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Moselwein hilft heißt eine Aktion von Moselwinzern, die Ahrwinzern helfen

Auslese : Moselwinzer helfen Ahrwinzern

Ihre Geschichte machte in der Weinwelt Schlagzeilen: Dörte und Meike Näkel, Inhaberinnen des renommierten Weingutes Meyer-Näkel an der Ahr, waren in ihrer Produktionshalle, als die Flut kam. Als es keinen Ausweg mehr gab, sprangen sie ins Wasser, tauchten unter Weinfässer und zerschlugen ein Fenster, um nach draußen zu schwimmen.

Nach 300 Metern im kalten Nass trieben sie an einen Baum. Dort klammerten sie sich solange an die Äste, bis Rettungskräfte sie befreiten.

Das Schicksal der Geschwister Näkel und all der anderen Ahrwinzer hat viele Moselwinzer betroffen gemacht. „Moselwein hilft“ ist eine Gruppe von Winzern, die den Kollegen helfen wollen, die nach dem Hochwasser vor dem Nichts stehen. Dafür verkaufen die sechs Gründer Christian Amlinger, Christoph Hauth, Christian Jungblut, Michael Lorscheider, Daniel Theisen und Sven Zerwas Weinpakete. 250 sind es insgesamt. Eine stolze Zahl. Ein Paket mit sechs Weinen kostet 75 Euro. Die Flaschen, mit denen sie die Pakete füllen, erhalten sie von zahlreichen Moselwinzern, die ebenfalls helfen wollen. Alle eingehenden Spenden werden unter den Ahrwinzern verteilt. Solidarität üben aber auch die Weinkäufer. Denn vor ein paar Tagen meldet „Moselwein hilft“ auf der Facebook-Seite: „Geschafft, alle 250 Pakete sind verkauft. Wir arbeiten jetzt zeitnah alle Bestellungen ab und falls noch ein Paket übrig bleibt, erfahrt ihr es hier. Vielen Dank für die Unterstützung. Ihr seid der Wahnsinn.“

Über soviel Unterstützung haben sich die Geschwister Näkel mit Sicherheit gefreut. Auf ihrer Webseite ist zu lesen: „Liebe Weinfreunde, wegen Unwetterschäden ist unsere Vinothek aktuell leider geschlossen und wir sind leider nur eingeschränkt erreichbar.“ Vermutlich wird es noch eine lange Weile dauern, bis die Ahrwinzer auf Normalbetrieb schalten können.

v.kerl@volksfreund.de