Nach Selbsttötungsversuch Afa Hermeskeil: Flüchtling weiter in Lebensgefahr

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Der Flüchtling, der sich vor zwei Wochen in der Hermeskeiler Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende (Afa) mit einer brennbaren Flüssigkeit übergossen und angezündet hat, schwebt weiter in Lebensgefahr.

Von Rolf Seydewitz

Der Gesundheitszustand des 34-jährigen Aserbaidschaners sei unverändert kritisch, sagte eine Sprecherin der Trierer Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) am Donnerstag volksfreund.de.

Der Flüchtling hatte sich in einem Verwaltungsgebäude der ehemaligen Hochwaldkaserne mit einer brennbaren Flüssigkeit übergossen und anschließend angezündet – vor den Augen mehrerer Menschen. Einem beherzten Zeugen gelang es, das Feuer zu löschen. Der 34-Jährige trug schwere Verbrennungen davon und wird in einer Spezialklinik behandelt.

Über die Hintergründe der Tat ist der ADD weiter nichts bekannt. Es gebe keine neuen Erkenntnisse, sagte Sprecherin Eveline Dziendziol.

Nach Informationen des Südwestrundfunks ist der Mann verheiratet; Frau und zwei Kinder lebten aber in Aserbaidschan. Der Mann selbst sei vor drei Jahren nach Europa gekommen. Bevor er vor einigen Wochen in die Hermeskeiler Afa wechselte, sei er in Frankreich untergebracht gewesen. Er sei verzweifelt gewesen, weil er wieder nach Frankreich zurück sollte, heißt es unter Berufung auf Bewohner der Aufnahmeeinrichtung.

Einen vergleichbaren Vorfall hat es in Rheinland-Pfalz noch nicht gegeben. In Hermeskeil sind aktuell 653 Asylbegehrende untergebracht, damit ist die Einrichtung zu 65 Prozent ausgelastet.

Nach Angaben der Aufsichtsdirektion ist das an der Grenze zum Iran und zu Georgien am Kaspischen Meer liegende Aserbaidschan nicht klassifiziert. Damit müsse die Situation von Flüchtlingen, die von dort kämen, individuell geprüft werden. Sollte der 34-Jährige vor seinem Wechsel nach Hermeskeil in Frankreich gewesen sein, könnte es sich um einen sogenannten Dublin-Fall handeln. Nach den Dublin-Regeln ist normalerweise jener EU-Staat für Asylanträge zuständig, auf dessen Boden Schutzsuchende zuerst die Europäische Union betreten haben.

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