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Blaulicht
Nach dem Unwetter in der Region: Pegelstände fallen - Zugstrecke gesperrt (Update)

FOTO: TV / Markus Angel
Trier. Nach den Unwettern vom Freitag beruhigt sich die Situation. Die Pegelstände gehen zurück. Am Stausee in Biersdorf wird Treibgut abgefischt. Noch immer ist hingegen die Eifelstrecke bei Kyllburg gesperrt. Von Miguel Castro
Miguel Castro

Online-Redaktion volksfreund.de

Update Sonntag, 9.45 Uhr: Die Bahnstrecke zwischen Bitburg-Erdorf und Kyllburg ist weiterhin blockiert, weiterhin müssen Reisende auf der Eifelstrecke einen Ersatzschienenverkehr zwischen Trier und Kyllburg in Anspruch nehmen. Die Pegelstände hingegen fallen weiter, bei Trier lag er am Sonntagmorgen bei 3,39 Meter. An der Sauer lag der Pegel bei 2,32 Meter, Tendenz fallend.(mc)

Heftige Unwetter im Eifelkreis Bitburg-Prüm FOTO: TV / Klaus Kimmling

Wo vor 24 Stunden noch Sandsäcke von Hand zu Hand gereicht wurden, sitzen am Samstagabend in Wißmannsdorf Nachbarn gemütlich an Biertischen zusammen und genießen die Abendsonne und Leckeres vom Grill. Die Hochwasserlage entlang der Prüm hat sich im Laufe des Samstag deutlich entspannt. In Ufernähe sind die Spuren des Hochwassers und der starken Strömungen von Freitag nicht zu übersehen. An der Brücke in Wißmannsdorf haben sich Gestrüpp und Unrat verfangen. Trotzdem fließt die Prüm ohne Behinderung weiter. So auch ein paar Kilometer weiter in Brecht, wo Ufer und Wiesengelände wieder erkennbar sind und Keller langsam abtrocknen. Auch auf dem Campingplatz in Oberweis hat sich die Lage entspannt und sind Campingliebhaber wieder zur Normalität zurückgekehrt. Nur ein paar Besen, Schippen und hier und da Berge von Sandsäcken erinnern an die Anstrengungen und Mühen vor 24 Stunden. (ang)

Erstmeldung Samstag:

Laut Polizei seien aus der Nacht von Freitag zu Samstag keine weiteren Vorfälle bekannt. Auch die Leitstelle der Feuerwehr teilte am Vormittag mit, dass keine Einsätze - mit Ausnahme am Stausee Biersdorf, wo Wasser abgelassen werden musste - vorliegen würden. Hier am Stausee hatten die Einsatzkräfte am Freitag mit dem kontrollierten Ablassen von Wasser begonnen. Die technische Einsatzleitung im Kreis Trier-Saarburg teilte mit, dass seit 23.30 Uhr keine neuen Einsätze bekannt wären. Am Samstagvormittag beendete die Einsatzleitung dann ihre Arbeit im Krisenzentrum des Gerätehauses in Konz. Die „Großschadenslage sei sehr gut bewältigt worden“, so die Einsatzleitung. Auch im Eifelkreis beruhige sich die Lage, teilte Landrat Joachim Streit mit. Das Bürgertelefon sei deaktiviert worden. Insgesamt 2600 Meldungen zum Unwetter seien beim Krisenstab der technischen Einsatzleitung des Eifelkreises eingegangen und bearbeitet worden. Für die weitere Bewältigung von Hochwasserschäden sind nunmehr die Verbandsgemeinden und die Stadt Bitburg zuständig.

Unwetter hatten am Freitagmorgen für teils verheerende Zustände im Eifelkreis und anderen Gebieten gesorgt. Unter anderem musste ein Kragenbär im überschwemmten Eifelzoo Lünebach erschossen werden, der aus seinem Gehege entkommen war. Ein Regionalzug entgleiste, die Bahnstrecke zwischen Bitburg und Kyllburg ist immer noch gesperrt. Derzeit wird der entgleiste Zug geborgen. Die Bahn hat einen Ersatzverkehr eingerichtet.

Nach Angaben von Jürgen Larisch, Kreisfeuerwehrinspektor des Kreises Bitburg-Prüm, waren am Freitag über 1000 Einsatzkräfte von Wehren, Rotem Kreuz, Technischem Hilfswerk und anderen Hilfsorganisationen mit dem Unwetter und seinen Folgen im Eifelkreis beschäftigt. Noch würden rund um den Stausee verschiedene Wehren Aufräumarbeiten an einzelnen Gebäuden unterstützen. Aus dem See selbst fischten die Einsatzkräfte gemeinsam mit einheimischen Firmen einen Großteil des angeschwemmten Treibguts heraus, der von der Staumauer aufgehalten worden war - darunter einen Kühlschrank. Larisch betonte, dass der Stausee als „Puffer“ gewirkt habe und nur die überschüssige Wassermenge abgelassen worden sei. „220 Kubikmeter Wasser flossen gestern pro Sekunde in den Stausee, abgelaufen sind etwa 130 bis 140 Kubikmeter“, sagt der Kreisfeuerwehrinspektor.

Auch im Osten Luxemburgs kam es ebenfalls zu Erdrutschen. Insbesondere das Müllerthal war betroffen, hier sind die Verbindungen nach Berdorf unterbrochen. Auch die N10 an der Sauer zwischen Wasserbillig und Steinheim ist derzeit gesperrt.

Das Hochwassermeldezentrum meldete am Samstagmorgen, dass noch eine „recht angespannte Abflusslage“ vorliege, sagte aber ein Abklingen des Hochwassers voraus. Die Höchststände seien erreicht, nun würden die Wasserstände im Laufe des Wochenendes absinken. Dies gelte auch für die Sauer und die Prüm. In Trier stand der Pegel am Samstagvormittag bei 4,73 Meter, Tendenz fallend. Gegen 16 Uhr lag er bei 4,41 Meter. An der Sauer beim luxemburgischen Rosport stand der Pegel am Vormittag bei 3,92 Meter, auch hier fallend. Er hatte gegen Mitternacht einen Höchststand von 5,20 Meter erreicht. Die Prüm hatte am Freitagabend bei Prümzurlay einen Höchststand von 4,51 Metern erreicht. Am Samstagvormittag lag der Pegel noch bei 2,65 Metern.

Alarm an der Sauer FOTO: Friedhelm Knopp
Die Prüm nach den Unwettern FOTO: Markus Angel/TV / Markus Angel

Für das Wochenende sagen die Wetterexperten eher ruhiges Wetter voraus.

Hochwasser an der Prüm FOTO: TV / Markus Angel