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Neue Vorschriften, mehr Straßensperrungen, Autofahrer beschimpfen Baurarbeiter

Straßen : Neue Vorschriften führen zu mehr Straßensperrungen

Landesbetrieb Mobilität beklagt zunehmende Respektlosigkeit von Autofahrern gegenüber Bauarbeitern. Sicherheitsanforderungen sind gestiegen.

Sommerzeit ist Bauzeit auf den Straßen. Auch in der Region wird derzeit vielerorts gebaggert, gebuddelt und geteert. Das bedeutet oftmals, dass Straßen komplett gesperrt werden. Wie etwa laut dem zuständigen Landesbetrieb Mobilität (LBM) nächste Woche Montag und Dienstag die Kreisstraße 23 von Newel bis Kreuzer Berg (Trier-Saarburg). Asphaltarbeiten machten die Vollsperrung notwendig, heißt es beim LBM. Drei Wochen soll die K 16 in Mehren (Vulkaneifel) gesperrt sein. Für voraussichtlich sechs Monate gibt es Behinderungen auf der A 1 zwischen Salmtal und dem Autobahnkreuz Wittlich wegen Brücken- und Fahrbahnerneuerung.

Viele Autofahrer fühlen sich durch die Baustellen und Vollsperrungen genervt. Und immer mehr machen ihrem Ärger laut LBM auch Luft. Etwa indem sie die Arbeiter auf den Baustellen beleidigten, auf übelste Weise beschimpften oder respektlos behandelten. „Zudem werden oft die baustellenbedingten Absperrungen und Ampeln ignoriert“, berichtet Hans-Michael Bartnick vom LBM Trier. Dadurch riskierten die rücksichtslosen Autofahrer nicht nur Schäden am eigenen Auto, auch nähmen sie die Gefährdung der Arbeiter billigend in Kauf. Die genervten Autofahrer sollten bedenken, so Bartnick, „dass Straßenbauarbeiten kein Selbstzweck sind, sondern ausschließlich zugunsten der Verkehrsteilnehmer ausgeführt werden“.

Der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) geht davon aus, dass die Zahl der Vollsperrungen und Umleitungen steigen wird. Als Grund nannte er in der Antwort auf eine Anfrage der CDU die höheren Sicherheitsanforderungen durch eine Verschärfung der Arbeitsstättenreglung für Straßenbaustellen. Seit Dezember vergangenen Jahres gelten die neuen Vorschriften. Dadurch seien zusätzliche Sicherheitsabstände zwischen den Arbeitern auf Straßenbaustellen und dem vorbeifließenden Verkehr notwendig. So soll die Sicherheit der Arbeiter erhöht werden.

Diese zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen führen laut LBM künftig auch bei Tagesbaustellen  vermehrt zu Vollsperrungen, weil die verbleibende Fahrbahnbreite nicht mehr ausreichend sei im Sinne der neue Arbeitsschutzvorschriften. Daher müssten sich die Verkehrsteilnehmer bei kurzzeitigen Vollsperrungen oder einseitigen Sperrungen auf längere Wartezeiten einstellen. Laut Wissing müsse auch damit gerechnet werden, dass vor allem bei Autobahnbaustellen noch häufiger als bisher die erlaubte Geschwindigkeit reduziert werden müsse.

Der Minister geht davon aus, dass die Durchführung von Tagesbaustellen durch die neue Vorschrift erschwert wird. Im Vorfeld der Baumaßnahmen erhöhe sich wegen der gestiegenen Sicherheitsanforderungen der Planungs- und Abstimmungsbedarf etwa mit den Kommunen, der Polizei, Rettungsdiensten und dem öffentlichen Nahverkehr.