Noch immer gibt es in der Region zahlreiche Mobilfunk-Löcher

Mobilfunk : Noch immer gibt es in der Region zahlreiche Mobilfunk-Löcher

Derzeit werden die Frequenzen für den neuesten Mobilfunk-Standard 5G versteigert. Doch vielerorts gibt es nicht einmal Handy-Empfang nach dem alten Standard.

In der Region gibt es noch viele Funklöcher, Gegenden, in denen es keine schnellen Mobilfunkverbindungen gibt, mit denen größere Datenmengen etwa über Smartphones übertragen werden können. Palzem (Trier-Saarburg) ist laut Breitbandatlas des Bundeswirtschaftsministeriums ein solcher Ort, auch Bauler (Eifelkreis Bitburg-Prüm) gehört zu den weißen Flecken in der Region. In Uersfeld (Vulkaneifel) gibt es zwar den derzeit aktuellen Mobilfunkstandard der vierten Generation (4 G), LTE, aber laut Breitbandatlas steht er nur 75 Prozent der Haushalte zur Verfügung.

Die Landesregierung selbst spricht von eine „unbefriedigenden Qualität“ der Mobilfunkversorgung in Rheinland-Pfalz. Wirtschaftsminister Volker Wissing (FDP) nennt auf eine Anfrage der CDU-Landtagsfraktion unter anderem den Eifelkreis Bitburg-Prüm, in dem „größere Versorgungslücken in der Datenkommunikation“ bestehen.  Unterdurchschnittlich ist die LTE-Abdeckung auch im Kreis Trier-Saarburg, lediglich 90,3 Prozent der Haushalte können dort auf den derzeitigen Mobilfunkstandard zugreifen. Wo sich exakt die weißen Flecken im Land befinden, das sei der Landesregierung aber nicht bekannt, teilte Wirtschaftsstaatssekretär Andy Becht (FDP) auf Anfrage des CDU-Abgeordneten Arnold Schmitt (Riol) mit.

Wissing gibt dem Bund und den Mobilfunkunternehmen die Schuld, diese hätten ihre Ausbauverpflichtungen nicht erfüllt. Im Februar hat das Land daher im Bundesrat einen Antrag eingebracht, mit dem der Bund aufgefordert wird, eine flächendeckende Versorgung ländlicher Räume sicherzustellen.

Darauf drängt auch die Wirtschaft im Land. Ein flächendeckender Ausbau des derzeitigen Mobilfunkstandards 4 G sei Voraussetzung für den der nächsten Generation, nämlich 5 G, für die derzeit die Frequenzen in Mainz versteigert werden, sagt Arne Rössel, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der rheinland-pfälzischen Industrie- und Handelskammern. Er befürchtet, dass es auch nach dem Ausbau des neuen ultraschnellen Mobilfunknetzes, das unter anderem für autonomes Fahren wichtig ist, in ländlichen Regionen weiterhin weiße Flecken geben wird. Die CDU will das Thema 5 G in der kommenden Woche in den Landtag bringen. „Erst die flächendeckende Versorgung mit 4 G schafft die Grundlage für die Realisierung der zukünftigen  5 G-Netze“, heißt es in dem Antrag. Daher müsse die Landesregierung das bestehende Versorgungsdefizit beseitigen und die weißen Flecken dokumentieren.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sagte unserer Zeitung, die Landesregierung setze sich „mit Nachdruck dafür ein, dass die Telekommunikationsunternehmen schnellstmöglich ihre Versorgungsauflagen erfüllen und der Bund ein Förderprogramm für die Schließung der letzten weißen Flecken auf den Weg bringt.“

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