Nahverkehr Region Trier: Mehr Busse, neue Verbindungen und Rolph

Kostenpflichtiger Inhalt: Neue Linien braucht das Land : Nahverkehr Region Trier: Mehr Busse, neue Verbindungen und Rolph

So ändert sich der Nahverkehr in der Region. Luxemburger Busunternehmer bedient Südeifel. Landräte kritisieren Dachmarke Rolph. 

Linienbündel. Damit soll der Busverkehr in der Region künftig besser werden. Mehr Busse und das im Stundentakt. Und das möglichst von einem Anbieter. Mit der Vergabe sogenannter Linienbündel soll Schluss sein mit der Flickschusterei und damit, dass in einem Gebiet, wie etwa der Südeifel unterschiedliche Busunternehmen unterwegs sind. Einzelne Linien werden zu einem Bündel zusammengefasst und gemeinsam ausgeschrieben.

In der Vulkaneifel ist das neue System bereits im vergangenen Jahr gestartet. In der Südeifel soll es im Dezember soweit sein. Das Besondere dort: Erstmals wird mit City Tour Trier ein luxemburgisches Unternehmen für den kompletten Busverkehr in einem Gebiet in der Region zuständig sein. Hinter City Tour steht nämlich das Busunternehmen Emile Weber aus dem luxemburgischen Canach. 42 Busse will Weber, der bereits im Auftrag der Stadtwerke Trier auf einigen Busstrecken unterwegs ist, in der Südeifel einsetzen. Die dafür notwendigen Busfahrer sollen eventuell von den bisher dort fahrenden Unternehmen übernommen werden.

Zu dem Linienbündel gehören auch sogenannte Regio-Busse. Die früheren Bahnbusse fallen in die Zuständigkeit des für den Schienennahverkehr zuständigen Zweckverband SPNV Nord in Koblenz. Auf der Sitzung des Gremiums gestern in Koblenz wurde mitgeteilt, dass es künftig auch grenzüberschreitende Buslinien geben wird. Von Bitburg aus sollen regelmäßig Busse nach Echternach und weiter nach Luxemburg fahren. Im sogenannten Linienbündel Trier-Land, wo es bereits ab September neue und bessere Verbindungen geben soll, fahren künftig regelmäßig Busse von Trier nach Echternach. Den Zuschlag für den Linienverkehr in Trier-Land hat das Unternehmen Müller-Kylltal aus Trierweiler (Trier-Saarburg) erhalten. Auch an der Mittelmosel und an der Mosel starten die neuen Linien im September, den Zuschlag dafür erhielt die Moselbahn.

Das Land hat im Juni die neue Dachmarke für den Nahverkehr vorgestellt. Unter dem Namen Rolph sollen die Angebote für Bus und Bahn, die derzeit noch von den einzelnen Verkehrsverbünden – in der Region Trier ist das der VRT – koordiniert werden, besser vernetzt und einheitlich vermarktet werden. Im Namen Rolph soll abgekürzt das Land Rheinland-Pfalz mit den Buchstaben R, l und p stecken, das o wird in dem Schriftzug als Reifen dargestellt und soll für Mobilität stehen. Das h soll der besseren Aus­sprache dienen.

Doch nicht nur der Name der Dachmarke sorgt für Verwirrung. Drei Landräte aus der Region, Günther Schartz (Trier-Saarburg), Gregor Eibes (Bernkastel-Wittlich) und Heinz-Peter Thiel (Vulkaneifel), machten bei der gestrigen SPNV-Nord-Sitzung ihrem Ärger Luft, dass der Zweckverband und die Verkehrsverbünde nicht bei der Entwicklung der Dachmarke eingebunden worden seien.  Er sei bass erstaunt gewesen, als er von Rolph gehört habe, sagt Thiel, der spöttisch fragte: „Qu‘est-ce-que c‘est“ (Was ist das?).

Während es beim Busverkehr in der Region erkennbare Fortschritte gibt, sorgen einige Bahnstrecken beim SPNV Nord noch für Sorgenfalten. Eine davon ist die sogenannte Weststrecke in Trier. Dort sollten eigentlich ab Dezember von Wittlich kommend erstmals wieder Personenzüge rollen und damit am Trierer Hauptbahnhof vorbei nach Luxemburg fahren. Doch weil es Probleme bei der Planfeststellung und mit einigen Bahnsteigen gibt, werden dort frühstens ab 2023 Nahverkehrszüge fahren. Zweckverbands-Direktor Thorsten Müller gibt der Bahn die Schuld an der Verzögerung. Er sei „hochgradig unzufrieden“ mit dieser Entwicklung, sagte Müller gestern in Koblenz.

Unzufrieden ist er auch, was die Elektrifizierung der Eifelstrecke angeht. Das Land hat die Bahnstrecke von Trier nach Gerolstein beim Bund angemeldet, damit dieser Geld zur Verfügung stellt, um Züge dort elektrisch fahren zu lassen. Derzeit können dort nur mit Diesel angetriebene Züge fahren. Doch der Bund habe angekündigt, zunächst einmal die Strecken unter Strom zu setzen, auf denen auch Güterzüge fahren, sagte Müller. Auf der Eifelstrecke fahren nur Nahverkehrszüge. Außerdem habe der Bund an das Land verwiesen. Weil die Bundesländer für die Finanzierung des Nahverkehrs zuständig seien, sollte Rheinland-Pfalz die Kosten für die Elektrifizierung der Eifelstrecke übernehmen, laute die Argumentation des Bundes, sagte Müller. Ersten Schätzungen zufolge kostet die Elektrifizierung der gesamten Bahnstrecke von Trier nach Köln über 500 Millionen Euro.

Der Dauner Landrat Heinz-Peter Thiel fordert, dass möglichst bald Klarheit über die Elektrifizierung der Eifelstrecke herrsche, auch im Sinne der Klimaziele. Dieseltriebwagen könnten dann gegen umweltfreundlichere Elektrozüge ausgetauscht werden. Der SPNV Nord will nun ein eigenes Gutachten für die Eifelstrecke in Auftrag geben, um die Kosten und den Nutzen der Elektrifizierung auszuloten und auch Möglichkeiten zu finden, den Zugverkehr auf der Strecke schneller zu machen.

Ein Güterzug passiert auf der sogenannten Westtrasse den Bahnübergang in Trier-Zewen. Die Strecke soll künftig auch wieder für Personenzüge genutzt werden – doch das wird noch bis mindestens 2023 dauern. Foto: Medienhaus Trierischer Volksfreund/Friedemann Vetter

Schneller soll es ab 2024 auch mit dem Zug von Trier nach Metz gehen. Von da an soll es tägliche Direktzüge in die lothringische Stadt geben. Im Juni hat der Regionalrat der Region Grand Est in Frankreich dem Projekt und der Bestellung der Züge zugestimmt. Weil der Betrieb der Strecke ausgeschrieben werden muss, wird der Linienverkehr vor dem ins Auge gefassten Termin nicht zustandekommen.

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