1. Region

Kriminalität : Nach Unterschlagung: Eifelkreis hält Mitarbeiter für schuldig

Kriminalität : Nach Unterschlagung: Eifelkreis hält Mitarbeiter für schuldig

Während für den Bitburg-Prümer Landrat Joachim Streit bewiesen ist, dass ein Mitarbeiter seiner Verwaltung 1,54 Millionen Euro unterschlagen hat, gibt man sich bei der Trierer Staatsanwaltschaft zurückhaltender. Die strafrechtlichen Ermittlungen in dem Fall seien noch nicht abgeschlossen, sagt der Leitende Oberstaatsanwalt Peter Fritzen unserer Zeitung.

Streit hat in einer Pressemitteilung verkündet, dass sich der Verdacht gegen den Mitarbeiter des Jugendamtes bestätigt habe. Fritzen weist darauf hin, dass die Pressemitteilung der Kreisverwaltung nicht mit der Staatsanwaltschaft abgestimmt worden sei. Sie gebe nicht den aktuellen Stand der Ermittlungen wieder, sondern „die Ergebnisse der internen Überprüfung“.

Streit hatte das Rechnungsprüfungsamt seiner Verwaltung beauftragt, den Vorwürfen gegen den langjährigen Mitarbeiter nachzugehen. Demnach hat dieser 13 Jahre lang zunächst unbemerkt Geld aus der Kasse der Kreisverwaltung auf ein Privatkonto abgezweigt (der TV berichtete). Seit vier Wochen sitzt der Mann in Untersuchungshaft, nachdem der Kreissparkasse in Bitburg Unregelmäßigkeiten auf dessen Konto aufgefallen waren. Das Konto hat laut Streit der Stieftochter des Mannes gehört. Laut den internen Ermittlungen hat der Mitarbeiter rund 360 Zahlungsanordnungen manipuliert, indem er 18 Phantom-Namen nutzte, die angeblich Leistungen der Jugendhilfe etwa für Beihilfen zu Führerscheinen, Ferienfreizeiten oder für Weihnachten beantragt haben sollen. Die Höhe der abgezweigten Gelder habe sich im Rahmen der in der Jugendhilfe üblichen Beträge bewegt, sagt Streit. Alle Zahlungen seien von dem Mitarbeiter und einem seiner Vorgesetzten unterzeichnet worden. Für die Vorgesetzten sei es „unmöglich“ gewesen, bei der „hohen kriminellen Energie“ die Phantom-Personen zu erkennen, sagte Streit.

Die Ergebnisse der internen Überprüfung der Kreisverwaltung seien auch für das Ermittlungsverfahren von Bedeutung, sagt Fritzen. Allerdings müssten diese von den Strafverfolgungsbehörden eigenständig geprüft werden. Genauso, ob länger zurückliegende Vorgänge bereits verjährt seien. Fritzen bestätigt, dass sich die Ermittlungen bislang ausschließlich gegen den Mitarbeiter des Jugendamts richten, nicht aber gegen dessen Stieftochter. Vermutlich hat sie nicht gewusst, wofür ihr Konto genutzt wird.