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Mulden gegen die Fluten

Mulden gegen die Fluten

Am Tag nach der großen Flut vom Freitag sind in Mandern die Aufräumarbeiten abgeschlossen worden. Wieder einmal haben die Dorfbewohner ein Unwetter überstanden. Doch das Problem bleibt, und es passiert immer öfter. Mulden am Dorfrand sollen helfen, künftige Fluten kontrollierter abfließen zu lassen.

 Er kann schon wieder lächeln: Landwirt Ralf Backes (rechts) im Gespräch mit dem Manderner Ortsbürgermeister Martin Alten. Der Ulmenhof hat aufgrund seiner Lage regelrecht ein "Abo" auf Überflutungen. TV- Foto: Herbert Thormeyer
Er kann schon wieder lächeln: Landwirt Ralf Backes (rechts) im Gespräch mit dem Manderner Ortsbürgermeister Martin Alten. Der Ulmenhof hat aufgrund seiner Lage regelrecht ein "Abo" auf Überflutungen. TV- Foto: Herbert Thormeyer

Als wäre gar nichts passiert, so sauber und aufgeräumt stellte sich Mandern am Tag danach dar. Die Feuerwehr holte an den sieben Einsatzpunkten im Dorf noch die letzten Ausrüstungsgegenstände ab. Doch das Damoklesschwert künftiger Überschwemmungen und Sturzbäche schwebt weiter über Mandern.

Ortsbürgermeister Martin Alten sprach noch am Tag der Katastrophe mit Landrat Günther Schartz, der sich vor Ort ein Bild der Lage machte. Es gibt schon länger den Plan, ein Muldensystem hinter der Hans- Bilstein- Straße und der Zerfer Straße zu bauen. "Voraussetzung dafür ist aber ein Regenwasserkanal in diesen beiden Straßen", erklärt Alten den Knackpunkt. Dieser Kanal werde eben erst im Zuge des Ausbaus der beiden Straßen verlegt. Landrat Schartz versprach einen Gesprächstermin zwischen Landkreis, Verbandsgemeinde Kell am See und der Ortsgemeinde Mandern.

"Die Planung und Umsetzung der Maßnahme sollte möglichst schnell umgesetzt werden", so der Wunsch des Ortsbürgermeisters.
Kaum ein anderer kann es besser beurteilen als der Manderner Wehrführer Wolfgang Anell: "Der nächste Starkregen mit Gewitter kommt bestimmt." Solche Ereignisse seien gerade in den letzten fünf Jahren immer häufiger und heftiger geworden. Mandern liegt nun mal tief und dient den Wassermassen als "Sammelbecken".

Ausdrücklich gelobt wurde vom obersten örtlichen Feuerwehrmann die gute Zusammenarbeit der einzelnen Wehren und die tolle Nachbarschaftshilfe im Ort: "Die Frauengemeinschaft kochte im Jugendheim Kaffee und schmierte Brote für die völlig durchnässten Helfer. Das ist vorbildlich."

Ein Foto im Feuerwehrgerätehaus zeigt, dass die Hauptstraße schon häufiger zur Wasserstraße wurde. "Nur wenn jetzt was passiert, können die Bürger künftig vor Schaden bewahrt werden", fordert Martin Alten.