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Zukunft ohne Stadthalle

WITTLICH. Bemerkenswert unspektakulär ist das Thema "Stadthalle" aus den kurz- und mittelfristigen Plänen der Stadt Wittlich verschwunden. Einzig die SPD versagte dem Investitionsprogramm seine Zustimmung, weil sie dort die Stadthalle nicht mehr als Posten wiederfand (der TV berichtete). ARRAY(0x16a7a8c68)

Jahrzehntelang träumten die Wittlicher von ihrer Stadthalle. Alle Jahre wieder stand das Projekt auch ordentlich in den Haushalts- oder Investitionsplänen. Es wurde diskutiert, verworfen, umgedacht, kritisiert, schon mal getauft, Geld für Planungen ausgegeben, nur konkret umgesetzt wurde faktisch nichts. Zuletzt war das manchem schon zum Trauma gewordene Traumprojekt immerhin noch als "Architekten-Wettbewerb" mit 400 000 Euro in den Absichtserklärungen für Wittlichs städtebauliche Zukunft in den Plänen dokumentiert. Gegenfinanzierung blieb eine Illusion

Dazu hatte aber bereits im Juni 2005 Bürgermeister Ralf Bußmer zu verstehen gegeben, dass die Kommunalaufsicht dieses Vorhaben nicht akzeptiere, zumal auch die jahrelang erhoffte Gegenfinanzierung durch den Verkauf anderer städtischer Immobilien eine Illusion geblieben sei. Im Juni rang sich dann auch der Rat dazu durch, das Oberstadtgrundstück nicht mehr für eine Stadthallenbebauung zu reservieren oder zu blockieren, je nachdem, wie man das Projekt beurteilt. Ein weiteres Festhalten an der Idee aber war selbstverständlich für die Ratsmehrheit. Vorangegangen war allerdings bereits in den Reden zum Haushalt 2004 von FDP, Grünen, FWG und auch Stadtchef Ralf Bußmer die Einsicht, dass das Prestigeprojekt nicht zu finanzieren und damit in naher Zukunft schlicht unrealistisch sei. Die CDU jedoch wollte ebenso wie die SPD weiter für die Halle kämpfen. Ein CDU-Ratsmitglied sagte damals - im Dezember 2004 - im Gespräch mit dem TV: "Die Stadthalle ist seit 30 Jahren Thema. Wenn die Halle erst aus dem Haushalt raus ist, wird sie möglicherweise ganz wegfallen." Die SPD wollte noch vor einem Jahr, "die Pläne für die notwendige Stadthalle fix und fertig machen, um mit einem Sonderprogramm des Bundes direkt loslegen zu können". Jetzt sind die städtischen Kassen mehr als leer. Zum kommenden Haushalt und insbesondere zum Investitionsprogramm, das bis zum Jahr 2009 größere Projekte auflistet, und der Tatsache, dass in beiden die Stadthalle keinerlei Rolle mehr spielt, meinte Dieter Burgard, SPD, nun für seine Fraktion auch konsequent: "Wir können dem Investitionsprogramm nicht zustimmen. Damals stand eine Stadthalle drin, jetzt wurde sie einfach weggestrichen, anderes ist dazu gekommen." Zum Beispiel das Thema Vereinshaus in Neuerburg. Dafür stehen für einen Neubau 2007 schon einmal 585 000 Euro auf dem Papier. Das kritisierte denn auch Hans Gaß, SPD: "Einem Investitionsprogramm, aus dem die Stadthalle verschwindet, aber ein Vereinshaus in Neuerburg freudige Urstände feiert, kann ich nicht zustimmen." Bürgermeister Ralf Bußmer meinte nur: "Eine Stadthalle hier einzustellen, das hat sich ja von selbst erledigt." Damit war die knappe Diskussion um ein ehemals großes Thema vom Tisch. So soll es dem Vereinshaus Neuerburg nicht ergehen, hofft Ortsvorsteher Reinhold Westhöfer, CDU: "Der Grundsatzbeschluss ist ja schon im Juni 2004 gefasst worden. Ich halte das für sehr realistisch. Die Zuschussanträge sollen im April gestellt werden."