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Nach Loveparade-Drama: Weniger Fans bei Nature One

Nach Loveparade-Drama: Weniger Fans bei Nature One

Die Nature One, das größte Festival für elektronische Musik in Deutschland, ist reibungslos verlaufen. 55.000 Besucher, zehn Prozent weniger als erwartet, feierten auf der Raketenbasis Pydna in Kastellaun.

(jp) Während einer Schweigeminute für die 21 Opfer, die bei der Katastrophe auf der Loveparade in Duisburg ums Leben gekommen sind, stiegen Tausende weiße Ballons in den Himmel über Kastellaun. "Nach tiefer Trauer und Betroffenheit durch die tragischen Ereignisse der Loveparade kann ein Festival wie die Nature One auch Mut und Hoffnung geben", sagte Nikolaus Schär, Geschäftsführer der veranstaltenden I-Motion GmbH. "Gerade jetzt müssen wir die Fahne für die Werte unserer Musikkultur hoch halten."

55.000 Besucher feierten friedlich mit 300 Künstlern aus 25 Ländern. Mit mindestens 60.000 hatte die I-Motion GmbH gerechnet. Eine Katastrophe wie in Duisburg sei in Kastellaun ausgeschlossen gewesen, betonte der Veranstalter. "Die Organisationsstruktur und das Veranstaltungskonzept sind im Laufe von 15 Jahren erprobt und stetig verbessert worden." Mehr als 2000 Sicherheitskräfte und Helfer waren im Einsatz. Polizeidirektor Manfred Schiemann, der für die Nature One zuständige Einsatzleiter, bestätigte: "Wir haben ein riesiges Gelände mit Fluchträumen in alle Richtungen. Es gibt keine Engpässe und keine Tunnels."

Parallel zur Nature One fand am Samstag in der Duisburger Salvatorkirche der Gedenkgottesdienst für die Opfer der Massenpanik während der Loveparade statt. Mehr als 1,5 Millionen Menschen verfolgten die Übertragung der Trauerfeier in ARD und ZDF.

Die Nature One war, wie immer, auch ein Großeinsatz für die Polizei, die mit fast 1000 Kräften vor Ort war. Drogenmissbrauch und Verkauf sind seit Jahren feste Begleiter des Festivals. 726 Strafanzeigen wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz schrieb die Polizei, 103 weniger als in 2009. Die Beamten stoppten 232 Besucher des Festivals wegen Fahrens unter Alkohol- oder Drogeneinfluss, 2009 waren es 277.