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Tourismus
Beliebte Seitensprünge: Jetzt kommen zwei weitere dazu

 Freiwillige Helfer, wie die „Ameisen“ und Mitglieder von TTA,  bringen beim Herstellen des Seitensprungs „Moseltalschanzen“ viel Eigenleistung ein. Vorne die Leiterin der Tourist-Information Traben-Trarbach, Kirsten Haag, dahinter von links: Uli Ströher, Jürgen Richter, Alfred Sausen, Edwin Gesser, Hubertus Schulze-Neuhoff, Gerhard Bretz.
Freiwillige Helfer, wie die „Ameisen“ und Mitglieder von TTA,  bringen beim Herstellen des Seitensprungs „Moseltalschanzen“ viel Eigenleistung ein. Vorne die Leiterin der Tourist-Information Traben-Trarbach, Kirsten Haag, dahinter von links: Uli Ströher, Jürgen Richter, Alfred Sausen, Edwin Gesser, Hubertus Schulze-Neuhoff, Gerhard Bretz. FOTO: TV / Winfried Simon
Kinheim/Traben-Trarbach. Der Kluckertspfad und die Moseltalschanzen erweitern das Angebot  rund um den beliebten Moselsteig. Von Winfried Simon
Winfried Simon

Der 2014 eröffnete und 365 Kilometer lange Moselsteig erhält zwei weitere Seitensprünge: die Moseltalschanzen und den Kluckertspfad.

Mit den beiden Wegen gibt es dann insgesamt 27 Partnerwege des Moselsteigs. Die zertifizierten Rundwanderwege sind als „Seitensprung“ beziehungsweise im Bereich der Terrassenmosel als „Traumpfad“ gekennzeichnet.

Der Seitensprung Moseltalschanzen ist fast fertig, es müssen entlang der Strecke lediglich noch die Hinweisschilder angebracht und die Markierungspfosten montiert werden.

Der attraktive Wanderweg soll im April dieses Jahres, also vor Ostern, eröffnet werden, hofft die Leiterin der Tourist-Information Traben-Trarbach, Kirsten Haag. Die Strecke verläuft auf Flächen der Verbandsgemeinden Traben-Trarbach und Bernkastel-Kues und kostet rund 33 000 Euro. Rund 4500 Euro ist der Einsatz freiwilliger Helfer wert. Diese Eigenleistung erbringen Aktive der Wanderwegegruppe „Ameisen“ und des Vereins Traben-Trarbach Aktiv (TTA). Sie renovieren Geländer und Freizeithütten, schneiden Sträucher und Bäume und bringen die Hinweisschilder an.

Für den Seitensprung Kluckertspfad wurden jetzt die Planungsleistungen vergeben. Die Herstellung dieses Wanderweges wird rund 45000 Euro kosten, eine 50-prozentige Förderung aus Leadermitteln ist in Aussicht gestellt Die Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich hat als Kommunalaufsichtsbehörde eine befürwortende Stellungnahme abgegeben.

Seitensprung Moseltalschanzen: Elfen am Wegesrand, heiße Quellen, der rätselhafte Wildstein und die Graacher Schanzen verleihen dem 16,8 Kilometer langen Seitensprung einen mystischen Charakter. Oft sind es schmale Pfade, die von der Stadt Traben-Trarbach oder der Graacher Schäferei zu diesen markanten Natur- und Kulturdenkmälern zwischen Mosel und Kautenbach führen. Spektakuläre Aussichten sind dabei an der Tagesordnung. Ob von den Aussichtspunkten Maria Zill oder dem Taubenhaus, die Dächer von Kues, Trarbach und Wildstein liegen dem Wanderer quasi zu Füßen. Wer letztere nach der rund 17 Kilometer langen Tour wiederbeleben möchte, dem sei die Moseltherme von Traben-Trarbach empfohlen. Der Parkplatz der Moseltherme bietet sich auch als Ausgangspunkt dieses Seitensprungs an. In sechs Stunden ist dieser herrliche Wanderweg gut zu bewältigen.

Seitensprung Kluckertspfad:

Vom Parkplatz der Grillhütte „Am Römerhang“ oberhalb dem Kinheimer Ortsteil Kindel geht es durch den Wald, vorbei an Aussichtspunkten zu einer kleinen Schutzhütte. Über Holzbrücken wird der „Gluckerter Bach“ überquert.

Unterhalb und oberhalb der Gluckerter Brücke, im Fels eingeschrotet, findet man Reste römischer Mühlen; die dazugehörende Villa lag auf dem Bergrücken. Weiter geht es hinauf zur „Wolfer Klosterruine“. Die „Liebfrauenkirche auf dem Göckelsberg“, so der offizielle Name des Wolfer Klosters, ist eine der ältesten Pfarrkirchen an der Mosel. Von hier hat man einen herrlichen Blick ins Moseltal und Kröv. Weiter geht es in Richtung Wolf, dem Weinort an einer der prägnantesten Moselschleifen. Hier lädt der Rastplatz am Kleinforst zu einer gemütlichen Pause ein. Durch das Wolfer Mühlenbachtal führt der Seitensprung vorbei an Löschteichen, Schmetterlingshabitaten, idyllischen Waldauen und Streuobstwiesen. Nach dem Anstieg zum Moselsporn senkt sich der Weg langsam wieder ins Tal, und es geht durch Wald- und Weinbergsgelände zurück, vorbei an der Ausgrabungsstätte mit den Resten einer römischen Villa, dem Fundort eines Hochreliefs des gallo-römischen Schutzgottes „Sucellus“, zurück zum Ausgangsort.