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Müllabfuhr in der Region Trier: So zufrieden sind die Verbraucher

Umwelt : Gute Noten für die Müllabfuhr in der Region - aber in der Vulkaneifel brodelt’s

Wie zufrieden die Verbraucher mit der Müllabfuhr und Ihrem Entsorger sind, will der regionale Abfallzweckverband regelmäßig wissen. Dabei gab es auch eine Antwort auf die Frage, wie beliebt die Biotüte ist.

Die Bürger in der Region Trier sind mit ihrer Müllabfuhr eigentlich sehr zufrieden. Alle? Zumindest fast alle, hat jetzt eine aktuelle Umfrage eines Trierer Marktforschungsinstituts ergeben. Im Nordosten des Befragungsgebiets gibt es allerdings ein kleines, mürrisches Völkchen, das am regionalen Abfallzweckverband ART deutlich mehr zu kritisieren hat als der Rest vom Schützenfest.

Gefragt, welche Schulnoten sie der Müllabfuhr und den dafür Verantwortlichen geben, können sich die Bürger in der Vulkaneifel gerade mal zu einem „befriedigend“ durchringen, wie Umfragenleiter Bert Hallerbach am Donnerstagabend der 25-köpfigen ART-Versammlung erläuterte.

In der Präsentation der Ergebnisse einer groß angelegten Kundenzufriedenheits-Befragung heißt es dazu, dass der Vulkaneifelkreis „in fast allen Bewertungen teilweise deutlich abfalle – obwohl hier der ART das gleiche Leistungsangebot vorhält wie in den übrigen Kreisen. Empirisch ließ sich hier kein Hinweis auf die Ursache nachweisen.“

Empirisch vielleicht nicht, aber mit ein bisschen Nachdenken lässt sich der Grund für die vergleichsweise unzufriedenen Vulkaneifeler erahnen. Viele Bürger zwischen Gerolstein und Daun nehmen es den Kommunalpolitikern übel, dass ihnen aus Gründen der Entsorgungsharmonisierung nach gut 20 Jahren die Biotonne weggenommen und durch die regionsweit eingeführte Biotüte ersetzt wurde. Zwar gibt es nach Protesten in der Vulkan­eifel jetzt auch wieder die Biotonne. Doch wer sie haben will, muss dafür mehr als 111 Euro im Jahr zusätzlich auf den Tisch legen.

Vor diesem Hintergrund mutet es auf den ersten Blick kurios an, dass in keinem anderen Kreis oder der Stadt Trier die Biotüte zur Entsorgung von Nahrungs- und Küchenabfällen so stark genutzt wird wie im Vulkaneifelkreis. Laut Umfrage des Trierer Marktforschungsinstitust Tip nutzen dort 55 Prozent der Befragten die Biotüte, während es im Kreis Trier-Saarburg 54 Prozent sind und im Eifelkreis gerade einmal 31 Prozent.

Dort wird dafür deutlich mehr kompostiert; und jeder Fünfte sagt, dass sein Biomüll in den Restmüll wandert. Im Vulkaneifelkreis, wo die Bürger die Trennung seit mehr als zwei Jahrzehnten gewohnt sind, liegt die Quote der Restabfallentsorger von Biomüll bei gerade einmal sechs Prozent und ist damit deutlich niedriger als anderswo in der Region.

Auf die Frage „Tonne oder Tüte?“ gehen die Meinungen auseinander. 40 Prozent favorisieren das Trierer Tüten-Modell, 35 Prozent hätten lieber die Tonne. Und dem Rest ist’s egal. Wenig verwunderlich, dass der geringste Prozentsatz der Tütenbefürworter (26 Prozent) im Vulkan­eifelkreis sitzt, während im Kreis Trier-Saarburg jeder Zweite auf die Tüte schwört. Bemerkenswert: Auch im Eifelkreis, wo Biotüten-Wegbereiter Michael Billen („Madentonne“) seine Heimat hat,  sind die Tonnen-Befürworter in der Mehrzahl.

Wie es mit der Zukunft des sogenannten Modells Trier Plus aussieht, ist allerdings noch offen. Im Koalitionsvertrag der rheinland-pfälzischen Ampel steht zwar drin, dass die Landesregierung die flächendeckende Nutzung einer Biotonne anstrebe.

Bislang hat das Totenglöcklein für das in der Region laufende Bringmodell mit der Biotüte noch nicht geläutet. Und das System könnte nach Meinung der Verbraucher auch noch verbessert werden: Robustere Tüten, kürzere Wege, mehr Sammelcontainer stehen auf den Wunschzetteln ganz oben.

Bei einigen Bürgern in der Vulkan­eifel sind die Wünsche allerdings weitaus radikaler. Unter der Überschrift „Vorsicht Kostenfalle – raus aus dem ART“ haben sie eine Initiative gestartet, um dem regionalen Abfallzweckverband ganz den Rücken zu kehren.