Nach römischem Bremsmanöver: Was sagt der Trierer Bischof?

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Was sagt der Trierer Bischof eigentlich zur Aussetzung seines Synodengesetzes durch den Vatikan? Bislang hat Stephan Ackermann dazu jedenfalls öffentlich geschwiegen. Das soll sich am Wochenende ändern.

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann will sich am Wochenende erstmals öffentlich zur von der römischen Kleruskongregation ausgebremsten Strukturreform äußern. Es wird damit gerechnet, dass der 56-Jährige die Gläubigen im Bistum um Geduld bitten und zur Einheit aufrufen wird.

Mehrere kirchliche Berufsgruppen aus dem Bistum haben sich derweil in einem gemeinsamen Schreiben hinter die Synodenergebnisse gestellt und den Bischof ermutigt, „den Weg der Synodenumsetzung konsequent und überzeugt weiterzugehen“. Der Synodenbeschluss weise für die Kirche im Bistum in die richtige Richtung, heißt es in dem Brief der Pastoral- und Gemeindereferenten, Plattform P-Priester und ständigen Diakone.

In dem dreiseitigen Schreiben wird zugleich scharfe Kritik an der Priestergemeinschaft Unio Apostolica geäußert, deren Beschwerde in Rom die Umsetzung der Synodenergebnisse verzögere und so etwa verhindere, dass die ersten 15 Großpfarreien ihre Arbeit aufnehmen könnten. Durch den Aufschub würden die Menschen in den betroffenen Pfarreien zusätzlich verunsichert.

Die römische Kleruskongregation hatte nach mehreren Beschwerden vergangenen Woche das Synodengesetz ausgesetzt. Damit liegt die Strukturreform des Bistums derzeit auf Eis. Wie lange, ist unklar. Ursprünglich sollten die ersten 15 von 35 geplanten Großpfarreien Anfang Januar an den Start gehen. Die übrigen 20 XXL-Pfarreien sollten ein Jahr später folgen. Derzeit gibt es im Bistum Trier noch 887 Kirchengemeinden.

Der Deutschland-Leiter der Priesterbruderschaft Unio Apostolica, der ehemalige Saarburger Pastor Peter Leick, sagte am Freitag, er sei erschüttert, wie gespalten das Bistum in der Debatte über die Strukturreform sei. Er habe in den vergangenen Tagen „sehr viele negative, aber auch sehr viele positive Rückmeldungen“ erhalten. Mit derart unterschiedlichen Reaktionen müsse man aber rechnen, wenn man sich klar positioniere. Leick rief alle Beteiligten zur Sachlichkeit auf. Jetzt nach Schuldigen zu suchen, wäre fatal, meint der Deutschland-Leiter der Priesterbruderschaft.

Mit Spannung wird derweil das angekündigte Statement des Trierer Bischofs erwartet, der sich zur ausgebremsten Strukturreform bislang nicht öffentlich geäußert hat. Wie Generalvikar Ulrich Graf von Plettenberg diese Woche angekündigt hat, wird sich Stephan Ackermann mit einem „geistlichen Wort“ an alle Gläubigen wenden. Das Schreiben des Bischofs soll am Wochenende in allen Gottesdiensten verlesen werden.

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