Zeitreise ein.

Sonntag, 26. September, 19 Uhr, "Es wird mehr Moselwein von hier ausgeführt als überhaupt wächst" — Die Weinhändler von Traben und Trarbach, Entstehung und Entwicklung. Vortrag von Dr. Wolfgang Sartor.