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Müll-Verantwortliche halten an Biotüten-Bringsystem fest

Kostenpflichtiger Inhalt: Aus dem Archiv (Januar 2020) : Müll-Verantwortliche halten an Biotüten-Bringsystem fest

Zweckverbandschef räumt Fehler bei Planung ein und will Zahl der Containerstandorte deutlich erhöhen. Dauner Landrat will Bürger über Wiedereinführung der Tonne befragen.

Der regionale Abfallzweckverband ART hält ungeachtet der jüngsten Entsorgungsmissstände am System der Biotüten fest. Es habe in der Vergangenheit Fehler gegeben, räumte ART-Verbandsvorsteher Gregor Eibes am Montag ein, aber die gebe es auch dort, wo die Biotonne stehe. „Wir haben den Ansturm auf die Biotüte unterschätzt“, sagte der CDU-Politiker und Bernkastel-Wittlicher Landrat. Ungeachtet dessen habe der Zweckverband „ein sehr gutes System auf die Beine gestellt“.

Zum 1. Januar ist das Abfallentsorgungssystem in der Region weitgehend vereinheitlicht worden. Dazu zählt etwa, dass in der jährlichen Grundgebühr nur noch 13 Leerungen der Restmüllbehälter enthalten sind. Wer die grauen Tonnen häufiger geleert haben möchte, zahlt entsprechend mehr.

Im Vulkaneifelkreis wurden die Biotonnen abgeschafft, die Bürger dort sollen ihre Speiseabfälle, Eier- und Kartoffelschalen künftig in Biotüten sammeln und in aufgestellte Container bringen. Die quollen über die Feiertage allerdings nicht nur in der Vulkaneifel vielerorts über (der TV berichtete).

Aus allen Teile der Region Trier meldeten sich Bürger und beschwerten sich über prall gefüllte Bio-Container und unhygienische Zustände drumherum. „Wir haben diese Entwicklung nicht vorausgesehen und nicht ausreichend Kapazitäten zur Verfügung gestellt“, sagte ART-Verbandsdirektor Maximilian Monzel selbstkritisch.

„Dafür übernehmen wir die Verantwortung.“ In den 24 Monaten zuvor – so lange gibt es das Biotütensystem schon in der Region – habe es allerdings keine Probleme mit überquellenden Containern gegeben. Monzel kündigte an, neben den regionweit 1000 Biocontainern weitere Container aufzustellen – so viele, wie benötigt würden. Allerdings müssten die Kommunen auch geeignete Flächen zur Verfügung stellen.

Im Vulkaneifelkreis brodelt es indes weiter. Als Reaktion auf breite Proteste kündigte Landrat Heinz-Peter Thiel am Montag an, alle Bürger zur Wiedereinführung der Biotonne befragen zu wollen. Sollte das Votum entsprechend ausfallen, kamen auf die Bürger im Vulkaneifelkreis allerdings zusätzliche Gebühren zu.