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Neuer CDU-Vorsitzender Laschet: Reaktionen von Parteifreunden aus Rheinland-Pfalz

Parteien : Neuer CDU-Vorsitzender Laschet: Reaktionen von Parteifreunden aus Rheinland-Pfalz

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet wird neuer CDU-Vorsitzender. Er setzte sich am Samstag beim digitalen Bundesparteitag im zweiten Wahlgang durch. Das sagen Parteifreunde aus Rheinland-Pfalz.

Bis zuletzt war offen, welcher der Kandidaten das Rennen um den CDU-Vorsitz machen würde. Zur Überraschung vieler setzte sich  Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet durch. Mancher der Delegierten aus der Region Trier hätte allerdings lieber Friedrich Merz zum Bundesvorsitz gratuliert. Wie groß ist da nun die Enttäuschung? Wie groß der Wille, doch an einem Strang zu ziehen? Der TV hat sich nach der Wahl umgehört, wie die Stimmung unter rheinland-pfälzischen CDU-Frauen und -Männern ist.

Christian Baldauf, rheinland-pfälzischer CDU-Spitzenkandidat und Fraktionsvorsitzender: „Herzlichen Glückwunsch an Armin Laschet. Ich bedanke mich auch bei Friedrich Merz und Norbert Röttgen für den engagierten Wettstreit. Armin Laschet kann Menschen zusammenführen, das zeigt er als Ministerpräsident in NRW. Seine Rede hat dies ausgestrahlt, in die Partei hinein. Diese Fähigkeit zur Nähe braucht die CDU, um geschlossen, als moderne Volkspartei in das Superwahljahr mit Landtagswahlen und die Bundestagswahl zu ziehen. Jetzt steht noch die Briefwahl an. CDU und CSU werden danach in aller Ruhe gemeinsam über die Frage der Kanzlerkandidatur entscheiden.“

Julia Klöckner, Bundeslandwirtschaftsministerin, CDU-Landesvorsitzende und frisch wiedergewählte stellvertretende Bundesvorsitzende: „Das war eine spannende Wahl! Gratulation an Armin Laschet – und danke an Friedrich Merz und Norbert Röttgen. Es ist gut, dass wir nun Klarheit haben, vorbehaltlich der Briefwahl. Jetzt ist es wichtig, dass die Partei sich hinter dem designierten neuen Vorsitzenden versammelt. Wir blicken nach vorne. Unsere CDU steht für Stabilität in schwierigen Zeiten. Wenn wir uns breit aufstellen mit unterschiedlichen Männern und Frauen in unterschiedlichen Berufen und Kompetenzen, dann bleiben wir Volkspartei!“

Klöckner ist vom CDU-Parteitag erneut zur stellvertretenden Bundesvorsitzenden gewählt worden.  Sie erhielt 787 von 965 Stimmen, das entspricht einem Ergebnis von knapp 82 Prozent.

Andreas Steier, Mitglied des Bundestags: Ich freue mich, dass Armin Laschet zum CDU-Bundesvorsitzenden gewählt wurde. Er hat als NRW-Ministerpräsident bereits bewiesen, dass er führen und verbinden kann. Nun heißt es für uns: den Menschen zeigen, dass wir als Union und Partei der Mitte die Zukunft Deutschlands vernünftig und modern gestalten können. Dafür braucht es besonders im Wahlkampfjahr 2021 Zusammenhalt und Gefühl für die Belange der Menschen in unserem Land.

 Die Kanzlerfrage spielt aus meiner Sicht aktuell keine Rolle und soll im Frühjahr entschieden werden. Den digitalen Parteitag habe ich positiv wahrgenommen – es hat alles funktioniert und zeigt: die CDU kann Digitalisierung.

Moritz Petry, Vorsitzender CDU-Bezirksverband Trier: „Armin Laschet war nicht mein Wunschkandidat; dennoch kann ich damit leben. Ich erhoffe mir (das erhofft man sich von jedem Vorsitzenden), dass er die ganze Breite dieser Volkspartei in der Mitte zusammenhält. Die Kanzlerkandidatur sollte ohne Vorfestlegungen im April/Mai mit der CSU entschieden werden. Der digitale Parteitag war eine hochspannende Erfahrung. Es ist sehr effizient und spart viel Zeit. Dennoch ist es in Präsenz immer schöner und bereichernder.“

  

Gordon Schnieder, Landtagsabgeordneter und Kreisvorsitzender CDU Vulkaneifel: „Wir hatten drei hervorragende Kandidaten für das Amt des Bundesvorsitzenden, die alle drei auch geeignete und hervorragende Kanzlerkandidaten sind. Die Entscheidung hierüber klären jetzt die beiden Vorsitzenden von CDU und CSU zu einem späteren Zeitpunkt. Auch wenn mein persönlicher Favorit Friedrich Merz war, so unterstützte ich selbstverstädnlich den neuen Vorsitzenden Armin Laschet, der von der Mehrheit der Delegierten in dieses Amt gewählt worden ist. Ich erhoffe mir, dass die gesamte CDU jetzt einig und geschlossen in die nächsten Wochen und Monate und vor allem in die anstehenden Wahlen geht.“

 Günther Schartz, stellvertretender Landesvorsitzender der CDU Rheinland-Pfalz und Landrat des Kreises Trier-Saarburg: „Es war ein innovativer Parteitag, der bestens gelungen ist. Schade dass Friedrich Merz nicht gewählt wurde. Er hätte der Partei ein deutlicheres Profil gegeben, als die beiden Mitbewerber. Aber eine demokratische Entscheidung hat Gewinner und Verlierer – und es lief fair ab.

Von Armin Laschet erwarte ich, dass er klare Aussagen für Fragen des sozialen Miteinanders und der Wirtschaft findet. In internationalen Themenfeldern muss er verbindlich sein, denn Deutschland gehört wirtschaftlich, sozial und gesellschaftlich zu den führenden Nationen der Welt. Seine Politik muss sich auch gegenüber China, Russland oder den USA behaupten können. Ebenso verlangt die herausragende Rolle Deutschlands und der CDU in der EU beziehungsweise der EVP viel Fingerspitzengefühl. Da reichen die Rezepte als erfolgreicher Ministerpräsident eines großen Bundeslandes nicht aus. Gut wäre er deshalb beraten, wenn er beide Mitbewerber hier mitnimmt und deren Kompetenzen, vor allem in der Außen- und Wirtschaftspolitik nutzt.

Birgit Falk, stellvertretende Vorsitzende der CDU-Fraktion im Stadtrat:  „Wir hatten drei gute und inhaltlich starke Kandidaten für den Parteivorsitz, die die Wahl nicht leicht gemacht haben. Mit dem Wahlergebnis bin ich sehr zufrieden. Von unserem neuen Vorsitzenden Armin Laschet erwarte ich, wie er es ja auch in seiner sehr guten Rede gesagt hat, dass er als Mannschaftskapitän die verschiedenen Strömungen in unserer Volkspartei zusammenhält.  Ich hoffe und wünsche mir, dass persönliche Eitelkeiten und Befindlichkeiten im Interesse unserer Partei keine Rolle mehr spielen und wir gemeinsam zur Sacharbeit zurück kehren und geschlossen hinter der neuen Führungsmannschaft stehen.

Natürlich traue ich Armin Laschet als amtierendem Ministerpräsident eines großen Bundeslandes auch die Kanzlerkandidatur zu. 

Der digitale Parteitag ist super gelaufen und war schon ein Erlebnis. Toll, dass wir das mit einer super Mannschaft in der Bundesgeschäftsstelle so phantastisch hinbekommen haben. Allerdings fehlten mir schon die Saal-Atmosphäre und die vielen Begegnungen und Gespräche.“

 Jutta Albrecht, Vorsitzende der Trierer Frauen Union: „Die Trierer Frauenunion favorisierte Dr. Norbert Röttgen als neuen Vorsitzenden und stand Friedrich Merz sehr kritisch gegenüber. Selbstverständlich hätten wir es sehr begrüßt, wenn sich neben den Männern auch eine Frau als Kandidatin beworben hätte. Wir sehen die Gefahr, dass wir Frauen in der CDU wieder auf dem Rückmarsch sind: weniger CDU'lerinnen im aktuellen Bundestag, keine Vorsitzende mehr, demnächst keine Kanzlerin mehr. Wir Frauen der Frauen Union Trier, die wir Friedrich Merz nicht als Vorsitzenden haben wollten, sind zwar enttäuscht, dass es Norbert Röttgen nicht geschafft hat, aber wir fühlen uns auch bei einem Bundesvorsitzenden Laschet gut aufgehoben. Wir erhoffen uns von ihm nicht nur ein Verharren im „Ist-Zustand“, sondern dass er unsere Partei für die Zukunft aufstellt. Dazu gehört, dass wir jünger, weiblicher, digitaler, ökologischer werden, ohne unsern konservativen Kern zu verleugnen. Und ganz wichtig: Wir trauen ihm aufgrund seines ausgleichenden Wesens zu, dass er die beiden politischen Lager innerhalb unserer Partei eint. Darauf setzen wir große Hoffnungen.“

 Alexander Licht, Kreisvorsitzender der CDU Bernkastel-Wittlich: Mein Fazit: 1. Wie auf dem Parteitag in Hamburg hat die emotional/inhaltliche beste Vorstellung die Unentschlossenen eher überzeugt 2. Dieser tolle, moderne Parteitag hat mit dem Generalsekretär einen zweiten Sieger und 3. Die späteren Einlassungen von Merz haben ihn auch bei vielen Sympathisanten eher ins dauerhafte Abseits gestellt. Alle haben Geschlossenheit angemahnt und gerade DIE erwartete ich jetzt.

Karina Wächter, Mitglied des Landtags: Zunächst möchte anmerken, dass ich sehr stolz auf die CDU bin. Stolz auf einen derart professionellen und hervorragend organisierten digitalen Parteitag. Und stolz über einen fairen Kampf zwischen drei klar fokussierten und fähigen Kandidaten. Am Ende eine knappe und demokratische Entscheidung, bei der natürlich jeder seinen persönlichen Favoriten hatte. Jetzt können wir uns darauf fokussieren, gemeinsam als Partei nach vorne zu schauen und mit Mut und Verstand die Zukunft unsere Landes gestalten. Die Aufgaben und Herausforderungen sind groß. Da sind kluge Köpfe und frische Ideen entscheidender denn je. Ich bin bereit mit anzupacken.

 Gerd Schreiner, Generalsekretär CDU Rheinland-Pfalz: „Glück auf, Armin Laschet. Danke für Euren profilierten Wettstreit. Die CDU ist der eigentliche Gewinner. Und jetzt gilt es, gemeinsam das Vertrauen der Menschen in den Ländern und im Bund zu gewinnen. Jede und jeder wird gebraucht."